Konzertbericht/Fotos: Andreas Gabalier – Sick Arena Freiburg | 23.11.2018

Vergangenen Freitag beehrte der Volks-Rock N‘ Roller Andreas Gabalier die restlos ausverkaufte Sick-Arena in Freiburg. Trotz seiner vor kurzen zugefügten Eishockeyverletzung wurde die Show nicht abgesagt, und das Freiburger Publikum dankte es ihm. Wir waren live vor Ort und haben uns, von der für unser Magazin eher untypischen Musik, einen Einblick verschafft.

Die Crowd

An diesem Abend verwandelte sich die Sick-Arena in ein riesiges Festzelt. So hatten die meisten Besucher und Besucherinnen sich elegant in Lederhosen und Dirndl geworfen. Das Publikum selbst erstreckte sich von sehr jung bis hin zum reiferen Alter durchweg gemischt. Auch wenn man den Eindruck hatte, dass die Damen im Dirndl den Abend dominierten, so lag das vermutlich in erster Linie an der Dirndl-Modeschau.

Die Halle selbst war in zwei Bereiche aufgeteilt. So wurden sowohl Sitz-, wie auch Stehplätze angeboten. Der vordere Bereich wurde durch eine Art Empore in der Mitte aufgeteilt, so dass auch die Fans auf den Sitzplätzen ihren Star, der die gesamte Bühne ausnutze, aus nächster Nähe sehen konnten.

Bierzelt?

Wie anhand des Publikums zu erahnen, konnte man in erster Linie davon ausgehen, dass an diesem Abend sehr viel Bier über den Tresen ging. Das mag sicherlich sein, aber bei einem Preis von 5,50€ für einen Gerstensaft, entschieden sich doch die meisten Zuschauer für das Angebot unterschiedlichster „Hard-Alk“-Getränke (Gin, Coctails etc.). Manche kamen wohl etwas zu stark in den Genuss, wie man im Laufe des Konzerts merkte.

Ein Herz für Kinder

Kurz nach Beginn des Konzertes hielt Andreas Gabalier direkt eine Ansprache und bot seinen „kleinsten Fans“ an nicht in der Menge stehen zu müssen, sondern sich vor die Absperrung (also im Security-Graben) zu setzen, um von dort aus das Konzert genießen zu können. Eine sehr nette Geste, die keinesfalls selbstverständlich ist. Bei dem doch recht geringen Bewegungsfreiraum kann man hier nur DANKE sagen!

Die Show

Es ist kurz nach 20 Uhr, als auf der riesigen Leinwand ein Video abgespielt wird, eine kleine Zeitreise, die mit Elvis Presley beginnt. Dann werden die Beatles, Brian Adams, Michael Jackson eingeblendet. Irgendwo dazwischen sind Bilder Gabaliers als Baby und Kind und aus den frühen Anfängen seiner Musikerkarriere. Es folgt ein lauter Knall und das erste Feuerwerk wird abgebrannt, als der Sänger die Bühne betritt und mit „Verdampt lang her“ das Konzert eröffnet.

Nahtlos ging es in „I sing a Lied für di“ über. Spätestens jetzt gab es für das Publikum kein Halten mehr, und es wurde lauthals mitgesungen. Die ganze Halle verwandelte sich innerhalb von Minuten in eine einzige Partyzone, und auch die Frauenherzen dürften gleich einen Extraschlag bekommen haben, als Gabalier, auf dem weit ins Publikum reichenden Steg tänzelnd, Elvis’ Hüftschwung imitierte. „Servus, die Madln und griaß eich, die Buam!„, begrüßt er das Freiburger Publikum.

Während des gesamten Konzertes unterbricht Gabalier immer wieder seine Show, um zu erzählen, wie sehr er sich darüber freut, das fast alle Konzerte der Tour nahezu überall ausverkauft seien — und wie lange schon. Er erzählte, wieviele Konzerte es gab und wieviel noch folgen. Das war manchmal ein bisschen langatmig, da es sich immer wieder wiederholte.

Gabalier posiert, springt, tänzelt über die Bühne — trotz seiner Schulterverletzung, die mit Sicherheit sehr schmerzhaft ist — und gönnt sich nur gegen Ende des Konzertes eine kleine Pause, als er für ein paar Minuten die Bühne verlässt. Allerdings sorgte hier seine Band für die Überbrückung und es wurden Klassiker wie „TNT“ von AC/DC oder „Seven Nations Army“ von The White Stripes angespielt und so das Publikum unterhalten.

Natürlich durften Klassiker wie „Zuckerpuppen“, „Hulapalu“ oder aus dem aktuellen Album „HalliHallo“ nicht fehlen, bei denen die volle Energie frei gesetzt wurde. Die Bühne brannte förmlich, Pyros wurden gezündet und tausende Papierschlangen segelten ins Publikum. Damit wurde dann auch der Stimmungsgipfel erreicht, die Arena kochte, die Fans sagen lauthals „Oh wie ist das schön!„, während Gabalier am Ende des Laufstegs stand und einfach nur diese pure Emotion genoss!

Die  Songs ergeben eine abwechslungsreiche Mischung aus Stadionrock, Stimmungsmusik und Schlager mit einem überschaubaren Anteil volkstümlicher Musik. Gabalier ist einer der wenigen Musiker, der sich auf der Bühne nicht groß über die aktuelle Flüchtlingspolitik, rechtspopulistischen Trends etc. äußert. Vielleicht auch, weil ihm das bedingt durch seine Texte und Heimatverbundenheit schon des öfteren vorgeworfen wurde, stattdessen spielt er den Song „A Meinung ham“.

Neben seinem Geweih-Mikrofon greift er selbst zur Gitarre und zum Akkordeon. Begleitet wurde Gabalier von einer neunköpfigen Band. Hier fällt besonders die Cellistin Hayon Han auf, als sie zusammen mit Gabalier den gefühlvollen Song „Hinterm Horizont“ zum Besten gibt.  Die meisten Taschentücher dürften zum Ende der fast dreistündigen Show zum Einsatz gekommen sein, als Andreas Gabalier seinen Song „Amoi segß ma uns wieder“ singt – zur Erinnerung an seinen Vater und seiner kleinen Schwester.

Fazit

Anderas Gabalier kann man als „One-Man-Wiesn“ bezeichnen, ohne ihn dabei schlecht machen zu wollen.  Auf der Wiesn gibt es Fahrgeschäfte, Achterbahnen und Bierzelte. Bei einem Andreas Gabalier-Konzert gibt es persönliche, romantische und gefühlvolle Songs. Und es gibt die Songs, die es schaffen, die ausverkaufte Sick-Arena in eine riesige Partyzone zu verwandeln.

 

Text: Jasmin Seidel & Adrian Sailer | Fotos: Adrian Sailer

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