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Die Nerven – Out

Ein eigenes KFZ-Kennzeichen, nur die Vorwahl muss mit Stuttgart geteilt werden: Das württembergische Esslingen ist des Hipstertums wohl weitgehend unverdächtig. Und doch ist die Stadt Heimat der Band Die Nerven, die spätestens nach ihrem zweiten Album ‚Fun‘ von 2014 der neueste heisse Scheiss zumindest schon mal waren. Wie auch immer, ein Jahr später versorgt das Trio die mittlerweile beachtliche Fangemeinde mit dem bereits dritten Album ‚Out‘.

Die Musik von die Nerven – eine uncharmante Mischung aus Noise-Rock und Punk, unstrukturiert wie ein Küntleralltag – ist nicht gerade das, was man so auf dem Weg zur Bushaltestelle vor sich hinpfeift. Der Gesang ist eine Art Sprechgesang, es sind einzelne Zeilen, die lakonisch erzählt, herausgepresst oder geschrien werden. Ein trotziger Gegenentwurf zum Strophe-Bridge-Refrain-Schema. Chronische Unzufriedenheit und ruheloses Unbehagen schwingen in jeder Zeile mit.

Der musikalische Unterbau, Gitarre, Bass und Schlagzeug und auch mal einer schon genial positionierten Posaune (‚Den Tag vergessen‘), ist das eigentliche melodische am Sound von Die Nerven, hält die Lärmattacken und ruhigen Passagen der fragmentarisch dargebotenen Songs im Zaum.

‚Out‘ ist für die Freunde des exquisiten Hörvergnügens, ohne Pathos und schön angenervt, ungekünstelt, unangepasst und lärmend. Die kalte Dusche der Desillusionierung. Die Nerven geben der Rockmusik ihre Jugend und Rotzlöffeligkeit zurück.

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Über das besprochene Medium

dienerven
Die Nerven
Out
(Glitterhouse Records / Indigo)

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Chris

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