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Blade Runner 2019 02: Off-World – Jenseits der Erde

Ein blonder Haudrauf als James Bond? Das war einmal unvorstellbar. Bis Daniel Craig die Rolle — vielleicht nicht ganz so charmant, dafür umso abgebrühter und brutaler — spielte und mittlerweile die allermeisten Kritiker hat verstummen lassen. In Zukunft soll Lashana Lynch, also eine Frau (und noch dazu mit dunkler Hautfarbe), die Position von 007 einnehmen. Der Aufschrei hat nicht lange auf sich warten lassen…
Nun sind wir hier weder beim Film noch bei Bond, sondern in Philip K. Dicks SciFi-Universum von “Blade Runner” und einem Comic-Spin-Off, von dem wir im Frühjahr schon den ersten Band besprochen hatten. Die Parallele ist aber, dass auch hier eine weibliche Figur erstmals die Hauptrolle übernimmt, in der zuvor ein Mann (in dem Fall Harrison Ford) zum Kult-Helden geworden ist.

Deutsche Ausgabe: © Panini Verlags-GmbH

Gucken wir uns also den zweiten Band der bei Panini erscheinenden Mini-Serie “Blade Runner 2019” an.
Zuvor nur noch ein Hinweis: Gespoilert wird nicht. Aber wer den ersten Band noch nicht kennt, erfährt hier vielleicht trotzdem zu viel. In dem Fall also bitte eher unser Review zu Band 1 lesen.

Wie der Untertitel des Buchs, “Off-World – Jenseits der Erde”, schon andeutet, ist diesmal nicht das futuristische Los Angeles Schauplatz des Geschehens. Denn, wir erinnern uns: Ash hatte Isobel Selwyn versprochen, ihre Tochter Cleo vor der Tyrell Corporation und genetischen Experimenten in Sicherheit zu bringen. Und das einzige, ihr sicher erscheinende Versteck lag wohl jenseits der Erde.
Außerdem befinden wir uns auch nicht mehr im Jahr 2019, sondern ganze sieben Jahre später, in 2026. Die beiden leben, unter falschen Identitäten natürlich — als Mutter und Sohn, auf einer weit entfernten Minen-Kolonialwelt. Als es ausgerechnet dort dann zu einem Aufstand von Nexus-8-Replikanten kommt, werden Ash und Cleo von einander getrennt. Und darüber hinaus wird durch den Vorfall auch noch ein Blade Runner auf Ash aufmerksam…

Deutsche Ausgabe: © Panini Verlags-GmbH

“Off-World” erzählt die nächsten vier Kapitel der Story, in der zwar eigentlich die (mittlerweile Ex-)Detective Aahna Ashina die weibliche Hauptrolle spielt, in der sich aber eigentlich alles um Cleo, das besondere Kind, dreht. Mit kleinen zeitlichen Sprüngen (eine Woche vor und zurück) und der einen oder anderen Rückblende in die Vergangenheit erzählen Green und Johnson das Ganze kurzweilig und ansprechend.
Neben der Story enthält das Buch außerdem ein paar Cover-Skizzen von Zeichner Guinaldo, “Vom Skript zur Zeichnung”-Einblicke für zwei Comicseiten und natürlich eine Galerie der Cover-Zeichnungen der Original-Hefte. Darunter auch Cover-Varianten von Syd Mead, der Ende 2019 verstorben ist und dem dieses Buch samt zweiseitigem Nachruf auch gewidmet wurde. Er war für viele Designs in den beiden Filmen (und einigen anderen Meilensteinen des SciFi-Films) verantwortlich und hat für die “Blade Runner”-Welt beispielsweise die “Spinner” und die “Voight-Kampff-Maschine” zur Identifizierung von Replikanten entworfen.

Es bleibt beim insgesamt guten Eindruck des ersten Bandes: Ash ist eine gute “Besetzung” für die Hauptrolle, und die Zeichnungen passen gut zum “Blade Runner”-Thema. Auch der zweite Band überzeugt also, auch wenn die Story vielleicht etwas kurz geraten wirkt.
Es wird noch ein dritter Band — zurück auf der Erde, wieder in Los Angeles — folgen. Danach sind die zwölf Issues der kleinen Reihe aber auch schon wieder voll. In einer weiteren Serie bzw. einem weiteren Handlungsbogen (“Blade Runner 2029”) wird Ash dann wieder zu sehen sein. Wann es die deutschen Ausgaben bei Panini jeweils geben wird, ist aber noch nicht bekannt gegeben worden.

Eine Leseprobe findet ihr auf der Verlagsseite zum Buch bei Panini.Viele weitere Comic-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

Blade Runner 2019 02: Off-World – Jenseits der Erde
Michael Green, Mike Johnson, Andrés Guinaldo
Softcover, 116 Seiten
(Panini)

Über den Autor des Beitrags

Gerald

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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