Eisbrecher – Ewiges Eis

Am Anfang war das Eis! Als wir erkannten, dass es weit und breit um uns herum die Musik nicht gab, die wir im Jetzt und Hier hören wollten, beschlossen wir sie selbst zu machen.“ — Die Geschichte von Eisbrecher beginnt in einer eiskalten, weißen Winternacht im Jahre 2003; seit nunmehr 15 Jahren wird sie von ihren Gründervätern und Ur-Besatzungsmitgliedern Noel Pix (Gitarre, Keyboards, Programmings) und Frontmann und Stimme Alexander Wesselsky erfolgreich fortgeschrieben.

Es ist eine Geschichte von Mut. Von eisernem Willen. Von tief gefühlter und gut gekühlter musikalischer Leidenschaft. Es ist die Geschichte einer eigenen, offenen, frechen Art von Rockmusik, mit eigenen, modernen Texten von knallharter Direktheit, brutaler Ironie und schrägem, undiskretem Charme.
2010 gelang den Jungs mit „Eiszeit“ der Durchbruch, sie sind aus der deutschen Rockszene nicht mehr wegzudenken. Mit „Die Hölle muss warten“ und „Schock“ wurde die Kajüte des Stahldampfers mit goldenen Schallplatten veredelt, mit ihrem letzten Album „Sturmfahrt“ eroberten sie die Spitzenposition der deutschen Charts und wurden zurecht für den Echo nominiert. Was Eisbrecher so besonders macht?! Ihre Offenheit für verschiedene Musikrichtungen, egal ob schwarze Szene und Metal, Elektro und Rock — daraus schaffen sie eine perfekte Mischung. 2017 gab es zum ersten Mal das eigene Event, das „Volle Kraft voraus-Festival“. Ein jährliches Festival mit befreundeten Künstlern und geschätzten Bands, um mit den Fans hart und herzlich zu feiern.
2018 ist es nun soweit: 15 Jahre Eisbrecher. Höchste Zeit für einen Rückblick… Höchste Zeit für „Ewiges Eis“.

Mit „Menschenfresser“ beginnt der Einstieg ins Album mit einer Neuerscheinung, jedoch ist dieser Song nicht ganz neu sondern stammt aus der Feder von Rio Reiser. Der richtige Song zur richtigen Zeit, verpackt im modernen Eisbecher-Sound. Nach diesem gelungen Einstand beginnt die Reise durch die Jahre von heute bis gestern. Mit im Gepäck ist die aktuelle Single „Das Gesetz“, bei der man voll dabei ist, ein eingängiger Uptempo-Song eben. Man will wissen „wo geht der Teufel hin“, um zu weinen, trotz des etwas schlagermäßigen Refrains. Aber gerade deshalb darf man sich melancholisch fragen, was aus uns und der Welt werden soll. Auch der Szene-Hit „Schwarze Witwe“ darf natürlich ebenso wenig fehlen wie „Miststück“. Auch die unheimliche Nationalhymne „This is Deutsch“ ist mit an Bord. Die Lautstärkeregler definitiv aufdrehen sollte man bei „Verrückt“. In die Wunde, die „Wo geht der Teufel hin“ aufgerissen hat, stecken Eisbrecher mit „Amok und „Was ist den her los?“ nicht nur den Finger ganz tief rein.
Musik darf weh tun, doch ab und zu hilft keine Romantik und auch keine Laustärke, da muss geflucht werden wie bei „Himmel Arsch & Zwirn“. Im Kollektiv lässt es sich einfach schöner schimpfen, und das kann ganz schön befreiend wirken. Deshalb gibt es hier die Live-Version.
Eisbrecher liefern zusätzlich noch 18 Stücke mit dem Oberbegriff „Eisspezialitäten – Remixe & Raritäten“. Diese bilden den zweiten Teil des Albums. Coverversionen, Bonustracks und Remix-Perlen finden sich im ewigen Eis und führen einmal mehr vor Augen wie groß das musikalische Repertoire und eigenen Interpretationen sind. Eisbrecher sind ein Bollwerk gegen die „gepflegte Ohrenzukleisterei“, so ein Zitat von Wesselsky, welche die Musiklandschaft überschwemmt.
15 wilde, harte und erfolgreiche Jahre liegen hinter den beiden Kapitänen Alex Wesselsky und Noel Pix . Nun stehen sie zusammen mit Ihren Bandkollegen auf der Brücke und schauen voller Zufriedenheit und Stolz, aber auch kampfeslustig und voller Tatendrang nach vorne. Die Reise geht weiter, weiter durch das ewige Eis… Mit voller Kraft voraus.Viele weitere CD-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

Eisbrecher
Ewiges Eis
(Rca Deutschland / Sony Music)

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