Blade Runner 2019 01: Los Angeles

Nach Galaxis-Schmuggler Han Solo und nach Abenteuer-Archäologe Indiana Jones schlüpfte Harrison Ford 1982 in die Rolle des Replikanten-Jägers Rick Deckard von Ridley Scotts Dystopie “Blade Runner” (nach einem Roman von Philip K. Dick). Der große Erfolg blieb erst einmal aus. Später avancierte der Film aber sogar zum Cyberpunk-Kultfilm.

Deutsche Ausgabe: © Panini Verlags-GmbH

Eine Fortsetzung gab es lange Zeit trotzdem nicht. Erst 2017 übernahm dann Ryan Gosling die Hauptrolle in “Blade Runner 2049”, der 30 Jahre später spielte (und in dem auch Ford noch einmal auftauchte).
Nun gibt es bei Panini ein offizielles Comic-Sequel zu Scotts Film-Klassiker. Der erste Band heißt “Blade Runner 2019: Los Angeles”. Enthalten sind die ersten vier Ausgaben, die in den USA übrigens bei Titan Comics erschienen sind. Und wie es der Titel und der Untertitel schon verraten, spielt die Geschichte dieses ersten Buches — wie der Film von 1982 — im Los Angeles des Jahres 2019. Folgende Bände werden aber wohl auch an anderen Schauplätzen und zu anderen Zeiten spielen.

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Eines ist in diesem Comic aber jedenfalls grundlegend anders: Von Decker ist hier weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen steht nun eine Frau im Mittelpunkt: “Ash”, der beste Blade Runner des LAPD (und interessanterweise nebenbei Namensvetterin eines Androiden aus Ridley Scotts “Alien”).
Detective Aahna Ashina, so ihr voller Name, ist in ihrem Job jedenfalls sehr effektiv. Wie wir das schon von Decker kennen, spürt sie Replikanten auf, die sich illegal auf der Erde aufhalten, schaltet sie aus und verkauft ihre Körperteile aber zusätzlich auch (nicht ganz legal, aber geduldet), um sich etwas nebenher zu verdienen. Ihre Effektivität sorgt dabei allerdings auch dafür, dass ihre “Kundschaft” sozusagen allmählich ausstirbt, weshalb sie von ihrer Chefin mit einem Vermisstenfall betraut wird.

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Ashs Freude hält sich in Grenzen, aber ablehnen kann sie den Job nicht. Schließlich handelt es sich beim eigentlichen Auftraggeber um Alexander Selwyn, einen äußerst einflussreichen Mann, der ausdrücklich nach dem besten Detective verlangt hat. Vermisst werden Tochter Cleo und Gattin Isobel, die von einer Geburtstagsparty am Vorabend bei den Tyrells — richtig, so hieß ja der Erfinder der Replikanten und sein nach ihm benanntes Unternehmen — nicht zurückgekehrt waren.
Was erst einmal harmlos aussieht, entwickelt sich aber schnell zu einem brisanten Fall. Denn Selwyn spielt nicht mit offenen Karten, die Hintergründe des Verschwindens sind natürlich ganz anders als erwartet, und schließlich trägt auch Ash ein Geheimnis mit sich herum.

Geschrieben wurde die Story von Michael Green und Mike Johnson. Während Johnson wohl ausschließlich im Comic-Bereich (“Batman”, “Superman”, “Supergirl” und weitere) tätig ist, arbeitet Green hauptsächlich als Drehbuchautor, zum Beispiel für “Alien: Covenant”, “Logan” oder das 2017er-Remake von “Mord im Orientexpress”. Besonders interessant ist aber, dass er auch am Drehbuch für den schon erwähnten Kinofilm “Blade Runner 2049” mitgearbeitet hat. Dass die beiden das passende Autoren-Duo für diesen Comic bilden, merkt man der Story jedenfalls an. Das Ganze wirkt insgesamt sehr filmisch und intelligent erzählt, obwohl die Handlung weitgehend linear abläuft und nur wenig zeitliche Sprünge gemacht werden.

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Insgesamt bietet der Comic also eine spannende neue Story für “Blade Runner”-Fans in tollen Bildern und mit Ash vor allem eine starke neue Hauptfigur. Somit ist es definitiv ein Beispiel, dass so ein Jahrzehnte späteres Comic-Sequel zu einem Kultfilm nicht zwingend in die Hose gehen muss.

Eine Online-Leseprobe findet ihr direkt bei Panini auf der Verlagsseite zum Buch.

 

 

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Über das besprochene Medium

Blade Runner 2019 01: Los Angeles
Michael Green, Mike Johnson, Andrés Guinaldo
Softcover, 116 Seiten
(Panini)

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Gerald

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.[BR] Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.
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