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Phantom Winter – Sundown Pleasures

Mit ‚Cvlt‘ hat die Würzburger Band Phantom Winter ein ebenso kompromissloses wie fesselndes Albumdebüt vorgelegt. Mit Neuzugang Gitarrist Björn mittlerweile zum Quintett erstarkt legte man sich einen finsteren, apokalyptischen Sound, irgendwo zwischen Doom, Sludge und Black Metal zu, den die Band selbst gerne Winterdoom nennt. Dabei bezieht man politisch klar Stellung gegen die NSBM-Strömung in der Black Metal Szene und trat in diesem Jahr unter anderem beim Solifestival ‚Rage Against Abschiebung‘ in Nürnberg auf.

‚Sundown Pleasures‘ lässt mit dem Titeltrack zu Beginn die Muskeln spielen. Gleich zwei Stimmen, die sich gegenseitig Wund schreien, dazu eine mächtige Gitarrenwalze und ein sägender Bass, wie ein Spannungselement im Horrorfilm. Eingesträute Stimmen machen dieses Klanginferno komplett. Es geht aber auch atmosphärischer, wie in ‚The Darkest Clan‘. Schwer polternd mit wuchtigen Gitarrenriffs und monströsem Sog ist ‚Bombing The Witches‘ so etwas wie der Single-Hit des Albums. Ein unüberhörbarer melodischer Faden zieht sich durch ‚Wraith War‘ und leitet den Hörer durch den kompaktesten Song des Albums.

Wie bei einem Konzeptalbum folgt ‚Sundown Pleasures‘ einer Dramaturgie, begleitet eine Person, getrieben von den eigenen (inneren?) Monstern, die versucht am Leben zu bleiben. Mit ‚Black Hole Scum‘ beginnt wohl der Showdown, hier kreischen bei düsteren, ambienten Klängen die Dämonen, um dann bei ‚Black Space‘ bei Feedback und schleppendem Doom wohl das Unvermeidliche zu vollstrecken.

Phantom Winter haben sich zu gewitzen Grenzgängern entwickelt, die fiesen Sludge-, Doom- und Blackmetal-Bestandteile, die Growls und Grinds sind aber nur eine Phacette ihres Sounds. Die Melodievorstöße, der Groove und der Ambienteinschlag machen den Sound der Franken zu etwas Besonderem und somit wohl auch interessant für die angrenzenden Genres.

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Über das besprochene Medium

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Phantom Winter
Sundown Pleasures
(Golden Antenna / Broken Silence)

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Chris

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