Festivalbericht – Metalacker 2025
Metalacker 2025 – Zwischen Sonnenschein, Regenschauern und Bühnenmomenten zum Niederknien
Es ist längst Tradition, dass sich Ende August die Wälder rund um Tennenbronn mit tausenden Metalheads füllen. Auch in diesem Jahr verwandelten rund 3000 Besucher den idyllisch gelegenen Acker wieder in ein kleines, aber energiegeladenes Festival-Universum – und das zum wiederholten Mal restlos ausverkauft. Schon Wochen vor Beginn war klar: Das Metalacker ist 2025 einmal mehr das Festival, das ohne große Marketingtricks einfach auf Mundpropaganda, treue Fans und seine besondere Atmosphäre bauen kann.
Bereits am Donnerstag reisten die ersten Camper an, und die Festivalmacher legten zum Warm-Up noch einen drauf: VEX heizten am Abend vor der offiziellen Eröffnung ein – ein Bonus, den viele feierfreudig dankend annahmen. Auch abseits der Bühne sorgte das Festival bereits im Vorfeld für Schlagzeilen: Zum einen konnte man in diesem Jahr erstmals cashless mit Karte zahlen, zum anderen radelte der Sänger der Emil Bulls sportlich ambitioniert per Gravelbike von Augsburg bis nach Tennenbronn.

Freitag – Emil Bulls rocken den Acker
Der Festivalfreitag begann angenehm mild, wenngleich sich zwischendrin kurze Schauer einschlichen. Doch wie so oft am Metalacker gilt: Regen? Egal! Kaum hörten die Tropfen auf, füllte sich der Platz wieder, und die Fans machten unbeeindruckt weiter, als wäre nichts geschehen. Nur der Boden hatte damit seine Mühe und verwandelte sich stellenweise in eine matschige Angelegenheit – was die Crew jedoch pragmatisch löste: Über Nacht wurden Holzspäne ausgestreut, und am Samstag ließ es sich wieder gut stehen und feiern.
Das musikalische Highlight des Tages lieferten zweifellos die Emil Bulls. Schon im Vorfeld heiß erwartet, nutzten sie die Energie des Publikums voll aus und verwandelten den Acker in ein tobendes Meer aus Stimmen, Moshpits und hochgereckten Fäusten. Für viele war allein dieser Auftritt die Anreise wert – und ein perfekter Start in ein Wochenende, das noch einiges bereithalten sollte.
Samstag – Feuerwehr im Pit, Newcomer und schwedischer Headliner
Am Samstag meinte es das Wetter zunächst gut, ehe gegen Abend erneut ein Schauer einsetzte. Die Feuchtigkeit blieb diesmal länger in der Luft hängen, und es wurde etwas nasskalt – doch selbst das tat der guten Laune keinen Abbruch.
Ein besonders sympathischer Moment gleich zu Beginn: Bei der ersten Band Greyback standen nicht nur die Fans im Graben, sondern auch Mitglieder der örtlichen Feuerwehr, die abrocken wollten, bevor es für sie wieder ernst wurde. Ein schöner Beweis dafür, wie sehr das Festival mit der Region verwurzelt ist.

Musikalisch stachen zwei Acts besonders hervor: Avralize mit ihrem modernen Sound, der sofort zündete, und SETYØURSAILS, deren energiegeladene Frontfrau das Publikum in Sekunden im Griff hatte. Ein Gänsehautmoment war der Auftritt mehrerer Kinder auf der Bühne, während der Bassist spektakulär mit seinem Instrument ins Publikum sprang.
Krönender Abschluss des Abends: The Halo Effect aus Schweden. Die Band, bestehend aus ehemaligen In Flames-Mitgliedern, zeigte eindrucksvoll, warum sie derzeit zu den spannendsten Acts im Melodic Death Metal zählt. Mitreißende Riffs, düstere Atmosphäre und ein druckvoller Sound sorgten für ein Finale, das viele Besucher noch lange im Ohr behalten werden.
Organisation, Gelände und Drumherum
Das Metalacker bleibt auch 2025 das, was es seit Jahren ist: Ein perfekt organisiertes Festival im familiären Rahmen. Security und Crew agierten freundlich und professionell, Umbaupausen von rund 20–30 Minuten hielten sich im Rahmen.
Die Verpflegung bot den gewohnt soliden Mix: Fleisch im Fladen, Gemüsebratlinge und andere beliebte Klassiker. Dazu gab es Rothaus-Bier, Met, Cocktails und Softdrinks – alles zu fairen Preisen und mit Pfandsystem.

Einzig die Sanitärsituation bleibt ein kleiner Kritikpunkt: Zwar gibt es oben mehrere Klowägen und unten neben der Bühne die berühmt-berüchtigte „Pissrinne“ für die Herren, doch gerade für die Damen wäre ein weiterer Wagen im unteren Bereich wünschenswert. Nicht wenige versuchten ihr Glück backstage – ein klares Zeichen, dass hier noch Potenzial besteht.
Beim Merch-Stand zeigte sich 2025 ein besonders breites Angebot: Neben Shirts gab es diesmal Caps, Beanies, Socken, Babystrampler, Kindergrößen, Baseballshirts und sogar Basketballtrikots im Metalacker-Look – ein Angebot, das begeistert angenommen wurde.
Fazit und persönliche Meinung – Ein Festival, das nachwirkt
Auch 2025 war das Metalacker wieder ein Wochenende voller Gemeinschaft, guter Musik und unvergesslicher Momente. Ob beim Stagedive mit Bass, beim Feuerwehr-Abrocken oder beim Schlendern über den Matschboden – das Festival lebt von der Mischung aus Nähe, Authentizität und musikalischer Qualität.
Mein persönliches Highlight waren die Emil Bulls, die ich schon lange einmal live erleben wollte. Doch auch Avralize und SETYØURSAILS haben sich tief ins Gedächtnis gebrannt und zählen für mich zu den Entdeckungen dieses Jahres. Mit The Halo Effect setzte das Festival schließlich ein würdiges Ausrufezeichen hinter das Line-up.
Zwei Wochen nach Festivalende bleibt ein Gefühl von Dankbarkeit und Beseeltheit. Das Metalacker mag im Vergleich zu den großen Festivals klein sein – doch gerade das macht seinen Reiz aus. Hier feiern Alt und Jung, Locals und angereiste Fans gemeinsam, und man fühlt sich jedes Mal wie in einer großen Familie.
Metalacker 2025 war phänomenal – und eines ist sicher: Wir sehen uns auch 2026 wieder auf dem Acker.
Bericht: Michaela Erhardt | Fotos: Adrian Sailer
