Deepwater Prison 03: Flucht

deepwater-prison-03-flucht-tribe-online-magazinIn den ersten beiden Bänden wurden die beteiligten Charaktere ausführlich gezeichnet, die brutale und trostlose Gefängsniswelt eindrücklich beschrieben und die Ausbruchspläne Stück für Stück weiterentwickelt. Mit der dritten Ausgabe schließen Autor Christophe Bec und Zeichner Stefano Raffaele den (bezogen auf die deutsche Ausgabe von Splitter) vor knapp zwei Jahren begonnenen Gefängnisausbruchs-/Öko-/Polit-Thriller ab. Wie sich — im Zweifel spätestens an Hand des Untertitels “Flucht” — unschwer erahnen lässt, folgt nun der Showdown des Ganzen, also die Umsetzung des geplanten “Prison Breaks”.

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© für die deutsche Ausgabe: Splitter Verlag

Die Umwelt-Politikerin Elaine Rosenberg ist weiterhin an Board des Tiefsee-Knasts, um die Ursachen der Havarie der Prometheus-Oil-Bohrinsel “Constellation” zu erforschen. Und damit geht sie Silverman, dem ihr zur Seite gestellten Vertreter des Öl-Imperiums ordentlich auf die Senkel. Vor allem weil Rosenberg Wind davon bekommen hat, dass Silverman ihr im Auftrag des Big Bosses Spinoy gefälschte Black-Box-Daten hat aushändigen lassen. Sie stellt Silverman zur Rede und fordert die Herausgabe der Original-Daten. Kein Wunder, dass Silverman danach nur noch einen Ausweg sieht: nämlich “die Regierungszicke kaltzumachen”. Ein Spitzel in den Reihen der Gefangenen soll dabei helfen.

Währenddessen sieht die Häftlingsgruppe um den Ex-Soldaten John Stewart in eben dieser “Regierungszicke” weiterhin den Fahrschein in die Freiheit. Stewarts Plan, der ihn wohl oder übel durch die quälende Einzelhaft im gefürchteten “Block” führt und zu dem auch die brutale Killer-Maschine “Terminator”, einer der übelsten Mitgefangenen, gehört, läuft an.

Keine Frage aber natürlich, dass in diesem unterseeischen Wirrwarr nichts wie am Schnürchen und kaum etwas wie erwartet verläuft. Und das gilt ausdrücklich für beide Seiten…

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© für die deutsche Ausgabe: Splitter Verlag

Viel mehr lässt sich zur Handlung nicht schreiben, ohne Einzelheiten zu verraten. Nur zwei Dinge seien noch gesagt:
Zum einen war ich davon ausgegangen, dass die Geschichte mit dem Erfolg oder dem Misserfolg des Ausbruchs endet. Stattdessen arbeitet Bec auf einigen Seiten aber auch noch die anschließende Zeit ab. Ein knappes Ende auf dem Höhepunkt der Story hätte mir persönlich wohl besser gefallen. Zum anderen sind die Serpentoiden, die Riesenschlangen, die mich anfangs sehr neugierig gemacht haben, leider bis zum Schluss eher eine Randerscheinung geblieben, deren Bedeutung auch nie geklärt wurde.

Das Buch ist etwas umfangreicher als die beiden Vorgänger: Ganze 16 Seiten gibt es mehr zu lesen. Die Beschreibung der Knast-Welt auf dem Meeresgrund des Autoren-Duos wirkt darin erneut ziemlich heftig, was vor allem auch an der einen oder anderen harten Szene liegt. Auch wenn Raffaele in seinen oft kalten und düsteren Bildern dem Leser nach wie vor die letzten Details der Brutalität dann doch erspart und man sich bis zu diesem dritten Band schon etwas an die gnadenlosen Lebensbedingungen im Deepwater Prison gewöhnen konnte, den beabsichtigen Schauder-Effekt verfehlen die beiden nicht!

Trotz der kleinen Kritik bietet “Deepwater Prison 03: Flucht” ein äußerst spannendes, klug inszeniertes und würdiges Finale.

Eine Leseprobe mit ein paar Seiten findet ihr auf der Seite zum Buch beim Splitter-Verlag.Viele weitere Comic-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

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Deepwater Prison 03: Flucht
Christophe Bec, Stefano Raffaele
Hardcover, 64 Seiten
(Splitter)

Über den Autor des Beitrags

Gerald

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Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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