Element of Crime (Support: Isolation Berlin)
23.07.2016 ZMF, Freiburg

Als Element of Crime 1992 als Vorgruppe bei Herbert Grönemeyers „Luxus“-Tour auftreten durfte, war es Herbert Grönemeyer selbst, der die junge Nachwuchsband auf der Bühne wohlwollend ankündigte und beim Publikum für Aufmerksamkeit für die Band um Sven Regener warb. Knapp 25 Jahre später macht es Sven Regener dem gleich und kündigt „Isolation Berlin“ als Vorband für den Auftritt von Element of Crime beim Freiburger Zelt-Musik-Festival an und drückt seine Wertschätzung für die Band mehrfach aus.

Und Isolation Berlin hält, was Sven Regener verspricht. Isolation Berlin gibt einen energiegeladenen Einblick in das aktuelle Album „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ und trifft dabei auf ein aufmerksames und wohlwollendes Publikum. Schließt man die Augen, erinnert der Gesang von Tobias Bomborschke verblüffend an den intensiven und oft klagend wirkenden Gesang von Rio Reiser.

Intensiv ist dann auch der Auftritt von Element of Crime, der sich nach einer kurzen Umbaupause anschließt. Element of Crime eröffnen ihr Konzert mit dem Lied „Wenn der Morgen graut“ vom Album „die schönen Rosen“ aus dem Jahr 1996. Es folgt in den nächsten zwei Stunden eine bunte Mischung aus aktuellen Liedern der letzten beiden Alben („Lieblingsfarben und Tiere“, und „Immer da wo du bist bin ich nie“) und Songs aus der frühen deutschsprachigen Phase der Band.
Dabei wird v.a. das herausragende Album „Weißes Papier“ aus dem Jahr 1993 mit gleich 4 Songs berücksichtigt („Weißes Papier“, „Mehr als sie erlaubt“, „Alten Resten eine Chance“, “Draußen hinterm Fenster“). Diese Lieder und die Songs des Albums „Damals hinterm Mond“ („Elbe 1“ und „Rein gar nichts“), mit dem die Band 1992 ihren Wandel von englischen Texten hin zu deutschsprachiger Musik vollzog, sind die, die beim Freiburger Publikum am besten ankommen und am meisten Resonanz hervorrufen. Man kann davon ausgehen, dass viele Konzertbesucher die Band durch diese Lieder kennenlernten und sich nun besonders über diese Lieder freuen.
Doch auch die neueren Lieder, die sich thematisch ebenso mit der Sehnsucht nach Liebe und einem erfüllten Leben handeln, fügen sich gut in die Liedauswahl des Abends ein. Besonderer Höhepunkt ist die Coverversion von Serge Gainsbourgs „Akkordeon“, das bereits Alexandra Ende der 60er-Jahre interpretierte und nun im Zirkuszelt besonders großen Applaus erhält.

Der Erfolg von Element of Crime liegt sicherlich in der Kunst, Lieder zu schreiben und darzubieten, wie es sonst im deutschsprachigen Raum niemand kann. Im Zentrum steht dabei Sänger und Texter Sven Regener, der sich in Freiburg ungewohnt redselig und gut gelaunt gibt. Die Kraft und die Intensität, mit der Regener seine Lieder präsentiert ist mitreißend. Seine Stimme ist mit den Jahren rauer und ungeschliffener geworden und passt so perfekt zur Musik und den Texten. Mal steht Regener fast in Joe Cocker-Manier am Mikofon, mal presst er aus der Trompete schneidende Töne und dann wiederum wirft er den Kopf seitlich nach vorne, wenn er in die Gitarrensaiten greift. Die übrigen Bandmitglieder bleiben dabei eher im Hintergrund, sind für den gewohnten Sound von Element of Crime aber nicht weniger bedeutsam.

Nach zwei Stunden mit Element of Crime verabschiedet Sven Regener das Publikum mit guten Wünschen nach Hause. Und sowohl Regener, der das ZMF als das schönstes Zeltfestival lobt, als auch das Freiburger Publikum hoffen wohl auf ein baldiges Wiedersehen.

Fotos: Gerald Backmeister

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