Der Narwal

Der Narwal - Tribe Online MagazinDer Titel ließe eigentlich eine Geschichte um einen Zahnwal vermuten. Vielleicht die abenteuerliche Story über ein Team von Wissenschaftlern, das das Leben der Narwale erforscht. Aber, weit gefehlt…

Es geht um eine andere Art Narwal, nämlich den Franzosen Robert “Bob” Narwal, den wohl fähigsten Taucher auf dem Erdball und somit das beste Pferd im Stall bei “Bloodshift”. Das Unternehmen erledigt Tauch-Aufträge aller Art und wird zu Bobs Leidwesen von seinem eigenen Vater, dem Blümchen-Hemden und Pferdeschwanz tragenden Diktator Napoleon Narwal  geführt.
Ob es darum geht, wertvolle Dinge aus versunkenen Schiffen zu bergen oder mit Wasser gefüllte Höhlen zu erforschen… ob in der Arktis oder in der Wüste… in der Südsee oder der Kanalisation von Paris… Bob ist der beste für den Job! Ein von sich selbst überzeugter Draufgänger, der aber auch immer mal wieder den Kürzeren zieht.

In den zehn, meist nur ein paar Seiten langen, Kapiteln wird jeweils ein abgeschlossenes Abenteuer erzählt. Dabei sind die Aufträge eigentlich meist nur Nebensache, und nur ein kleiner Teil der Szenen spielen sich unter der Wasseroberfläche ab. Vielmehr geht es um Gaunereien, persönliche Tragödien, die Hintergründe somalischer Piraten, um mysteriöse Bekanntschaften mit Geistern oder um Mord und Totschlag.

Ich reiste zu einer Tauchmission in die Arktis und fand mich wieder in einer Partie Cluedo im SchneeRobert Narwal

Eine den einzelnen Kurzgeschichten übergeordnete Handlung gibt es nicht. Lediglich an einer Stelle gibt es eine Verbindung in Form eines Wiedersehens mit Figuren aus einem früheren Auftrag.

Der Narwal - Vorschau Seite 53 - Tribe Online Magazin

© Olivier Supiot, Boris Beuzelin und Carlsen Verlag

Der Narwal - Vorschau Seite 5 - Tribe Online Magazin

© Olivier Supiot, Boris Beuzelin und Carlsen Verlag

Die Überzeichnung des Draufgänger-Charakters Bob auf seinen kurzweiligen und spannenden Missionen macht einen eher spaßigen Eindruck. Die mal mehr mal weniger souveräne Art des Protagonisten und seine lockeren Sprüche helfen da ordentlich mit.
Und obwohl auch die von Boris Beuzelin geschaffene, karikaturistische Optik im Ligne Claire Stil einen rein lustigen Comic erwarten lassen: die Hintergründe und “Pointen” stimmen den Leser dagegen nicht selten nachdenklich.

“Der Narwal” ist ein toller Comic-Band, der nicht nur Tauchern wie mir gefallen dürfte, da die Taucherei eben nur für den Rahmen sorgt. Eine gelungene Mischung verschiedenster Themen und Stimmungen, in gekonnte Zeichnungen und eine kurze, auf den Punkt gebrachte Erzählweise gepackt.Viele weitere Comic-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

Der Narwal - Tribe Online Magazin
Der Narwal
Der Mann der Tiefe
Olivier Supiot, Boris Beuzelin
A4 Hardcover, 96 Seiten
(Carlsen)

Über den Autor des Beitrags

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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Über Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.[BR] Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.
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