J.B.O – Deutsche Vita

Jetzt wo die Platte raus ist denkt man sich schon warum das nicht früher kam…
Im Grunde haben J.B.O. ja schon immer alles „geklaut“. Nun ist es durch Ihren neuen Song „Alles nur geklaut“ auch offiziell. Gut das es der Tobias (Prinzen) erlaubt hat.

Ganz so ernst darf man dass hier natürlich nicht nehmen, denn das „klauen“ und umschreiben von Songs ist seit jeher das Markenzeichen der fränkischen Spaßmetaler. Ganz anders als der Stereotyp „Metaler“ kommen sie in rosa daher und veröffentlichen mit „Deutsche Vita“ nunmehr ihr zwölftes Studioalbum.

Diesmal wird hauptsächlich die „Neue Deutsche Welle“ aufs Korn genommen und neben den Prinzen mit „Alles nur geklaut“ kommen auch Klassiker wie „Blaue Augen“ von „Ideal“ oder „Du hast den Farbfilm vergessen“ von „Nina Hagen“ in den Genuss einer neuen Vertonung bzw. Umtextung.

Das funktioniert soweit auch alles recht gut und kommt mal härter mal weicher daher. So sind die „Blauen Augen“ nun doch deutlich metallastiger als vorher. Im Vergleich dazu wirkt „Wickie“ schon wieder viel zu brav und passt nicht so ganz zum Stil der Franken.
So waren die Spaßmetaler vielleicht bei manchen Songs etwas zu konservativ was die Änderungswut angeht. Insgesamt macht die Platte aber Lust auf mehr und fast schon wegen der unendlichen Selbstironie des ersten Songs „Alles nur geklaut“ einen Kauf Wert.

Tatsächlich ist aber gar nicht alles auf der CD geklaut. Neben den zahlreichen Klassikern, die zum Großteil aus der Neuen Deutschen Welle stammen, tummeln sich hier auch zwei Eigenkompositionen. „Deute Vita“ ist hier der ernstere Song und beschäftigt sich damit, das es doch eigentlich ganz cool ist, in Deutschland zu leben. Mit „Gewiss ist nur der Tod“ schlagen J.B.O. zwar auch ernste Töne an, verstecken das aber ganz gut unter ihrem typischen Blödsinn.

Natürlich darf auch ein Song der dem Lieblingssaft der deutschen huldigt nicht fehlen. Die Rede ist offensichtlich vom Bier, genauer gesagt vom fränkischen Bier. Den Song gibt es dann auch gleich als Live-Version.

Resümee: Einige Songs auf der „Deutsche Vita“ CD sind quasi nur nachgesungen und da muss man dann schon fragen wofür eigentlich? Wenn es nur darum ginge könnte man sich auch „Sing meinen Song“ im Fernsehen anschauen.
„Deutsche Vita“ beinhaltet aber auch viele wirklich gelungene Songs die Lust auf mehr machen. J.B.O. glänzen immer dann wenn sie in ihrem kreativen Spaßelement aufgehen können.

Am Ende bleibt mir nur noch zu sagen: Prost, Salut und zum Wohl.

Über das besprochene Medium

J.B.O
J.B.O
Deutsche Vita
(Afm Records (Soulfood))

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