Mighty Oaks (Support: Kytes)
20.07.2017 ZMF, Freiburg

Ich weiß, dass eine ganz große Band heute ausgefallen ist. Viele von euch werden wahrscheinlich Karten gekauft haben für die andere Band.” — was Mighty Oaks-Frontmann Ian Hooper da abschließend gesagt hatte, mag zwar zunächst etwas komisch geklungen haben, dürfte aber auf einige Gäste sicher zugetroffen haben. Die Isländer Kaleo, die dem breiten Publikum, ähnlich wie Mighty Oaks auch, vor allem durch einen Radio-Hit bekannt sind, mussten den Auftritt beim Double-Feature leider aus gesundheitlichen Gründen absagen. Das ZMF bot den Gästen darauf hin aber an, am Konzertabend die Hälfte des Ticket-Nennwerts zurückerstattet zu bekommen.

Doch von Anfang an…

Mit der Indie-Band Kytes aus München hatte man zumindest für einen Support für Mighty Oaks gesorgt. Es war nun also kein Konzert zweier gleichberechtigter Bands mehr, sondern es war eine Hauptband und eine Vorband. Letztere eröffnete den musikalischen Abend im Zirkuszelt somit dann um 20 Uhr.

Galerie: Kytes

Kytes das sind Sänger und Gitarrist Michael Spieler, Kerim Öke mit einer weiteren Gitarre, Thomas Sedlacek mit E-Bass und Bass-Synthesizer und Schlagzeuger Timothy Lush. Während mir die Songs auf ihrem Album “Heads And Tales” ziemlich poppig und produziert erschienen — das Stück “On The Run” war übrigens auch im TV-Werbespot eines Mobilfunk-Anbieters zu hören — machte die Musik live erfreulicherweise einen vergleichsweise ungeschliffeneren und mitunter rockigeren Eindruck. Es mögen zu große und vielleicht auch etwas irreführende Vergleiche sein, aber so ein bisschen etwas von Coldplay, Mando Diao (vor allem in den vielen tanzbaren Stücken) oder Kooks konnte man schon erkennen.
Bevor das Quartett nach einer Dreiviertelstunde das gut in Stimmung gebrachte Publikum an Mighty Oaks übergab, gab es mit “I Got Something” noch eine besonders eingängige Empfehlung für sein Album ab.

Eine halbstündige Umbaupause später kam dann das Trio Mighty Oaks aus Berlin auf die Bühne. Trio stimmt eigentlich nicht, denn neben Ian (Gesang, Akustik-Gitarre), Claudio (Gitarre, Banjo) und Craig (Bass) bezogen auch ein Schlagzeuger und ein Keyboarder bzw. Violinist ihre Plätze auf der Bühne. Und “aus Berlin” ist eigentlich auch nur die halbe Wahrheit, denn eigentlich stammen die Musiker aus England, Italien, den USA oder auch dem Allgäu. Die Ansagen kamen dem entsprechend auch erst einmal auf englisch. Erst nachdem Ian zu “Raise a Glass” und seinem deutschen Lieblingssprichwort (“So jung kommen wir nicht mehr zusammen!”) die Bierflasche erhoben hatte, wechselte er so langsam zum Deutschen hin.

Galerie: Mighty Oaks (1/2)

Überraschenderweise spielte die Band ihre bekanntestes Stück “Brother” recht früh — und auch ihre aktuelle Single “Be With You Always”, die wieder sehr flott und eingängig geraten ist, wurde noch im letzten Drittel, also vor der Zugabe, abgefeuert. Natürlich fanden sich aber auch sonst jede Menge Gelegenheiten, im Kollektiv das Feuerzeug über den Kopf zu halten oder die Arme in der Luft hin- und herzuschwenken.

Nach einer guten Stunde war es soweit und die Band verabschiedete sich zunächst von der Bühne. Das Applausometer forderte das Publikum auf, die fünf Musiker mit ordentlich Krach wieder zurück auf ihre Plätze zu holen. “Ihr seid so krass gut drauf. Das ist der Wahnsinn.”, bedankte sich Ian beeindruckt, und die Zuhörer wurden mit zwei weiteren Songs und abschließend “Driftwood Seat” (komplette Setlist s.u.) aus Ians Jugend in Seattle belohnt.

Kaleo wäre definitiv fein gewesen. Im Publikum dürften aber viele sowohl an Mighty Oaks als auch Kaleo interessiert gewesen sein. Die wenigsten sollten mit der Absage also komplett ihr Interesse an der Veranstaltung verloren haben. Und mit Kytes wurde kurzfristig ein wirklich toll passender Support beauftragt. Ein feines und stimmungsvolles Konzert also, das übrigens besonders junges, leicht mehrheitlich wohl weibliches Publikum angezogen hatte und recht gut besucht war.

Galerie: Mighty Oaks (2/2)

Setlist von Mighty Oak (lt. Bühnen-Zettel):

  1. All I Need
  2. Seven Days
  3. Dreamers
  4. Burn
  5. Back To You
  6. You Saved My Soul
  7. Brother
  8. Dust
  9. Raise a Glass
  10. Look Inside
  11. The Great Unknown
  12. Be With You Always
  13. Call Me a Friend
  14. Never Look Back
  15. When I Dream I See
  16. Zugabe: Howl
  17. Zugabe: Just One Day
  18. Zugabe: Driftwood Seat

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Gerald

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Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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