Royal Republic – Weekend Man

Es ist schon einiges Wasser die Flüsse Lapplands hinuntergeflossen seitdem die königlichen Pomade-Rocker von Royal Republic zuletzt neues Material präsentierten. Nach dem Knaller-Debüt von 2010 (“We Are Royal”) — wir erinnern uns nur allzu gerne an Titel wie “Underwear”, “Tommy Gun” oder “Full Steam Spacemachine” — und dem 2012er-Zweitwerk (“Save The Nation”) wurde 2013 zwar noch ein drittes Album produziert, darauf waren allerdings lediglich schon veröffentlichte Stücke in neuem (Country-)Gewand zu hören.

Nun legt das schwedische Quartett mit “Weekend Man” endlich ein weiteres Album und damit 13 neue Songs nach. Und die drei bislang per Video veröffentlichten Stücke legen die Vermutung nahe, dass Adam Grahn & Co. an bestehende Standards anknüpfen wollen:
“Baby” mit seinem durchgängigen Beat, einem “Whole Lotta Love”-Riff und dem “cheese nacho ba-b-b-b-baby-b-baby”-Refrain — eigentlich “she’s not your baby” — ist, wie das Video (s.u.) schon nahelegt, die perfekte musikalische Untermalung für eine leicht retro angehauchte Party in der Rollschuh-Disko, während “Uh Huh” die royale Einfachheit schon im Namen trägt und gewohnt direkt und energiegeladen abrockt. Und auch “When I See You Dance With Another” ist ein Song nach bewährten Mustern der Band — in dem Fall jener Einfluss, der auch auf den Kraftklub’schen Stil einwirkt, würde ich behaupten.

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Video zu “Baby”

Neben den typischen Titeln, deren Qualität und Effektivität nun wirklich nicht besonders erwähnt werden muss, finden sich hinsichtlich des Stils diesmal allerdings auch ein paar Ausreißer:
Da wäre zunächst das recht britisch aber auch sehr soft klingende “Kung Fu Lovin’”, das nach den ersten vier starken Rocksongs einen ersten Einknick im Energie-Level markiert. Aber auch “American Dream” mit seiner etwas gedrückten Stimmung, das Radio-Rock-Stück “Follow The Sun” (hat im Refrain etwas von Simple Minds) und “Any Given Sunday”, das irgendwie den Eindruck einer Hommage an Billy Idol macht. Diese Stücke sind zwar grundsätzlich gut gelungen, wirken aber zwischen den Auf-die-Mütze-Titeln der Fun-Stimmung irgendwie abträglich.

“Weekend Man” beweist letztendlich auf’s Neue, dass Royal Republic ein verdammt sicheres Händchen beim Songwriting haben. Diese Band schreibt einfach nur gute Songs. Ausfälle gibt es bei denen offenbar nicht. Einziges Manko ist diesmal, dass dieses Album nicht ganz rund, nicht ganz homogen zusammengestellt rüberkommt.Viele weitere CD-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

Royal Republic - Weekend Man - Tribe Online Magazin
Royal Republic
Weekend Man
(Vertigo Berlin / Universal Music)

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Gerald

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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