How To Destroy Angels – Welcome Oblivion

Nach der EP „An Omen“ nun „Welcome Oblivion“ der erste Longplayer von How To Detroy Angels, dem Projekt von Atticus Ross und dem Ehepaar Mariqueen Maandig und Trent Reznor. Insofern ist die musikalische Neuausrichtung Mr. Reznors nun keine Überraschung mehr. Die wütende Leidenschaft respektive die leidenschaftliche Wut, die pure Energie und der archaisch stampfende Rhythmus der NIN-Produktionen weichen komplett einem organischeren, ambienten Sound, der den Elektronikspielerein weitflächigen Auslauf bietet.

Man fühlt sich an die Instrumentalstücke von “Ghosts I-IV” erinnert. Gleich drei Stücke der „An Omen EP“ sind auf „Welcome Oblivion“ enthalten: “Keep It Together” beginnt mit mit synthetischen Klangsprengseln und der sanften Stimme von Mariqueen Maandig. Es entwickelt sich ein Duett Gesang zusammen mit Trent Reznor, der Song bleibt aber recht low und nimmt nicht an Fahrt auf. Das rhythmische “Ice Age” ist recht eigentümlich mit seiner strengen Zupfinstrument-Akustik und dem Feedback zum Ende. Über weite Strecken kommen die Songs ohne Beats aus. “The Loop Closes” mit den Gitarren, elektronischen Noises, dem hypnotisch-monotonen Beat und dem mantraartigen Gesang dürfte die NIN-Fans in Verzückung setzen. Ebenso die Melodien von „Too Late, All Gone“. „How Long“ ist ein reduzierter Popsong, bei dem der Gesang Maandis wohl am besten zur Geltung kommt.

„Welcome Oblivion“ ist ein pulsierender Klangkosmos, es wabert, es fiept und mitunter gibt es auch mal Beats und richtig tolle Melodien. Ausgeprägte NIN-Erbanlagen sorgen für wohlige Schauer. Es gibt zwar Längen, diese dehnen sich aber nicht zur Zumutung aus. Das Experiment, das ausladende Ambient-Konzept auf Albumformat zu bringen ist geglückt.

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How To Destroy Angels
Welcome Oblivion
(Columbia / Sony Music)

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Chris

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