Slayer: Repentless – Ohne Reue

Seit gut 30 Jahren gehört die kalifornische Band Slayer nun schon zur Spitze des Thrash-Metals — und schließlich zu den “Big Four” des Genres (neben Metallica, Anthrax und Megadeth). Ja, da darf man sich dann schon auch mal einen eigenen Comic gönnen. Allerdings entstand dieser nicht einfach aus dem Nichts, sondern als Zugabe zur “Repentless”-Video-Trilogie der Band.

Zwischen Herbst 2015 und Herbst 2016 veröffentlichten Slayer drei Splatter-Videos zu ihrem aktuellen, zwölften Studio-Album “Repentless” (2015): Den Beginn machte das Video zum Titelsong, in dem ein Häftling namens Wyatt, eine äußerst blutige Revolte anzettelt, bei der kaum jemand am Leben zu bleiben scheint. Dann erschien “You Against You”, das eine Woche vor der Gefängnisrevolte spielt und erzählt, wie Wyatt mehr oder weniger unschuldig ins Gefängnis kam. “Pride in Prejudice” setzt dann wiederum zwei Monate nach dem Knast-Massaker auf. Darin soll es Wyatt an den Kragen gehen. Er wird von Wärtern aus dem Gefängnis geholt und zu seinem Nazi-Bruder gebracht, wo es natürlich auch zum Blutbad kommt und u.a. seine “Mischlings”-Freundin Angel getötet wird.

© Cross Cult

Die Videos wurden von Regisseur BJ McDonnell (u.a. Slasher-Film “Hatchet III”) in Szene gesetzt. Wyatt wird von Jason Trost gespielt, der ebenfalls in “Hatchet III” gespielt hat. In einer der Nebenrollen ist außerdem das bekannte Verbrecher-Gesicht Danny Trejo (u.a. “From Dusk Till Dawn”) zu sehen.

Der Comic ergänzt die Videos zunächst um einige wichtige Hintergründe zur Geschichte. Anschließend wird hauptsächlich erzählt, wie Wyatt mit zahlreichen Freunden die Leiche von Angel nach Hause ins kleine Wüstenkaff Repentless bringen und dort bestatten will. Mit zu den hauptsächlich “bebiketen” Rocker-Freunden gehören u.a. auch Tom Araya (Gesang, Bass) Kerry King (Gitarre), Gary Holt (Gitarre) und Paul Bostaph (Schlagzeug) — also die aktuelle Slayer-Besetzung. Und natürlich kreuzt auch Adrian, der Nazi-Bruder, mit seinen Schergen in Repentless auf…

Wie die Videos ist auch das Buch in drei Kapitel aufgeteilt. Jedes davon macht jeweils mit den Lyrics zu einem der drei Songs auf. Die Zeichnungen von Vilanova setzen das Gemetzel insgesamt gelungen und in spannenden Seitenaufteilungen dynamisch in Szene. Besonders wichtig ist in dem Fall wohl auch, dass die bekannten Personalien, Jason Trost aus den Videos und natürlich die Bandmitglieder sehr gut wiedererkennbar dargestellt werden. Nur bei Danny Trejo ist das, finde ich, nicht ganz so gut gelungen.

© Cross Cult

Im Bonus-Teil des Buches finden sich noch Background-Infos, ein paar Fotos vom Videodreh und ein paar weitere vom Slayer-Besuch bei der Comic-Con in San Diego. Comic hin oder her — in diesem Fall hätte dem Bonus-Teil gerne noch mehr Bedeutung und mehr Platz beigemessen werden dürfen.
Eine Altersempfehlung nennt der Comic übrigens nicht, aber konsequenterweise ist der Splatter-Faktor an den der Videos angelehnt. Youtube verlangt übrigens nur für das letzte davon eine Altersbestätigung. Wer sonst auf Schlümpfe und das Marsupilami steht, wird hier, wie bei den Videos, aber natürlich große Augen machen.

“Slayer: Repentless – Ohne Reue” ist einer blutiger Road-Trip. Nicht sonderlich tiefschürfend, aber irgendwie doch wesentlich gehaltvoller, als ich mir das zugegebenermaßen erwartet hätte.
Allerdings ist das Buch tatsächlich als Ergänzung zu den Videos zu sehen, und nicht so sehr als ein eigenständiger Comic. Vor allem für Slayer-Freunde daher natürlich ein gutes Add-On, zumal sie ihre Helden (allerdings nur auf wenigen Seiten) hier mal die Instrumente beiseite legen und stattdessen beherzt mitkloppen sehen.

Eine Leseprobe mit ein paar Seiten findet ihr auf der Verlagsseite zum Buch.Viele weitere Comic-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

Slayer: Repentless – Ohne Reue
Jon Schnepp, Guiu Vilanova, Maurício Wallace
Hardcover, 96 Seiten
(Cross Cult)

Über den Autor des Beitrags

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.[BR] Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.
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