Konzertbericht: Arch Enemy – „Will To Power“ European Tour 2018
27. 01. 2018 Geiselwind

Mit Beginn des neuen Jahres machte sich die schwedische Melodic-Death-Metal-Band, Arch Enemy auf ausgedehnte ,,Will to Power“ Tour durch Europa. Mit drei Vorbands fahren sie schweres Geschütz auf und stellen sicher, dass niemand ohne Nackenschmerzen nach Hause gehen muss.

Um Schlag 18:10 Uhr, beginnen Jinjer aus der Ukraine ihre Show und geben damit den Startschuss für insgesamt fünf Stunden Metal. Das hier bereits die Schlagzeuge für zwei weitere Bands auf der Bühne stehen, schränkt die Bewegungsfreiheit der Band natürlich stark ein. Trotz dieser Umstände geben Jinjer alles und bieten deftigen Metalcore mit einer sympathischen Sängerin, die es sehr gut versteht, das Publikum mit Growls und Shouts anzufeuern. Eine wirklich starke Vorstellung. Nach rund 30 Minuten ist der Saal gut angeheizt und es muss lediglich das erste Schlagzeug von der Bühne geräumt werden, um Platz für Tribulation zu schaffen.

Völlig unbeeindruckt vom vorangegangen Core-Feuerwerk betraten nach einer kurzen Umbaupause Tribulation die Bühne. Anstatt die Halle weiter auf Betriebstemperatur zu bringen, setzte das Quartett auf deutlich atmosphärischere Klänge. Jedoch wollte der langsame, fast schon besinnliche Death Metal der Schweden nicht jedem in der Halle gefallen. Wer gekommen war, um endlich wieder „volles Pfund aufs Maul“ zu bekommen, fühlte sich spätestens jetzt im falschen Film. Wer sich jedoch auf die düstere, teils rituell anmutende Show einließ, sollte eines der Highlights des Abends erleben und erfuhr eine faszinierende Ruhepause vom sonst doch recht flotten Programm.

20:00 Uhr – Bühne frei für Wintersun. Nun ist Melodic Death Metal aus Finnland angesagt. Von Beginn an stellen sie eindrucksvoll unter Beweis, dass sie verdientermaßen zu den Top-Acts im Melodic Death Metal gehören. Zwei technisch brillante Gitarristen, die sich abwechselnd mit teilweise genialen Soli duellieren, kompensieren den Wegfall von Jari an der Gitarre. Nicht mehr durch die Gitarre an einen Mikrophon Ständer gefesselt, hat dieser sichtlich Bock, einen Song nach dem anderen abzufeiern.

Wintersun Wintersun

 

 

 

 

 

Punkt 21.30 betraten die Schweden um die charismatische Sängerin Alissa White-Gluz unter flackernden Strobo-Blitzen die Bühne. ,,The World Is Yours“ ist der erste Song und die Doublebass-Salven und heftigen Gitarrenriffs sind vom ersten Moment auf einem musikalisch sehr hohem Level, während Alissa jedem im Saal klar zu verstehen gibt, wer hier den Ton angibt. Sie ist der lebende Beweis dafür, dass Stimmgewalt nichts mit Körpergröße oder Volumen zu tun hat. Wie ein Wirbelwind rast sie von einer Bühnenseite zur anderen, immer das Publikum im Blick und jederzeit ,,Herr“ der Lage. Es ist ihre unglaubliche Bühnenpräsenz, die permanent alle Blicke magisch anzieht. Fanlieblinge wie „Ravenous“ oder „My Apocalypse“ und auch Neu-Hymnen wie „The Eagle Flies Alone“ wurden ordentlich gefeiert. Ebenso die völlig unterschätzten Instrumentalstücke, von denen es mit „Snow Bound“, „Fields Of Desolation“ und „Intermezzo Liberte“ gleich drei Kompositionen in die Setlist geschafft hatten.

Was Michael Amott aus seiner Gitarre herausholt, wird ohnehin viel zu selten gewürdigt. Arch Enemy ist zweifelsohne eine der besten Melodic-Death-Metal-Bands, dies stellen sie auch an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis: Mit einem starken neuen Album im Gepäck liefern sie eine atemberaubende Show ab, die das Eventcenter in eine Sauna verwandelt: Die Zuschauer bekommen 90 Minuten volle Power geboten und feiern entsprechend jeden Song. Eine gute Mischung aus neuen, aber auch älteren Stücken, kombiniert mit einer tollen Lightshow macht die Sache rund. Die Performance beider Gitarristen, Jeff Loomis und Michael Amott, ist sehens- und hörenswert: Die perfekt aufeinander abgestimmten Parts, kombiniert mit ihrem herausragenden spielerisches Können, sind auch heute ein Genuss. Schlagzeug und Bass sorgen derweil für die tiefen Frequenzen, die bis in die Magengrube gehen.

Nach insgesamt fünf Stunden Metal gehen 4500 beglückte Metalheads nach Hause. Sie haben die pure Power bekommen. Ganz im Zeichen von ,,Will To Power“. Mehr geht nicht. Wer die Schweden noch nicht gesehen hat, sollte dies auf jeden Fall nachholen. Ein besseres Live-Paket werden Liebhaber des Melo-Deaths momentan wohl kaum finden können!

SETLIST
1. Set Flame to the Night (from Tape)
2. The World Is Yours
3. Ravenous
4. Stolen Life
5. The Race
6. War Eternal
7. My Apocalypse
8. Blood In The Water
9. You Will Know My Name
10. Bloodstained Cross
11. The Eagle Flies Alone
12. Dead Eyes See No Future
13. As The Pages Burn
14. Intermezzo Liberte
15. Reason To Believe
16. Dead Bury Their Dead
17. We Will Rise

Encore

18. Avalanche
19. Snow Bound
20. Nemesis
21. Fields Of Desolation

 

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