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Basia Bulat – Good Advice

Die Musik von Basia Bulat – drei Alben sind bereits veröffentlicht – wird bisher vor allem den Enthusiasten des akustischen Folk geläufig sein. Dabei teilte die Kanadierin, die Instrumente wie Klavier, Gitarre, Ukulele, Charango, Zither und Autoharp beherrscht, schon seit Veröffentlichung ihres Debüts ‚Oh, My Darling‘ auch die Bühnen mit Bands wie Arcade Fire, St. Vincent, The National oder The Head And The Heart.

Mit Produzent Jim James, dem Sänger und Gitarrist der amerikanischen Band My Morning Jacket entstand nun das neue, vierte Album ‚Good Advice‘, das eine deutliche Abkehr vom akustischen Klangkonzept markiert, hin zu einer elektronischeren Popproduktion, die die akustischen Instrumente bindet, anstatt sie in den Staub des Dachbodens zu verbannen. Opener ‚La La Lie‘ fährt gleich opulent mit Chor auf. Heimelige Piano-Klänge, eine sanfte E-Gitarre, elektronisch generiert die Beats, so präsentiert sich das Titelstück ‚Good Advice‘. Auch gesanglich widmet sich Basia Bulat mit Raffinesse den poppigeren Melodien. Hinreissend der glockenhelle Gesang im Refrain von ‚Infamous‘, das hierzulande auch auf den besseren Radiostationen rotiert. Schöner intonierte gescheiterte Beziehungen, die Basia vorwiegend thematisiert, sucht man recht lange.

Diese Verbindung – neu verknüpft – weiß durchaus auch auf Albumlänge zu gefallen. Quer dem Hörfluss wurde nichts Sperriges positioniert, mit süffigen Melodien und ausgefeiltem Songwriting kommt ‚Good Advice‘ ohne Ausfälle daher. Mit dem musikalischen Schwenk erschließt sich Basia Bulat das Indie-Pop-Publikum, das mit ‚Good Advice‘ sehr gut beraten sein dürfte. Experiment gelungen, die weitere Entwicklung bleibt spannend.

basiabulat
Basia Bulat
Good Advice
(Secret City Records / Rough Trade)

Chris

Hört gerne Musik und redet/schreibt darüber.

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