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Bukahara | Zelt Musik Festival Freiburg 28.07.2022

Bukahara spielten bereits 2019 im Spiegelzelt beim ZMF, und Festivalgründer Alex Heisler gibt sich stolz, diese Band nun im nahezu ausverkauften Großen Zelt des ZMF erneut präsentieren zu dürfen. Das Konzert war ein Nachholtermin vom Juli 2020, nachdem damals aufgrund Corona die ganze Tournee zum Opfer fiel.

Die Bandmitglieder lernten sich im Rahmen eines gemeinsamen Jazzstudiums in Köln kennen, ehe sie 2009 die Band Bukahara als Trio gründeten. Angefangen hat alles mit viel Straßenmusik, bevor 2013 das Debütalbum erschien. Nachdem Max von Einem (Posaune, Tuba, Percussion, Vocals) zur Band gestoßen war, folgte 2015 das Album „Strange Delight“, auf deren zugehörigen Tournee sie bereits durch ganz Europa unterwegs waren.
Die anhaltende Erfolgswelle begründet sich in der genialen Mischung aus Gypsy-Jazz, Akustik-Pop, Balkan-Sound, und (arabischem) Ethno-Folk, die Musik ist dabei extrem funky, absolut angesagt und geht direkt in die Beine. Die Songs sind teils sehr traditionell – vor allem bei orientalischen Rhythmen – wie etwa bei „Ktir“ und teils sehr modern arrangiert wie etwa „Happy“ oder „Grotta Delle Ninfe“. Genau diese Mischung macht den Reiz von Bukahara aus, der vor allem live überzeugt und keine Langeweile aufkommen lässt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Songtexte mal englisch, mal deutsch, mal arabisch sind.

Tragendes Element in diesem Gemenge ist die dunkle, warme, manchmal auch raue Stimme von Soufian Zoghlami (Schlagzeug, Gitarre, Vocals). Ahmed Eid (Kontrabass, Percussion, Gitarre, Vocals) – der mit 18 Jahren aus Syrien kam, um Kontrabass zu studieren – übernimmt vor allem bei den Songs mit arabischen Lyrics den Leadgesang. Daniel Avi Schneider (Geige, Mandoline, Vocals) vervollständigt das Quartett. Überhaupt präsentieren sich Bukahara als Multiinstrumentalisten, was für studierte Musiker vielleicht nicht überraschend ist, aber dennoch live beeindruckt. Auffallend, dass es eigentlich keinen wirklichen Frontmann gibt und alle vier Musiker gleichwertig agieren, auch optisch, da das Schlagzeugpodest ganz ungewohnt vorne am Bühnenrand steht! Ebenfalls auffallend, wie tight Bukahara spielen und dabei eine Dynamik entwickeln, die durch raffinierte Arrangements das Publikum immer wieder bis zur Ekstase treiben.

Die Corona-Zwangspause nutzten Bukahara zum Songwriting und stellen auch gleich zwei Songs aus dem Zeitraum im aktuellen Programm vor: „Wir sind gerade im Studio aktiv und wollen mal die unveröffentlichten Songs live ausprobieren, um zu sehen, was wir noch verbessern können…“ – diese Art kommt beim Publikum gut an!
Generell hört man die harte Schule als Straßenmusiker und die Erfahrung daraus, denn im Grunde wissen Bukahara genau was zu tun ist, und wirklich jeder Song zündet, und das Publikum geht ab dem ersten Song des Abends komplett mit – „Eyes Wide Shut“ ist nur ein Songbeispiel wie Bukahara es schaffen, ein ausverkauftes Zelt zum Tanzen und Schwitzen zu bringen…
Auf die Frage von Zoghlami wer denn zum ersten Mal bei einem Bukahara-Konzert sei, streckt eine deutliche Mehrheit die Hände – es wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein!

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Über den Autor des Beitrags

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Tilo Fierravanti

Schlagzeuger mit zwei eigenen Bands, ist in vielen Musikrichtungen zuhause, vor allem aber in Sachen musikalischer Nachwuchsförderung im Raum Freiburg unterwegs und immer wieder auch in Jurys tätig (u.a. Play Live / Rampe).

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