Burning Spear / 15.07.2026 ZMF Freiburg
Wenn Jugendidole alt werden…
Burning Spear gehört zu den Roots-Reggae-Musikern und konnte als Zeitgenosse der Ikone Bob Marley durchaus eine eigene Größe im Reggae erreichen.
So war die kreative Schaffensphase von Burning Spear entsprechend auch von 1973 (Burning Spear) bis Ende der 90iger Jahre. Für seine letzte Veröffentlichung aus dem Jahr 2008 „Jah Is Real“ erhielt er 2009 sogar einen Grammy.
So weit so gut – Schnitt – 15. Juli 2026 im neu getauften Haufe-Zelt des ZMF: Burning Spear kommt mit einer neunköpfigen Band, aber – Achtung Spoiler-Alarm – ein Reggae-Feuerwerk bleibt aus. Burning Spear vergibt die Chance mit etwas Entertainment gemeinsam mit dem Publikum eine Party zu feiern.
Im Gegenteil: Stoisch, mit leicht nach unten gesenktem Blick wird ein Song nach dem anderen performt ganz ohne Ansagen oder sonstige Ambitionen mit dem Publikum in Kontakt zu treten.
Okay, auch Musiker werden älter und man ist als Konsument ja durchaus geneigt, diesen Umstand zu akzeptieren, dass hier und da Abstriche gemacht werden müssen. Bei diesem Konzert ist es aber schon krass zu erleben, dass der Frontman den Erwartungen in keiner Weise gerecht wird, die Band aber komplett untergeordnet bleibt, optisch (weitestgehend unbeleuchtet) und musikalisch.
Fast ausnahmslos in jedem Song kommt eine Stelle an der Winston Rodney alias Burning Spear an die Congas steht und zum klassischen Reggae-Groove improvisiert und das leider auch nicht wirklich abwechslungsreich geschweige denn virtuos.
Einige Songs enden auch mit der Conga Einlage, wobei Rodney meistens den Schlussakkord versemmelt und noch 1-2 Schläge weitertrommelt. Aber egal, er ist ja der Frontman und primär Sänger… sollte man meinen, oder doch nicht?
Der kaum verständliche und daher genuschelte Sprechgesang kommt meist sehr monoton daher – kaum Dynamik und keine stimmliche Animation, gerade live das Publikum zu pushen.
So ist es dann doch verwunderlich, dass die Band zwei Gitarristen, aber keine Backingvocals hat, die eventuell für Kompensation und mehr Dynamik hätten sorgen können.
So groovt das Konzert im nur halbvollen Zelt doch weitestgehend am eigentlich tanzwilligen Publikum vorbei und echte, übergreifende Stimmung kommt wirklich nur selten, an einer Hand abzählbar, auf.
Zu wenig für ein Konzert dieser Kategorie. Mit 78 Jahren ist Winston Rodney natürlich kein junger Wilder mehr, aber ein etwas anderes Konzertkonzept, was nicht so auf die Person von Winston Rodney zugeschnitten ist, hätte dem Ganzen gut getan.
Der eigentlich guten Band mehr musikalische Freiheiten gewähren, mit Unterstützung von Backingvocals mehr Abwechslung und Dynamik erzeugen – und vor allem aber mit einem Frontman, dem es zumindest ab und zu gelingt eine Verbindung zum Publikum herzustellen, vielleicht auch mit der ein oder anderen Anekdote zwischen den Songs, die man auch als gealterter Musiker gut hätte bringen können.
Letztendlich ein Konzert was hinter den Erwartungen zurückbleibt – und wenn man versucht die Stimmung auf der Bühne zu interpretieren könnte man fast unterstellen, dass die Band um diesen Umstand weiß und vielleicht auch ganz gerne im Dunkeln bleibt.











