Kellermensch – Goliath

Man sollte sich vom Namen Kellermensch nicht verunsichern lassen, denn erstens handelt es sich nicht um einen weiteren Rammstein/NDH-Clone und zweitens stammt die Band um Sebastian Wolff aus dem dänischen Esbjerg. Der Bandname bezieht sich auf den Roman ‚Aufzeichnungen aus dem Kellerloch‘ von Fjodor Michailowitsch Dostojewski.

Duster wummern die Bässe, metallisch schnarren die Saiten, es dominieren die tiefen Töne, und doch bleibt Platz für helle Violinen, Klavier und Gesang, der das ganze aus der Gothic-/Düsterecke, hin zu archaischem Folk und Blues, dunklem Pop und schwerem Rock heraushebt. Das faszinierende an den Stücken auf ‚Goliath‘ ist, dass nahezu jeder Song in Sachen Rezeptur und Stimmung für sich steht. Finster ist der Blues von ‚Mediocre Man‘, harsch der Metal von ‚Moth‘, der an der Akustik-Ballade ‚How To Get By‘ brandet. Einige der Songs bekommen auch noch einmal einen unerwarteten Spin, so bringt mitunter ein eingängiger Refrain die Erlösung, wie etwa in ‚Atheist In A Foxhole‘, oder es bricht wie in ‚Remainder‘ mit fiesen Growls die Hölle los. Besänftigt wird die aufgewühlte Stimmung gleich wieder, mit dem piano-frohen ‚All That I Can Say‘.

Vermutlich wurde der Veröffentlichungstermin um Halloween nicht zufällig gewählt, Kellermensch haben mit dem originellen Stilmix, der den (Post)Punk von Killing Joke, den Folk von Arcade Fire, den Metal der früheren Paradise Lost und das cineastische von VAST auf ‚Goliath‘ zusammenbringt, aber so viel mehr zu bieten.


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Kellermensch
Goliath
(Motor Entertainment / Edel)

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Chris

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