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Rhapsody – Ascending To Infinity

Es war einmal der kleine Luca. Der träumte davon, als großer Held gefährliche Drachen zu besiegen, die höchsten Berge zu besteigen und die schönsten Jungfrauen zu retten. Oder die Berge zu retten und die Jungfrauen zu besteigen, so genau weiß man das nicht. Um seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen, holte der kleine Luca sich eine edle Gitarre und fidelte auf ihr, was das Zeug hielt. Doch so schnell er auch fidelte, so fidel er auch mit seinen Fingern über das Griffbrett flitzte, es fehlte ihm doch stets etwas, dass ihm dieses besondere Gefühl gab, ein echter Held zu sein.

Nun begab es sich, dass ein anderer Junge namens Alex den gleichen edlen Wunsch hegte wie Luca. Eines schicksalhaften Tages trafen sich die beiden, erkannten ihre gemeinsame Bestimmung und wie wunderbar sie sich doch ergänzten. Der eine ein Meister an der Gitarre, der andere ein wieselflinker Tastenartist auf dem Piano. Doch schnell erkannten sie, dass es ihnen schwer fallen würden, all den Gefahren unserer Welt – und all den anderen Gefahren in all den anderen Welten – nur zu zweit zu trotzen. Oder dass es zumindest ganz schön stressig werden würde. Also scharten sie weitere Helden um sich: Sangeskünstler, Tieftonexperten, mächtige Orchester, ja ganze Chöre und sogar tatterige Greise wandelten und musizierten im Gefolge der beiden italienischen Heroen.

Doch wie so oft im Leben währte das gemeinsame Glück nicht lange. Wie dereinst die griechischen Rhapsoden zogen unsere Wandersänger um die Welt, um eines Tages zu erkennen, dass sie getrennt doch mehr erreichen könnten. Fortan gab es zwei heroische Spektakel, die sich ähnelten wie ein Ei dem anderen und auch so ähnlich heißen: Rhapsody nannte sich die Heerscharen des Luca, Rhapsody of Fire die Mannen (und Weiblein)  des Alex.

Das Ende unserer Geschichte ist aller Unbill zu Trotze ein gar fröhliches. Held Luca hat jüngst ein wahrhaft episches Werk erschaffen, das auf den Namen „Ascending to Infinity“ hört und tiefe Einblicke in Lucas Seelenleben erlauben soll. Ob man diese Einblicke nun sehen möchte oder lieber den volksnahen Weisen lauscht, soll jeder nach seinem Gusto bestimmen. Lucas Epos ist ohne jeden Zweifel ein Leckerbissen, vollmundig, sättigend, wohl bekannt und fast ohne Fehl und Tadel. Aber nur fast: Was sich Meister Luca beim Klang seiner Gitarre geleistet hat, weiß man nicht – doch es kratzt in den Gehörgängen, wenn sie ohne Begleitung musiziert. Darüber darf man aber getrost hinwegsehen, beweist es uns Sterblichen doch, dass selbst ein so vortrefflicher Held wie unser Luca Turilli doch nur ein Mensch ist.

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