Captain Toad: Treasure Tracker

Captain Toad Treasure Tracker - Tribe Online MagazinSchon so viele Jahre belegte der liebenswürdige Fliegenpilz Toad nur Nebenrollen in den zahlreichen, großartigen Mario-Spielen. Zwischenzeitlich schaffte es Toad zwar zum spielbaren Charakter (z.B. in Mario Party und bei Mario Kart) und bekam mit Toadette auch noch eine Artgenossin an die Seite gestellt, mit “Captain Toad: Treasure Tracker” wird dem tapferen Zwerg aber erstmals ein eigenes Spiel (für die Nintendo-Konsole Wii U) gewidmet.

Die Story

Toad tritt hier in seiner Rolle als Captain Toad auf, ein Abenteurer mit Stirnlampe und schwerem Rucksack, der stets auf der Suche nach Schätzen ist. Gerade als Freundin Toadette und er auf dem Gipfel eine Berges einen Power-Stern gefunden haben, kommt Wingo, ein riesiger Vogel angeflogen, schnappt sich den Schatz und fliegt davon.
Ärgerlich genug, doch das Problem ist, dass Toadette versuchen wollte, den Stern zu verteidigen. So umklammert sie den Stern schließlich immer noch, als der Vogel in der Ferne verschwindet.
Natürlich macht sich Captain Toad ohne mit der Lamelle zu zucken auf den Weg, um Toadette – und den Stern – zu retten.

Nein, die Hintergrundgeschichte ist wirklich nicht spannend. Aber das “Prinzessin wurde entführt”-Thema wird schließlich auch bei jedem Mario-Titel wiederholt.

Der Spiel-Modus

Captain Toad Treasure Tracker - Screenshot 1 - Tribe Online Magazin

Oh no! Der Riesenvogel schnappt sich den Stern!

Wer “Super Mario 3D World” gespielt hat, wird das Spielprinzip schon fast kennen. Denn Captain Toad hatte dort mit einem Mini-Spiel im Spiel praktisch schon debütiert.
“Captain Toad: Treasure Tracker” ist ein Puzzle-Platformer, bei dem sich Toad meist auf einer würfel- oder quaderförmigen Miniwelt befindet und sich dort durch alle drei Dimensionen jeweils den Weg zum Power-Stern des Levels bahnen muss.
Das Besondere: Toad kann bei diesem reinen Single-Player-Spiel nicht springen (weil der Arme einen zu schweren Rucksack schleppen muss). Seine Gegner kann Captain Toad trotzdem ausschalten: in dem er sich von erhöhten Stellen auf ihre Köpfe fallen lässt oder sie mit selbst geernteten Rüben bewirft.
Das mit den Gegner ist aber eher eine Nebensache, die zusammen mit beweglichen Teilen der Landschaften dem Pilz das Leben schwer macht. So ist machmal trotz fehlendem Zeitlimits etwas Eile und vor allem Geschicklichkeit gefragt. Hauptsächlich geht es aber darum, alle Verstecke im Level zu entdecken und die dort verborgenen Items (gleich dazu mehr) einzusammeln. Und dafür muss man Adlerauge und Gehirnschmalz gleichermaßen aktivieren.

Die Levels

Als Level-Übersicht dient ein Buch, in dem jeweils eine Doppelseite ein Level darstellt. Schon freigespielte Levels können in beliebiger Reihenfolge beliebig oft wiederholt gespielt werden.
Wie schon erwähnt handelt es sich bei den Levels jeweils um dreidimensionale Miniwelten, die man sowohl horizontal als auch vertikal beliebig gedreht werden kann – eine automatisch Kameraführung erfolgt nicht. Durch dieses Drehen gilt es immer die optimale Sicht auf die aktuelle Position von Toad zu haben. Befindet sich der Kleine irgendwo im Inneren wird er als Schatten dargestellt. Außerdem lässt sich durch das Drehen das Level von der aktuellen Spielerposition aus ein wenig erkunden. So findet man versteckte Bereiche, in denen es weitere Schätze zu bergen gibt.

Captain Toad Treasure Tracker - Screenshot 3 - Tribe Online Magazin

Ein typischer Level-Würfel – Variationen gibt es aber einige…

Wie man von Nintendo erwarten darf, sind die mehr als 70 Levels natürlich voll mit tollen Ideen: Gegner mit verschiedensten Eigenschaften laufen herum (Gumbas, Piranha-Pflanzen, aber jede Menge unbekannte Figuren). Blöcke lassen sich verschieben. Toad kann im Wasser tauchen bzw. am Grund entlang laufen (schwimmen kann er wegen des Rucksacks nicht). Es gibt Wippen, Aufzüge, Schalter, Röhren, und, und, und…

Zur Abwechslung gibt es ab und zu auch ein paar komplett anders gestrickte Levels, in denen Toad (bzw. Toadette) in eine Lore steigt und das Level in fester Geschwindigkeit auf Schienen durchfährt. Während der Fahrt kann man in 1st-Pilz-Perspektive unzählige Rüben werfen – auf Münzen, Juwelen, Blöcke und Gegner.

Items, Herausforderungen, Verstecktes und Bonus-Inhalte

Toad stößt hin und wieder auf ein Item, das auch Mario mag: den Power-Up-Pilz, das den kleinen Mario groß macht – und ebenso den kleinen Toad. Captain Toad startet auf seinen Abenteuern aber immer in voller Größe und wird nur beim Aufeinandertreffen mit einem Gegner o.ä. klein. Sammelt man den Pilz im großen Zustand, erhält man statt der Wunderwirkung zehn Münzen.
Richtig, auch Münzen werden wie wild gesammelt. Und bei 100 Münzen gibt es natürlich ein 1UP, ein zusätzliches Leben. Allerdings zählen die Münzen nur pro Level und so gibt es Levels in denen bei weitem keine 100 Taler zusammenkommen. Zusätzlichen Sinn finden die Münzen aber im Level-Highscore.

Captain Toad Treasure Tracker - Screenshot 2 - Tribe Online Magazin

Das Buch für die Levelauswahl (hier Episode 2 mit Toadette)

Viele Items gibt es insgesamt nicht: neben dem Power-Up-Pilz sind manchmal grüne 1UP-Pilze oder auch goldene Pilze (ohne besondere Funktion; nur Herausforderung s.u.) versteckt. Den Gegner kann man, wie schon erwähnt, mit aus dem Boden gerupften Rüben auf den Leib rücken. Oder aber mit der Spitzhacke, die sich auch für das Erforschen neuer Bereiche eignet (manchmal müssen Steine aus dem Weg geräumt werden).

Stichwort “Herausforderungen”: In jedem Level sind drei Juwelen versteckt, die es zu finden gilt. Außerdem gibt jeweils eine Level-individuelle Herausforderung, wie z.B. “keinen Schaden erleiden”, “alle Gumbas erledigen”, “nur zwei Blöcke verschieben” u.ä. So können Bonus-Levels freigespielt werden, Levels, in denen in kurzer Zeit einfach massig Münzen gesammelt werden. Manche normale Levels können aber auch nur mit einer bestimmten Mindestanzahl an gesammelter Juwelen überhaupt erst betreten werden. Es lohnt sich also in jedem Fall, auch schon gespielte Levels nochmal durchzugehen, sofern man noch nicht alles gefunden hat.

Die Steuerung

Man kann nicht gerade sagen, dass das Spiel die speziellen Funktionen der Wii U übermäßig nutzt. Zunächst einmal ist auch hier der Fall, dass sich Fernseher-Bild und Gamepad-Bild 1:1 gleichen. Wie immer liegt der Vorteil auf der Hand, nämlich, dass man auch mal spielen kann, ohne den Fernseher einzuschalten. Aber natürlich ist gerade die Nutzung des Gamepad-Displays ein nicht unwichtiger Teil des Wii U Erlebnisses.

Captain Toad Treasure Tracker - Screenshot 5 - Tribe Online Magazin

Toadette auf dem Weg zum Powerstern (hinten oben zu sehen)

Die Spielfigur wird natürlich mit Hilfe des analogen L-Sticks bewegt, die Kamera hauptsächlich mit dem R-Stick. Zwar lässt sich durch Schwenken des Gamepads ebenfalls die Perspektive verändern, durch den eingeschränkten Spielraum beim Spielen eignet sich das aber eher nur zur Feinjustierung.

Schließlich gibt es im Laufe des Spiels dann doch die Situationen für den speziellen Wii U Controller. So lassen sich beispielsweise einige Blöcke in den Level-Landschaften durch Antippen auf dem Display verschieben, oder es lassen sich Level-Elemente mit Drehrädern drehen (dabei wischt man kreisförmig über das LCD des Controllers).
Besonders nett ist die Idee der Ventilator-Aufzüge. Es handelt sich um Plattformen, unter denen jeweils ein Ventilator im Boden positioniert ist. Stellt man sich darauf und pustet das Gamepad an, hebt sich die Plattform. Technisch funktioniert das natürlich über das integrierte Mikro. Sobald das ein Rauschen wahrnimmt, fängt der Ventilator an, zu drehen. Streicht man mit dem Finger über die Mikrofon-Öffnung geht das also genauso. Mit dem Pusten macht es aber logischerweise mehr Spaß.

Die Steuerung der Kamera, oder besser gesagt die Wahl der richtigen Perspektive, kann schon recht kompliziert sein. Manchmal ist ziemlich wirres “Hin- und Hergedrehe” notwendig – etwas räumliches Denken und Verständnis für dreidimensionale Spielwelten gehört schon dazu.

Grafik, Sound und Technisches

Captain Toad Treasure Tracker - Screenshot 4 - Tribe Online Magazin

Wingo, der Riesenvogel, lädt zum Zwischen-Bossfight…

Im Spiel selbst gibt es keine Spielstand-Verwaltung, d.h. es gibt nur einen Spielstand, der jeweils automatisch nach Meistern eines Levels aktualisiert wird. Wollen mehrere Spieler an derselben Konsole ihr eigenes Spiel machen, muss für jeden ein eigenes Mii bzw. ein eigener Benutzer für die Wii U angelegt werden.

Grafik und Sound sind einfach Spitze! Wie man das von anderen Titeln aus der Mario-Welt haben die Welten und Figuren einen extrem hohen Niedlichkeits-Faktor. Das putzige Gequieke der beiden Protagonisten tut sein Übriges.
Nicht alleine die liebevolle Arbeit des Designer-Teams tut es einem an. Es sind auch die vielen Details, wie Gumbas, die im Schwimmreifen steckend auf der Wasseroberfläche relaxen, Toadette, die nach einem Ausflug ins Wasser tropft und schließlich niesen muss oder auch die kurzen Story-Sequenzen zwischen den Levels.

Fazit

Als ich die Ankündigung las, vermutete ich eigentlich, es würde ein Mini-Spiel werden, das zudem nur als Download angeboten wird. Aber nein, “Captain Toad: Treasure Tracker” ist ein vollwertiges Mario-Universum-Game, das richtig großen Spielspaß bietet.
Da stört eigentlich nur, dass man gerne einfach noch mehr Levels hätte. Man muss zwar sagen, dass der gebotene Vorrat sehr schnell durchgespielt ist und der Schwierigkeitsgrad insgesamt recht niedrig ist. Alle Herausforderungen zu lösen, dürfte dann aber doch etwas Zeit in Anspruch nehmen.
Also: Strich drunter. Ganz großes Kino! Für alle Fans von Mario, Luigi, Yoshi und Co. ein Muss. Und natürlich für alle Toadies!

Über das besprochene Medium

Captain Toad Treasure Tracker - Tribe Online Magazin
Captain Toad Treasure Tracker
(Nintendo)
für Wii U
Preis ca. 39,99 €

Über den Autor des Beitrags

Gerald

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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