a-ha auf „Electric Summer“-Tour
22.07.2018 Musikklub Sick-Arena, Freiburg

Neben einigen anderen illustren Acts beachtlicher musikalischer Gewichtigkeit war auch das norwegische 80er-Pop-Trio a-ha für einen Open-Air-Auftritt in diesem Sommer in Freiburg angemeldet. Längst war die “Fürstenberg Festivalbühne” auf dem Messegelände installiert und mit großen Menschenmengen erfolgreich erprobt (Stichwort: Iron Maiden), als das Konzert im Rahmen der “Electric Summer”-Tour 2018 am vergangenen Sonntag schließlich stattfand.
Leider wurde der Auftritt aber schon geeinige Zeit im Voraus in die Sick-Arena verlegt, genauer gesagt in den Musikclub der Sick-Arena, also praktisch eine durch einen Trennvorhang verkleinerte Version der Messehalle. “Aus produktionstechnischen Gründen”, wie es in solchen Fällen gerne heißt – sprich: weil schlicht nicht genügend Karten für den Open-Air-Bereich verkauft wurden. Leider. Natürlich auch aus Sicht der Band, die, obwohl sie ihren Zenit schon ein paar Jahre überschritten hat, vermutlich anderes gewöhnt ist.

Den Anfang an diesem Abend machte jedenfalls der deutsche Sänger Alexander Knappe, der, zusammen mit einem Gitarristen, als Support seinen hauptsächlich gefühlvollen Pop und die Songs seines aktuellen Albums “Ohne Chaos keine Lieder” präsentierte. Zu dem was das Duett auf der Bühne selbst an Tönen produzierte, kam noch Piano und Bass aus der Konserve dazu – beispielsweise bei “Du”, dem wohl gefühlvollsten Song des Sets.
Eine halbe Stunde bekamen Knappe & Co. (dazu gesellte sich zu Ende noch Schauspieler und wohl auch Sänger Timur Bartels) Zeit, das Publikum für die Norweger ein bisschen auf Temperatur zu bekommen. Das gelang ihnen auch erstaunlich gut. Ganz offensichtlich kamen der Sänger und seine Lieder gut an, und er bewegte einen guten Teil der Menge schließlich sogar dazu, im Takt mit zu klatschen. Was sicher auch am dankbaren Publikum lag, das wie a-ha von der Jugend im letzten Jahrtausend erzählen kann und vermutlich einfach einen schönen Abend erleben wollte.

Galerie Alexander Knappe:

Eine weitere halbe Stunde Umbau später, kündigten dann die ersten Klänge die Pop-Veteranen auf der noch dunklen Bühne an. Kurz darauf waren alle neun (!) Musiker auf ihrem Platz: In der oberen Reihe über und vor einem zweigeteilten LED-Panel für das optische Sahnehäubchen fanden sich ein Schlagzeuger, ein Bassist, ein Keyboarder, zwei Violinistinnen und eine Cellistin ein, unten auf dem Bühnenboden schließlich das Kern-Trio: Magne Furuholmen (Keyboard), Morten Harket (Gesang) und Pål Waaktaar-Savoy (Gitarre). Mit “Cry Wolf” und sattem Sound startete die Zeitreise dann.
Morten, der Frontmann und gleichzeitig das bekannteste Gesicht der Band, bot mit einer Hand stets an der Hüfte — als wäre der Daumen in der Tasche der Jeans einhängt — eher wenig Bewegung und suchte auch nicht so sehr Kontakt zum Publikum. Dafür lieferte er gesanglich aber astrein ab. Den Job des Animateurs übernahm stattdessen hin und wieder Magne, der als Vorbereitung auch den einen oder anderen Satz auf Deutsch gelernt hatte: “Vielen Dank für die Einladung nach Freiburg, in die Schwarzwald-Metropole” war zum Beispiel so oder so ähnlich zu hören.

Nach der “MTV Unplugged”-Tour, auf der sich die Band noch Anfang des Jahres befand, sollte die aktuelle Tour wieder weniger akustisch und wieder mehr elektronisch sein. Das heißt aber nicht, dass die Songs bis zur Unkenntlichkeit aufgepeppt sein sollten. Das schon erwähnte Musiker-Aufgebot machte natürlich auch schnell klar, dass hier ein volles Arrangement und viele Seiten gezeigt werden würden. Hier und da war mal ein elektronischer Schnörkel mehr, genauso gab es aber auch akustische Momente mit den Streichern oder rockige Abschnitte von Pål und seiner E-Gitarre.

Das Set (komplette Setliste: siehe unten) bot schließlich so ziemlich jeden Hit – mit Ausnahme allerdings von “Touchy” und “You Are The One”. Auch “Summer Moved On” wurde nicht gespielt — obwohl er doch gut zum Tour-Titel gepasst hätte. Stimmungs-Highlights im Publikum konnte man bei “Stay On These Roads”, bei “Hunting High And Low” mit vom Publikum kraftvoll gesungenen Refrain und natürlich zum Abschluss des Hauptprogramms bei “The Sun Always Shines On TV” ausmachen. Den klaren Höhepunkt markierte aber erwartungsgemäß das zu allerletzt gespielte Stück “Take On Me”, das auch optisch überwältigend in Szene gesetzt war.

Fazit: Hätte das Konzert mit 10.000 Gästen im Freien stattgefunden, wäre das sicher noch einmal eine andere Hausnummer gewesen. Aber “hätte, hätte, Fahrradkette”! Wer das Geld investiert hatte, bekam eine optisch wie akustisch grandiose Show geboten. Richtig gut gespielt und gesungen und endlich mal wieder sauber abgemischt. Und dann waren da ja noch die großartigen Songs… aber wem sage ich das…

Galerie: a-ha

Setlist des Abends:
  1. Cry Wolf
  2. The Blood That Moves The Body
  3. Minor Earth Major Sky
  4. Lifelines
  5. The Weight Of The Wind
  6. Crying In The Rain
  7. Foot Of The Mountain
  8. Analogue
  9. Train Of Thought
  1. Stay On These Roads
  2. Sycamore Leaves
  3. Manhattan Skyline
  4. Hunting High And Low
  5. I’ve Been Losing You
  6. The Sun Always Shines On TV
  7. Zugabe: Scoundrel Days
  8. Zugabe: The Living Daylights
  9. Zugabe: Take On Me

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Gerald

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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