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Death Experience 01: Die Barke des Ra

Death Experience 01 - Die Barke des Ra - Tribe Online MagazinSeit zehn Jahren liegt Matthew schon todkrank im Koma, eingeschlossen in einem mit Eis gefüllten Sarkophag, die Vitalfunktionen auf ein Minimum reduziert.
Mit so einer Situation hat, wie man sich unschwer vorstellen kann, natürlich jede betroffene Mutter stark zu kämpfen. Im Vergleich zu anderen, hat Matthews Mutter bei diesem Kampf aber einen möglicherweise entscheidenden Trumpf auf der Hand: Katlyn Fork hat mit ihrem Technologie-Unternehmen Fork Industries Milliarden gemacht und kann somit alle Register ziehen, die mit Geld zu ziehen sind.

Nun stellt sich natürlich die Frage: was wäre möglich, wenn Geld wirklich gar keine Rolle spielen würde? Frau Fork hat da, angetrieben durch die quälende Trauer um ihren Sohn, eine sehr ehrgeizige Idee: Sie stellt ein Team zusammen und möchte nicht weniger erreichen, als ihren Sohn mit diesem Team zur Schwelle des Todes zu begleiten. Allerdings nicht, um sich dort von ihm zu verabschieden, sondern um ihn im letzten Augenblick wieder zurück zu holen.

Death Experience 01 - Die Barke des Ra - Vorschau Seite 7 - Tribe Online Magazin

© für die deutsche Ausgabe: Splitter Verlag

Für das sehr heterogene Projektteam wird Isaac Levy als Chefingenieur verpflichtet, und außer ihm auch Kampfpilot Buzz und Doktor Elois, eine religionsskeptische Wissenschaftlerin. Dazu entsenden auch der amerikanische Präsident und der Papst jeweils einen Vertrauten, um das Projekt zu begleiten.

Der Plan sieht dann folgendermaßen aus: das Team besteigt die “Horus Ra”, eine Art Raumschiff, an den der Sarkophag angebunden ist. Dann werden die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt und um die ganze Gesellschaft ein Tachyonen-Feld erzeugt.
Kaum ist Matthew gestorben, beginnt seine Reise ins Jenseits – und das Raumschiff folgt ihm auf seinem Weg…

Herrlich ungewöhnlich klingt die in der nahen Zukunft (2016-2019) angesetzte Story, in der natürlich die religiöse und die rein wissenschaftliche Weltsicht aufeinanderprallen und viele Skeptiker befürchten, es würde mit der Unternehmung die Büchse der Pandora geöffnet. Im Gegensatz zu anderen Geschichten verspricht diese aber interessanterweise irgendwie, zum Schluss eine ultimative Antwort zu liefern.
Die Umsetzung wollte mich bis hierhin allerdings nicht so recht überzeugen. Die Vorstellung der Figuren während des Recruitings zu Beginn des Buches wirkt etwas steif, während die Reise dann einen arg phantastischen Eindruck macht. Natürlich lässt sich das Thema samt der Nahtoderlebnisse nur mit viel Phantasie umsetzen. So macht das Ganze aber schnell den Eindruck einer hastigen Aufzählung von Wow-Erlebnissen.

Death Experience 01 - Die Barke des Ra - Vorschau Seite 11 - Tribe Online Magazin

© für die deutsche Ausgabe: Splitter Verlag

Die grafisch sehr realistische Aufbereitung durch Ponzio (siehe auch “Pelikan Protokoll”) hat mir dagegen wieder ausgesprochen gut gefallen. In seinen Illustrationen sehen die Figuren teilweise fast aus, als wäre der Plot zuvor verfilmt worden, und man hätte dann Einzelbilder der Szenen genommen und durch einen Comic-Effekt eines Grafikprogramms gejagt.

So reizt “Death Experience” (im französich-sprachigen Original „Expérience Mort“) mit einer durchaus spannenden Idee, versäumt es aber, in dieser ersten Halbzeit richtig zu fesseln.
Mit dem finalen zweiten Band (“Der himmlische Friedhof”) wird die Minireihe im Oktober 2015 abgeschlossen und das Schicksal von Matthew und seiner Begleiter-Crew geklärt werden. Und man hofft natürlich darauf, dass einem das Unbegreiflichste dann irgendwie erklärt werden wird.

Eine Vorschau mit den ersten paar Seiten findet ihr, wie immer, auf der Verlagsseite zum Buch bei Splitter.Viele weitere Comic-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

Death Experience 01 - Die Barke des Ra - Tribe Online Magazin
Death Experience 01: Die Barke des Ra
Denis Bajram, Valérie Mangin, Jean-Michel Ponzio
Hardcover, 48 Seiten
(Splitter)

Über den Autor des Beitrags

Gerald

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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