Kid Simius – Planet Of The Simius

Ich habe die Platte gemacht, die ich als Musikfan von mir hören wollte”, so beschreibt Kid Simius sein neues Album “The Planet Of The Simius” kurz und knapp selbst. Der (aus Freiburger Sicht) aus unserer spanischen Partnerstadt stammende Wahlberliner, bekannt auch als Buddy, Sound-Tüftler und Live-DJ von Marteria bzw. Marsimoto, oder zusammen mit Bonaparte als Mule & Man, befreit sich damit einmal mehr von allen einengenden Kategorisierungen und vergleicht das Ergebnis passenderweise mit einem eigenen musikalischen Rückzugsgebiet, dem “Planet Of The Simius” (Vgl. “Planeta de los simios”, dem spanischen Titel von “Planet der Affen”).

Entstanden sind die elf Songs bzw. deren Songideen dabei in den verschiedensten Ecken des Planeten Erde — in Guimarães, Portugal, in Tanganga, an der Karibikküste Kolumbiens oder auch in Irland. Dazu passt das internationale Line-Up der Kollaborateure, denn praktisch alle Tracks sind in Zusammenarbeit mit befreundeten Musikern entstanden:
Im verträumten Disco-Stück “Living It Up” haucht der irische Sänger Enda Gallery seinen Falsett-Gesang ins Mikro, in “Toda La Noche” wirkt das kolumbianische Electronica-Duo MNKYBSNSS mit und in “Flashback” das Duo Kilnamana, das sich aus dem schon erwähnten Enda Gallery und Kid Simius’ Bruder Miguel (a.k.a The Pimientos) zusammensetzt. Weitere Features und Gäste: Rapper Kelvyn Colt, Fabrizio Cammarata, Chava RYM, Dirk Berger vom Produzententeam Krauts (Gitarre) sowie die Flamenco-Tänzerin Ana Menjibar (in Form der Tanzschritte in “Spanish Footwork”), mit der sich Kid Simius auch zum Electro-/Flamenco-Projekt “Berlin Flamenco Ensemble” zusammengeschlossen hat.
Zu hören sind Einflüsse aus Disco und Soul (z.B. bei “Planet Of The Simius” und “Living It Up”), Pop, Electronica und House (“Flashback”, “Toda La Noche”, “La Hacienda” u.a.), sowie Rap/Hip-Hop (“Space Jam”). Hier und da hat das Ganze auch einen gewissen Retro-Charme, manchmal auch etwas Experimentelles.

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Video zu “Planet Of The Simius”

Während wir uns auf der CD-Version nach rund 40 Minuten wieder von Simius’ Planet verabschieden müssen, schließen sich auf der Vinyl-Ausgabe dann noch eine Reihe (sieben an der Zahl; noch einmal fast 40 Minuten) von Club-Remixes an, die wiederum von einigen Kollegen angefertigt wurden: Paul Kalkbrenner hat sich beispielsweise “The Flute Song” vorgenommen, Dirty Doering, DJ und Mitbegründer des Berliner Labels Katermukke, genauso wie das Duo Hidden Empire aus Köln jeweils den Titeltrack “The Planet Of The Simius”. Weitere Remixes der Songs “Living It Up”, “Spanish Footwork” und “La Hacienda” wurden von Ada, Baal, Paulo Olarte und Magit Cacoon beigesteuert.

Auf einen bestimmten Stil lässt sich Kid Simius ja kaum festnageln. Ist es also die Platte geworden, die ein Musikfan von ihm hören will? Er ist sich mit seiner Offenheit und Experimentierfreudigkeit treu geblieben, und es sind wieder ein paar lässige Songs dabei herausgekommen. Die Frage lässt sich also mit einem klaren “Ja!” beantworten.

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Über das besprochene Medium

Kid Simius
Planet Of The Simius
(Jirafa Records)

Über den Autor des Beitrags

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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Über Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.[BR] Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.
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