Slut – Alienation

Die Indierock-Band Slut aus Ingolstadt veröffentlichte kürzlich ihr siebtes Album „Alienation“. Innerhalb ihrer fast 20-jährigen Karriere ließ das Quintett immer wieder neue Einflüsse zu. So entwickelte sich die Band über die Jahre, experimentierte z.B. mit Elektronik, begleiteten die Dreigroschenoper des Ingolstädter Theater und kooperierte mit der Autorin Juli Zeh im Projekt „Corpus Delicti – Eine Schallnovelle“. Es war also nicht unbedingt absehbar, wohin die Reise auf dem nun vorliegenden Album „Alienation“ geht.

Es beginnt mit dem sehr eingängigen Song „Anyone Have A Roadmap“, der wie gewohnt melancholische Gesang von Christian Neuburger sorgt gleich für den Wiedererkennungseffekt, insgesamt ist der Sound von Slut auf dem neuen Album aber um einiges elektronischer als noch zuletzt auf „Still No. 1“. Mit wummernden, elektronischen Bassfrequenzen und frickelig diffusem Rhythmuswerk gibt sich „Broken Backbone“ dann dank Refrain als eindeutig Slut zu erkennen. Ähnlich minimalistisch kommt auch der Song „Remote Controlled“ daher. Man fühlt sich zeitweise wohlig an das „Hail To The Thief“-Album von Radiohead erinnert, etwa wenn die akustische Gitarre von „All Show“ auf den elektronischen Sockel trifft. „Silk Road Blues“ tönt dagegen mit wunderbaren Bassläufen und exotischen Instrumenten. Mit Keyboardbass und etwas 80er-Wave-Pop zielt „Never Say Nothing“ auf die Tanzflächen der Clubs.

Durchweg sind auf „Alienation“ tolle Melodien zu hören, die teilweise produktionstechnisch ein wenig verschleiert werden; Slut ließen eine wahre Armee von Produzenten auf das Album los, was sich an dieser Stelle bemerkbar macht. Trotzdem haben die Songs ihre Frische, da ist nichts zugekleistert. Nur den Lautstärkeregler der Gitarrenverstärker hat keiner weiter aufgedreht.

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Slut
Alienation
(Cargo Records)

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