Festivalbericht: Baden in Blut 2025 – 20 Jahre unabhängiger Wahnsinn!
Das Baden in Blut feierte in diesem Jahr sein 20. Jubiläum. Organisiert von den Metal Maniacs Markgräflerland e.V. ist das Festival seit seiner ersten Ausgabe fester Bestandteil der Süddeutschen Festival-Kultur und zieht mittlerweile auch Publikum aus dem Europäischen Umland.
Wie so oft begann es als Spaß-Projekt ein paar Freunde und wuchs nach seinem Umzug von Lörrach nach, Weil am Rhein auf mittlerweile knapp 2500 Gäste pro Tag. Im diesjährigen Jubiläumsjahr gabs sogar noch einen solchen Extra. Der Donnerstag wurde mit 888 verkäuflichen Tickets etwas kleiner angesetzt. So hatte die im Hinter- und Vordergrund tätige Crew ausreichend Möglichkeit mitzufeiern.
Donnerstag
Destination Hell
Die Bühne eröffneten DESTINATION HELL. Eigentlich schon aufgelöst haben sich die Lokalhelden für diese Show nochmal zusammengefunden. Denn schon vor 20 Jahren waren sie die erste Band, welche die Baden im Blut Bühne bespielte. Der deftige Death-Metal kommt beim schon fast vollzählig anwesenden Publikum gut an, und auch die gut erkennbaren Crew-Mitglieder haben sichtlich Spaß. Nach der Show gib es noch ein paar fliegende Tonträger, welche dankend gefangen werden. Die Reste aus dem Proberaum müssen schließlich mal weg, witzelt der Sänger noch zu Abschied.
Fallen Yggdrasil
Weiter geht es mit den Death Metallern von FALLEN YGGDRASIL. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters, wie sie selber zugeben, gibt die Truppe immer noch Vollgas und spielt in einem atemberaubenden Tempo. Erste Moshpits bilden sich, und sowohl Band als auch Publikum bangt mit allen noch vorhandenen Haaren. Auch die Tübinger waren bei der ersten Baden in Blut Ausgabe dabei und haben sich nach 15 Jahren Trennung erneut zum Spielen getroffen. Dass die Festival Organisatoren diese beiden Bands au die Bühne bekommen haben, ist ein genialer wie auch absolut passender Kraftakt gewesen.
Bitterness
Zu BITTERNESS ziehen ein paar willkommene Wolken über dem Festivalgelände im Dreiländer-Garten auf. Die Sonne heizt den Gästen schon ordentlich ein, aber die Getränkeversorgung ist wie immer zügig und preiswert. Da ist es fast schon schade, dass die Schwarzwälder ein paar Minuten vor ihrem geplanten Start beginnen. Man sieht einige Fans von den Bierständen zurück in die ersten Reihen sprinten, denn der saftige Trash-Metal ist leidlichen Black-Metal Elementen garniert, lädt zur rhythmischen Bewegung ein. Der Flüssigkeitsverlust muss natürlich durch ein erneutes Hopfengetränk wieder ausgeglichen werden. Das Trio heizt dem Infield ordentlich ein und bekommt die verdiente Rückmeldung. Da ist es auch vollkommen okay, dass nochmal ein Song eingeschoben wird und die Umbauzeit damit etwas verkürzt wird.
Hellripper
Die Bühnencrew weiß jedoch genau was sie tut und somit stehen HELLRIPPER pünktlich auf eben jener. Ehemals als Solo-Projekt von Gitarristen und Sänger James McBain gegründet ist der Schotte nun mit einer festen Band unterwegs. Ihr Death-and-Roll sorgt vom ersten Riff an für gute Laune und bewegte Körper. Sowohl auf als auch vor der Bühne werden sportliche Höchstleistungen geboten. Das Quartett versprüht eine unvergleichliche Energie und sorgt dafür, dass wirklich niemand mehr sitzt. Circle Pits gehen nahtlos in Mosh-Pits über, ein aufblasbares Krokodil geht regelmäßig Crowdsurfen. Als die letzten zwei Minuten Showtime vom Frontmann grinsend mit: „Das reicht für einen Song!“ kommentiert werden, haben sich die Jungs endgültig in die Herzen der Zuschauer gespielt.
Harakiri for the sky
Verschnaufpausen gibt es für ebenjene recht wenig, denn die Baden im Blut Crew stellt die Bühne erneut in Rekordzeit um. HARAKIRI FOR THE SKY sind als Headliner für den Abend gebucht und wissen das auch. Sänger J.J. zeigt seine Attitüde der leidenden Gleichgültigkeit und scheint entweder selbst das Harakiri herbeizusehnen oder übt sich in Fesselspielchen mit seinem Mikrofonkabel. Das alles ist natürlich teil der Show, welche die Österreicher voller Überzeugung abziehen und die auch auf dem Verschwitzen Infield viel Anklang findet. Permanent sind die Fäuste und Pommes Gabeln oben, wer kann grölt aus voller Kehle mit, und die die gerade kein Bier in der Hand haben, klatschen im Takt. Während einem ausschweifenden Instrumentalpart, teilt sich die Band noch gemeinschaftlich eine Kippe. Der Jubel zum Abschied ist mehr als verdient, denn auch HARAKIRI FOR THE SKY tragen massiv zu dem extrem runden Tagesprogramm bei.
Non est deus
Als die Sonne sich endgültig verzogen hat, flammen einige Feuer auf der Bühne auf. Die Bamberger von NON EST DEUS erleuchten die Bühne nur spärlich, als sie mit ihren Mönchsroben die Bühne betreten. Passend zur wörtlichen Übersetzung ihres Bandnamens singt der maskierte Frontmann aus einer brennenden Bibel und legt damit direkt die Richtung der Show fest. Düsterer, atmosphärischer Black-Metal mit mitreißenden Melodien ziehen die Zuschauer in ihren Bann. Niemand hat die Intention den Abend vor dem letzten Ton enden zu lassen. Auch wenn die Sonne nun nicht mehr auf das Infield brennt, wird es dort nicht kalt. NON EST DEUS hat noch ein paar Flammenwerfer mitgebracht und heizt damit nach. Wer seinen Flüssigkeitshaushalt nicht mehr an den Getränkeständen regulieren möchte, kann sich in den Weihwasserregen stellen, welcher von der Bühne aus verteilt wird. Mit den letzten angeschlagenen Seiten und lautem Jubel endet der Zusatztag des Baden in Blut 2025.
Freitag
Words of Farewell
Der Vormittag war schon geprägt von strahlendem Sonnenschein und somit lag auch schon der kühlende Wasserschlauch bereit, als WORDS OF FAREWELL als erste an diesem Tag die Bretter der Bühne betreten. Das Sextett aus NRW weiß dem schon gut gefüllten Infield ordentlich einzuheizen. Frontmann Alex singt den Temperaturen angepasst oberkörperfrei und macht damit das Publikum entweder neidisch oder narrisch. Die rohe Energie gepaart mit dem melodischen Death Metal der Jungs aus NRW, kommt gut an. Überall herrscht viel Bewegung und nach einer halben Stunde kollektiven Schwitzens wird die Band mit ordentlich Applaus zu Forderungen nach einer Zugabe verabschiedet.
In der Umbaupause lohnt sich eigentlich immer ein Gang zum Merch-Zelt des Baden in Blut, denn dieses ist immer mit reichlich Varianten für jeden Geschmack gefüllt. Besucher der 2023er Ausgabe des Festivals erinnern sich vielleicht noch an die Midgard-Schlange welches sich in dem Jahr am Einlass und den Kassen gebildet hatte. Ein geändertes Konzept und mehr Kassen sorgen an der Stelle nun für einen reibungslosen Ablauf. Doch die Schlange ist weitergezogen und bildet sich den ganzen Tag über als Merchgard-Schlage vor eben jenem Zelt. Ein stetiger Strom von Kaufwilligen zeigt, dass die Crew der Metal Maniacs Markgräflerland e.V. auch an dieser Stelle viel richtig macht. Von ihrer Seite erfahren wir auch, dass der Zelteingang erst abends um halb 11 wieder ohne sichtbare Rudelbildung vorzufinden war.
Venues
Nun aber zur nächsten Band auf der Bühne. VENUES starten mit etwas weniger Gästen im Infield, denn die Sonne brennt unerbittlich vom Himmel und die Schattenplätze unter den aufgestellten Zelten sind begehrt. Leider ist die Band mittlerweile etwas dezimiert und steht in der Live-Formation nur noch zu viert auf der Bühne. Neben den beiden Sänger/innen Lale und Robin arbeiten Valentin an der Gitarre und Dennis an den Drums, hart um Sound zu produzieren. Der ausführliche Rest kommt leider vom Band. So fallen auch leichte stimmliche Schwächen von Robin im Clean-Gesang etwas mehr auf. Spaß haben alle beteiligten trotzdem, vor allem letztgenannter, denn Robin wuchs in Weil am Rhein auf und genießt daher sein Heimspiel.
Auch im Publikum steigt die Stimmung unter der willkommenen Abkühlung aus dem Wasserschlauch. Kurz vor Ende springt Lela dann noch ins Publikum und genießt den Circle Pit um sie herum sichtlich.
Istapp
Eine weitere Abkühlung bringen ISTAPP auf die Bühne. Die schwedischen Frost-Metaller spielen in der heißesten Zeit des Baden in Blut 2025. Leider leert sich das Infield gerade noch ein wenig. Scheinbar ist das Publikum noch nicht bereit für den melodischen Black Metal, auch wenn sich die Band alle Mühe gibt. Nur ein paar hartgesottene bleiben in der ersten Reihe stehen, hoffen sie wohl, dass ein bisschen Kälte von den Eiszapfen überspringt. Die knapp 50 Minuten Set sind kurzweilig, aber ein Slot später in der Nacht hätte wohl besser zu Band und Wetter gepasst.
Iotunn
Randvoll wird es bei IOTUNN. Die Dänen haben sich schon lange aus der Geheimtipp-Ecke herausgespielt und haben mit dem Slot am frühen Abend eine perfekte Grundlage bekommen. Die Sonne senkt sich schon ein bisschen über dem Dreiländergarten und taucht das Gelände in passendes Licht. Der melancholische Progressive-Death-Metal trifft genau den Geschmack des Baden in Blut Publikums. An der Stelle soll auch erwähnt werden, dass durch die Bank alle Bands gut bis exzellent abgemischt sind. Die Crew an den Pulten sorgt für audiophilen und visuellen Hochgenuss. Auch Iotunn klingt wunderbar voll und satt, alle Instrumente sind sauber differenziert und klar gemischt.
So wundert es wirklich niemand, dass die 60 Minuten Set wie im Flug vergehen. Emotionale Achterbahnen, fliegende Kopf, und Kinnhaare (sofern vorhanden) und vereinzelte Mosh-Pits legen die Stimmungsmesslatte des Abends schon ordentlich hoch.
Tribulation
Als nächstes nehmen TRIBULATION aus Schweden die Bühne und das Publikum ein. Sehr grooviger Death Metal zieht über das Infield und die Attitüde der Musiker passt sehr gut dazu. Cool und scheinbar unbeeindruckt zocken die vier einen Song nach dem anderen. Dem Publikum gefällts, auch wenn die Musik eher zum Nicken als zum Moshen verleitet.
Nach einer knappen halben Stunde gibt es kurze Soundprobleme, die aber schnell von der Crew in den Griff bekommen werden. Teilweise extrem technisch, jedoch immer melodisch vergeht das einstündige Set sehr schnell und lässt begeisterte Zuschauer zurück. Der Jubel zum Abschied zündet auch bei der Band, denn nun lassen auch sie ein glückliches Grinsen aufblitzen.
Soulfly
Der Headliner des Baden in Blut freitags ist niemand geringeres als die legendären SOULFLY. Wie auch immer die Metal Maniacs Markgräflerland e.V. es geschafft haben Max Cavalera und seine Band auf dieses kleine Fleckchen Wiese im Dreiländereck zu bekommen, die Zugkraft von Soulfly ist gewaltig. Der Biergarten verkommt zu einer Geisterstadt denn wirklich jeder mit einem Ticket ist nun vor der Bühne. Max hat das Baden im Blut von der ersten Sekunde an fest im Griff und spielt mit dem Publikum wie mit einer Handpuppe.
Eine unfassbare Energie überträgt sich von der Bühne in die Menge. Überall wird gesungen, gemosht oder der Boden durch exzessives Springen verdichtet. Nach der Show würde er einen wunderbaren Kranplatz abgeben.
Gitarrist Mike DeLeon springt wie Flummi über die Bühne, Maxs Sohn Zyon drischt auf sein Schlagwerk ein und Bassist Mike Leon zupft mit der Basser-typischen Gelassenheit an seinen Seiten. Soulfly beweisen in den 80 Minuten Set, warum sie den Legendstatus zurecht innehaben. Kein langes Gelaber, keine überlangen Intros oder Pausen. Einfach nur Vollgas. Ein würdiger Headliner, der Gäste und Veranstalter gleichermaßen erschöpft zurücklässt.
The Halo Effect
Doch wer glaubt das wars für den Freitag, der hat die Rechnung ohne das wahnsinnig engagierte Orga-Team gemacht. Die zaubern nämlich noch mal eben THE HALO EFFECT aus dem Hut. Gerade einmal zwei Alben hat die Göteborger Supergroup rausgebracht, aber gerade Frontmann Mikael Stanne hat ja auch mit seinen anderen Projekten noch gut zu tun. Vor der Bühne ist es ein klein wenig leerer geworden, die Hitze und Soulfly scheinen einigen Gästen den Rest gegeben haben. Oder es war die hopfenhaltige Flüssigkeitszufuhr.
THE HALO EFFECT lassen sich davon aber nicht verunsichern. Es sind immer noch mehr als genug Gäste vor der Bühne, welche die Band feiern und fast jeden Song mitsingen. Die Show-Technik gibt auch nochmal alles und fährt die Flammenwerfer auf Volllast. Nach einem energiegeladenen Set haben Band und Publikum immer noch Kraft für eine kleine Zugabe. Am Ende dieser können alle beteiligten nicht fassen, was das für ein Tag war. Glücklich und erschöpft treten die Gäste den Heimweg an, oder lassen sich in ihre Camper fallen.
Samstag
Einen Tag hat das Baden im Blut noch zu bieten und der startet etwas bewölkt. Nach der Hitzeschlacht vom Vortag ist dies durchaus willkommen, und sorgt dafür, dass sich auch an diesem Tag zur Tor-Öffnung schon eine Schlange bildet.
Black Diamonds
Die erste Band des Tages sind die Schweizer von BLACK DIAMONDS. Das Quartett lässt den Hair-Metal wieder aufleben und witzeln selbst darüber die Warm-Up-Show des Samstags zu spielen. Die Gute-Laune Musik kommt gut an, auch wenn noch nicht viel im Infield los ist. Für die anwesenden gibt es tanzbare Mucke und ausreichend Gelegenheit die Bierbecher zu heben. Ein guter Start in den Tag, bevor es wieder richtig Action gibt.
Oceans
Die kommt von OCEANS, welche mit aller Gewalt gegen die Wolken und die ersten Tropfen anspielen. Die Deutsch-Österreichische Band wandelt zwischen Metalcore und modernem Death-Metal. Die Mischung gefällt und die eingängigen Texte werden schnell mitgesungen. Das fällt auch dem Frontmann auf, welcher dies mit einem grinsenden „Ihr lernt aber schnell!“ kommentiert. Das knapp halb volle Infield feiert ordentlich und genießt die 40 Minuten vom regulären Set. Die 5 Minuten, welcher der Band noch bleiben, werden spontan gefüllt. Eine solide Leistung der noch jungen Gruppe, welche in den nächsten Jahren sicherlich noch weiter zu beobachten ist.
Heretoir
Einen harten Kontrast gibt es im Anschluss von HERETOIR. Ihr Breitband Post-Black-Metal mit stark melodischem Einschlag aus drei Gitarren, drückt einen erstmal ein paar Meter von der Bühne weg. Die Augsburger schaffen es auch mit Hilfe der sehr minimalistischen Vocals, eine sehr dichte Atmosphäre zu erzeugen. Auch eine andere Atmosphäre wird dichter. Mitten im Set öffnen die Wolken ihre Schleusen und der erwartete Regen beginnt. Doch statt Fluchtbewegungen vor der Bühne, zeigt sich das Publikum vorbereitet und zieht sich schnell die Ponchos über. Kaum jemand verlässt das Infield, was auch die Band nochmal anspornt. Sänger und Gitarrist David bedankt sich von ganzen Herzen beim Publikum für den Support. Heretoir überzeugen auf ganzer Linie und sind für mich eine der Überraschungen des diesjährigen Baden in Blut.
Angelus Apartida
Es regnet immer noch als ANGELUS APARTIDA aus Spanien die Bühne betreten. Roher Thrash-Metal lässt die Wolken schnell fliehen und lockt die Sonne wieder hervor. Manchmal etwas eintönig aber immer kraftvoll, bringt das Quartett das Infield wieder zum Beben und in Bewegung. Zusammen mit den Regenponchos verschwindet auch die Zurückhaltung beim Publikum. Circle- und Moshpits tun sich auf, doch das ist nur der Warm-Up für das, was später am Tag noch folgen wird.
Borknagar
BORKNAGAR lässt es nochmal düster werden und präsentiert feinen norwegischen Black-Metal. Seit 30 Jahren spielen die fünf sich immer weiter nach oben und wandeln dabei immer weiter ihren Stil. Angefangen mit klassischen Black-Metal kam mit dem Clean-Gesang von Simen auch eine deutlich progressivere Ausrichtung mit rein. Das zeigt sich auch im Einstündigen Set, welches dem gut gefüllten Infield präsentiert wird. Mehr Musik zum Hören als für große Action. Doch die sollte nun folgen.
Any Given Day
Zum ersten Mal geben sich ANY GIVEN DAY die Ehre das Baden in Blut in Bewegung zu setzen. Die Gelsenkirchener sind seit Jahren eine feste Bank in der Metalcore Szene und absolute Experten darin, ihre Energie auf das Publikum zu übertragen. In den gerade einmal 13 Jahren seit Gründung hat das Quintett eine ganze Reihe an Hits geschrieben, welche sie alle in ein knapp eine Stunde kurzes Set gequetscht haben. Kurz nach dem Start bildet sich schon eine Wall of Death bis zum Mischpult, Moshpits welche die Hälfte des Infields umfassen und Circle Pits von der Größe eines ausgewachsenen Kreisverkehrs.
Die Action muss schon wieder mit dem Schlauch gekühlt werden, denn jetzt scheint die Sonne wieder mit voller Kraft und heizt zusätzlich mit ein. Zum krönenden Abschluss ruft Frontmann Dennis Diehl noch alle Frauen dazu auf, bei „Saviour“ Crowd-Surfen zu gehen. Dem wird fleißig Folge geleistet und somit kommt zum ersten Mal auf dem Festival auch die Security ins Schwitzen. Selbst die Band ist überwältigt von der Resonanz, die ihnen entgegengebracht wird und verabschiedet sich euphorisch und dankbar von der Bühne.
65 Minuten voller Wahnsinn, Energie und Action, die eine eigene Galerie verdienen. Deswegen hier für euch, eine Runde pure ANY GIVEN DAY Action!
Rotting Christ
Das Publikum ist immer noch aufgepeitscht als ROTTING CHRIST als nächstes die Bühnenbretter des Baden in Blut betreten. Eigentlich ist es noch ein bisschen früh für den Black-Metal der Griechen, denn am wohlsten fühlen sie sich eigentlich bei vollkommener Dunkelheit. Doch als einer der beiden Headliner des Samstags muss es halt etwas früher losgehen. Die Griechen spielen ein Best-Of ihrer fast 40-jährigen Karriere und treffen damit genau den Geschmack der Gäste. Diese sind immer noch nicht müde und bilden immer wieder neue Mosh-Pits. Kleiner zwar als bei ihren Vorgängern, aber immer noch findet ein gigantischer Energietransport zwischen Bühne und Rasenfläche statt.
Auch die Band spürt diese besondere Atmosphäre und schafft es die Zuschauer weiter aufzupeitschen. Überall wird gesprungen und die Pommes Gabeln gereckt. Als ROTTING CHRIST sich mit „The Raven“ von der Bühne verabschieden, schwebt schon fast eine leichte Melancholie über das Festivalgelände.
Hypocrisy
Das das Baden in Blut wäre nicht das Baden in Blut, wenn die Macher nicht noch ein Highlight auf Lager hätten. Peter Tägtgren führt seine Band HYPOCRISY an, welche schon lange auf der Wunschliste der Metal Maniacs Markgräflerland e.V. standen. Zum Abschluss der dreitägigen Ausgabe zum 20. Jubiläum brennen die Schweden nochmal alles nieder. Fast könnte man meinen, die Bühne soll im Anschluss nur noch zusammengekehrt werden, so oft werden die Flammenwerfer angeworfen. Vielleicht möchten die Techniker aber auch nur eine Wohlfühlatmosphäre für die Band schaffen. Zwei der Musiker sind leider Fieber geplagt und so musste das Set ein wenig umgestellt werden.
Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch und auch der zu Beginn etwas breiige Sound wird schnell sauber eingepegelt. Das Infield ist bis zur letzten Minute bis zum Bersten gefüllt. HYPOCRISY sind ein erneuter Beweis, wie stimmig das diesjährige Line-Up zusammengestellt wurde.
Fazit
Der Abend endet traditionell mit einer Verabschiedung der gesamten Crew. Die Metal Maniacs Markgräflerland e.V. haben eine gigantische Leistung vollbracht.
20 Jahre wahnsinnig gute Organisation
200 wahnsinnig gut gelaunte Helfer
3 Tage wahnsinnige Action
21 wahnsinnig abwechslungsreiche Bands
2500 wahnsinnig motivierte Zuschauer
Uns bleibt nur Danke! zu sagen für diesen Verein und die Motivation jedes Jahr aufs Neue ein Festival von Fans für Fans auf die Beine zu stellen. Der dritte Tag tut dem Festival gut und es wäre zu wünschen, dass dieser zumindest für die nächsten Jubiläums-Ausgaben beizubehalten.
Wir werden das Baden in Blut weiter besuchen und für euch berichten.
