Konzertbericht | Madsen 02.08.26 ZMF Freiburg
Das Wetter war heiß – Madsen noch viel heißer
Madsen bringen das ZMF-Zelt zum Kochen
Es war heiß im großen Zirkuszelt des ZMF Freiburg. Sehr heiß sogar. Doch was Madsen am Sonntagabend auf die Bühne brachten, setzte dem Ganzen noch einmal deutlich einen drauf. Die deutsche Indie-Rock-Band lieferte ein Konzert, das von der ersten Minute an nach Schweiß, Euphorie und kollektiver Rock-Stimmung klang.
Schon früh war klar: Das Publikum war bereit. Kaum erklangen die ersten Songs, wurde gehüpft, gesungen, geklatscht und gefeiert. Immer wieder verwandelte sich die Mitte des Zeltes in eine einzige wogende Masse, inklusive Circle Pits und textsicherer Chöre aus hunderten Kehlen. Madsen mussten das Publikum nicht lange bitten. Freiburg war sofort da.

Madsen – ZMF
Auch die Band selbst schien die besondere Atmosphäre zu genießen. Sänger Sebastian Madsen stand dabei offenbar vor einer ganz eigenen Premiere: Zum ersten Mal in seiner Konzertkarriere spielte er in kurzen Hosen. Außerdem gab’s reichlich Wasser und zwischendurch auch mal ein „Bierchen“. Angesichts der Temperaturen im Zelt war das nicht nur nachvollziehbar, sondern fast schon überlebenswichtig. Die Hitze tat der Energie auf der Bühne jedenfalls keinen Abbruch. Im Gegenteil: Madsen wirkten spielfreudig, nahbar und bestens aufgelegt.
Die Setlist bot genau die Mischung, die man sich von einem solchen Abend wünscht: alte Klassiker, große Mitsingmomente und neue Songs vom aktuellen Album „SMILE“. Mit Stücken wie „Mein Herz bleibt hier“, „Du schreibst Geschichte“, „Die Perfektion“, „Achterbahn“, „Sirenen“ und „1995“ traf die Band immer wieder mitten ins Herz ihres Publikums. Zwischendurch wurde es angenehm unberechenbar: Plötzlich sang das ganze Zelt Klassiker wie „Hey Wickie“ oder Robbie Williams’ „Angels“ lautstark mit.

Madsen – ZMF
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war „Nachtbaden“. Mitten im Song tauschten die Musiker kurzerhand ihre Instrumente: Der Bassist griff zur Gitarre, der Gitarrist übernahm den Bass. Damit nicht genug: Fan Jochen-Jürgen wurde auf die Bühne geholt und durfte am Schlagzeug Platz nehmen. Solche Momente sind es, die aus einem guten Konzert ein Erlebnis machen, über das man in Freiburg noch lange sprechen wird.
Nach weit über anderthalb Stunden zeigte sich selbst Sebastian Madsen überrascht, wie schnell die Zeit vergangen war. Dem Publikum dürfte es ähnlich gegangen sein. Madsen spielten nicht einfach nur ein Konzert, sie feierten gemeinsam mit Freiburg eine verschwitzte, laute und herrlich lebendige Rockparty.
Am Ende blieb ein Zirkuszelt, das einmal komplett durchgeschüttelt worden war. Draußen Sommerabend, drinnen Ausnahmezustand. Madsen bewiesen auf dem ZMF, dass sie auch nach vielen Jahren noch genau wissen, wie man ein Publikum packt: ehrlich, energiegeladen und mit ganz viel Herz.
Bericht: Marco Bölling | Fotos: Adrian Sailer
