Browse By

Tremonti — Cauterize

Abgesehen vom Solo-Debut All I Was im Jahre 2012 kennt man Mark Tremonti eher als solide Grundlage für Frontmänner wie Myles Kennedy (Alter Bridge) oder Scott Stapp (Creed). Jedoch ist Mark keine Person, die sich allzusehr in den Hintergrund stellt. Zeigt er doch zunächst einmal bei Live-Gigs eine starke, autentische Bühnenpräsenz, ohne dabei eine gekünstelte Show abzuliefern. Mit Cauterize beweist er, dass er nicht nur ein begnadeter Gitarrist ist (das wissen wir ja bereits), sondern auch ein großes Talent im Songwriting ist und eben auch als Frontmann taugt!

Gurndsätzlich könnte jeder einzelne Song auch von Alter Bridge stammen. Allerdings lässt sich auf dem gesamten Album seine Vorliebe für die eher härteren Nummern heraushören. Beim Anspielen des Openers Radical Change bekommt man diesbezüglich einen ordentlichen Vorgeschmack. Mit atemberaubender Geschwindigkeit werden einem die Instrumente um die Ohren geknüppelt, die sich in langgezogenen Phasen im Chorus sammeln, um sofort wieder loszupreschen. Etwas behutsamer und gedrosselter, jedoch nicht weniger wuchtig geht es mit Flying Monkeys weiter. Quasi eine kurze Verschnaufpause, bevor der Titeltrack Cauterize wieder Fahrt aufnimmt. Gitarre und Doublebass auf Speed im Einklang – der Sound erinnert etwas an einen schweren Hubschrauber — sämtliche Musiker beherrschen definitiv ihr Handwerk. Ähnlich spektakulär zieht sich dieses Konzept durch das gesamte Album. Hin und wieder werden einem kleine Ruhepausen gegönnt, die einen schönen Spannungsbogen innerhalb einzelner Tracks erzeugen und durch gänzlich ruhgere Songs wie Dark Trip, Fall Again oder die etwas aus der Rolle fallende Rock-Nummer Sympathy das gesamte Album abwechslungsreich und niemals monoton erscheinen lassen.

Fans von Alter Bridge kommen bei Cauterize auf jeden Fall auf ihre Kosten. Das Album ist auf jeden Fall eines der nennenswertesten Veröffentlichungen in diesem Jahr. Einziges Manko – doch das ist selbstverständlich Geschmacksache und Jammern auf hohem Niveau und betrifft wohl eher audiophile Ohren – ist die Produktion. Manchmal hat man das Gefühl, man würde die Musik mit dem Kopf in der Bassdrum hören. Diese drängt sich mal mehr, mal weniger einfach zu sehr in den Vordergrund. Das Gemeckere ist jedoch allein deshalb erwähnenswert, da die Herren um Mark Tremonti hier ansonsten einfach nur verdammt gut abgeliefert haben. Von daher: Klare Empfehlung an jeden Musik-Liebhaber!

Viele weitere CD-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Abo und News an Deine E-Mail







Über den Autor des Beitrags

Gunnar

Würde gern Gitarre spielen wie Angus oder Slash.

Weitere Beiträge des Autors

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert