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Tina Dico
02.07.2015 ZMF, Freiburg

Donnerstag, 2. Juli 2015. Auch am zweiten ZMF-Tag war große Hitze angesagt. Daher war es ganz praktisch, dass sich Tina Dico erst für 22 Uhr angekündigt hatte, während die Revolverhelden schon um 20 Uhr mit dem Programm im großen Zirkuszelt begonnen hatten. Mit der erhofften Abkühlung innerhalb des an diesem Abend bestuhlten und sehr gut gefüllten Spiegelzeltes wurde es aber auch durch den späten Konzert-Start nichts.

Tina Dico, die in ihrer dänischen Heimat unter dem Namen Tina Dickow sehr bekannt ist und dort schon reihenweise Alben nach oben in die Charts gebracht hat, reiste aus ihrer Wahlheimat, dem kühleren Island, an und hatte mit der Hitze vermutlich besonders kämpfen. “Mein Gehirn schmilzt gerade… Aber irgendwie gefällt mir das.” gab sie irgendwann zwischen den Songs zu. Und auch ihre beiden Akustikgitarren waren „40 Grad“ nicht gewohnt und mussten immer wieder nachgestimmt werden.

Im musikalischen Gepäck hatte die Sängerin und Songschreiberin ihr aktuelles Album “Whispers” (2014), das sehr auf das Wesentliche konzentriert klingt, sehr viel ruhiger als die vorigen Longplayer. Aus der Frage “jeder schreit… warum nicht mal flüstern?” wurde schließlich das Motto “weniger ist mehr”. So passte es auch ganz gut, dass sich Tina Dico für diesen Abend keine Verstärkung für die Bühne mitbrachte und das Konzert stattdessen alleine mit ihren Instrumenten (neben den Gitarren gab es etwas Percussion über ein Fußpedal) bestritt. So klangen auch die älteren Stücke reduzierter, und das Ganze hörte sich im Ergebnis sehr homogen an.

In der ersten Stunde spielte die Künstlerin hauptsächlich weniger bekannte Stücke aus ihrem Repertoire. Zwischendrin kündigte sie für später eine viertelstündige Verschnaufpause an und fügte dabei lächelnd hinzu: “… und dann spiele ich alle Hits!”.

So bekam das Freiburger Publikum Stücke wie “Kopenhagen”, “Craftmanship and Poetry”, “Magic” oder “You Don’t Step Into Love” genauso zu hören wie die hierzulande bekannteste Single “Warm Sand” oder “Count to Ten” und “Sacre Coeur”. Bei “On the Run” stellte Dico die Gitarre zur Seite und betätigte sich zur Abwechslung als “DJ”. Als Arbeitsgerät diente das Smartphone und das Stück erhielt auf diese Weise einen recht modern klingenden Anstrich. Ein nettes, gelungenes “Experiment” zwischendurch.
Stimmungsvolles Highlight war dagegen sicher “Kopenhagen”, bei dem die Zuhörer zu Mitsängern wurden und melodiesicher den “right here”-Background-Part übernahmen, während Dico ihre Stimme noch darüberlag.

Ich fand es vorweg zunächst schade, dass Tina Dico für ihren Auftritt auf dem Zelt-Musik-Festival nicht ihre Band mitbringen wollte – zumal andere Deutschland-Termine scheinbar mit Band im Kalender stehen. Im Nachhinein war es aber ein tolles Erlebnis, ihre Musik so pur auf diese Weise zu hören.

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Über den Autor des Beitrags

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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