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The Notwist – Close To The Glass

Die aus dem bayrischen Weilheim stammende Band The Notwist bedarf eigentlich keiner Vorstellung mehr. Der Punk/HC-Szene schnell entwachsen avancierten Sänger und Gitarrist Markus Acher sowie sein Bruder Micha Acher (Bass) schnell zu Everybodys Darling der Indie-Szene. Nachdem dann Cheffrickler Martin „Console“ Gretschmann als festes Mitglied zur Band stieß, veröffentlichte man mit „Shrink“ ein wegweisendes Album, das die Grenzen von Indie und Elektronic verschwimmen ließ, und für das Nachfolgealbum „Neon Golden“ erfanden die Kritiker für die mittlerweile international erfolgreiche Band die Schublade Indietronic. Mittlerweile hat sich ein 6 Jahre währender Zyklus eingestellt, den es braucht, um ein ein neues Notwist-Album reifen zu lassen, getreu dem Motto 2 Jahre schreiben, 2 Jahre Touren, 2 Jahre Pause, doch ist es nicht ganz so einfach. So gibt es noch Nebenbeschäftigungen wie Console, außerdem sind The Notwist auch für Filmsoundtracks gefragt.

Nun ist es aber so weit, mit „Close To The Glass“ schickt man sich wieder an, Fans und Kritiker gleichermaßen zu beglücken. Zurecht, aber auch das neue Album möchte erhört werden. Aber die Gebrüder Acher und Herr Gretschmann machen es dem Hörer wieder etwas einfacher. Zwar wird auch „Close To The Glass“ sehr durch die Elektronik beherrscht, aber auch belebt. Passiv-aggressives Getüdel, zweifelsohne bedeutungsvolle Piepser, Rauschen; alles da! Aber da ist noch etwas anderes: Da ist der Gesang, der geradezu verbindlich klingt, außerdem rumpeln auch mal wieder die Gitarren, geht ein Song nach vorne los, wie etwa „Kong“, und auch „7 Hour Drive“. Und während „Steppin‘ In“ so akustisch anmutet wie es The Notwist möglich ist, so kippt der anschließende Song „Lineri“ das Ganze ins vollelektronische, mit Elektro-Beat, um ellenlang ins collagenhafte auszuschweifen. Alles auf „Close To The Glass“ hat seinen Platz: „Run Run Run“ hat die eingängige Melodie eines Popsongs, unterlegt mit elektronischen Klangminiaturen und einem schon sensationell passenden Saxophonsample, und zum Ende hin schwillt der Beat an, um die Fans zum Tanzen zu bringen.

Komplex und zugänglich, melodisch und anspruchsvoll, polternd und filigran, auf „Close To The Glass“ präsentieren sich die Nerds der Rockmusik The Notwist in Bestform.Viele weitere CD-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

thenotwist
The Notwist
Close To The Glass
(City Slang / Universal)

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Chris

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