Coogans Bluff und Brother Grimm, 16.10.2016 im Slow Club Freiburg

Freiburg war der dritte Termin der ‚Flying To The Stars‘ Herbsttour, die Coogans Bluff von Belgien über Deutschland in die Schweiz und nach Italien führen wird, um das gleichnamige Album live vorzustellen. Mit dabei Dennis Grimm aka Brother Grimm, der schon im Interview mit Coogans Bluff-Gitarrist Willi Paschen als absoluter Tip angepriesen wurde. Als Solist hatte er nun die mehr oder weniger dankbare Aufgabe, den Abend aus akutem Platzmangel auf der Bühne direkt vor dem Publikum aufzuspielen. Vor dem Gig ruhte glänzend die Gretsch ebenso schön wie makellos auf ihrem Platz im Scheinwerferlicht, was etwas darüber hinwegtäuschte, dass sie während des Auftritts ordentlich bearbeitet wurde.

Galerie: Brother Grimm:

Der Mann mit offensichtlichem Faible für adrette Anzüge und enge Hemden trat mit brennender Kippe vor den schon gut gefüllten Club. Das fein säuberlich aufgereihte Instrumentarium bestand aus 2 Gitarren, Megafon, Mundharmonika, Drumsticks, Effektgeräten und Looper. Der Sound: Der Blues des einsamen Mannes, minimaler Sound, heruntergebrochen auf einen einfachen Beat, Gitarre und Gesang. Dabei wusste sich Grimm mit einer gewissen Dramaturgie zu inszenieren. Der Gesang durchs Megafon, der Kontrast der blechern kühlen zur vollen, warmen Stimme, phantastisch. Ebenso das Spiel mit Ebow und Verstärker-Feedback, bei dem mehrere Gitarren-Schichten zu einem monströsen Getöse aufgetürmt wurden. Bei aller Inbrunst, mit der es zu Werke ging war noch Zeit für freundliche Konversation mit dem Slowclub-Publikum. Mit der wunderbar eigenen Coverversion ‚Sign O‘ The Times‘ von Prince, mehrstimmig dank Looper, endete der Auftritt von Brother Grimm, nicht ohne dass sich Papa Grimm in diesem schon intimen Rahmen in Freiburg neue Freunde gemacht hat, vielleicht sollte man sich doch mal eine Musikkassette bestellen. Nur mit den Drumsticks, die dann doch gar nicht zum Einsatz kamen, hat er uns aber ganz schön an der Nase herumgeführt, dieser Schlingel!

Galerie: Coogans Bluff

Angekündigt als fünf Jungs, die einfach gerne zusammen Musik machen begannen Coogans Bluff ihr Set vor nahezu voller Hütte mit ‚N.R.I.H.C.‘, das Publikum des mittlerweile gut gefüllten Clubs wurde zunächst mit einigen kompakten Bluesrock-Nummern angefüttert, dann ging es mit ‚Flying To The Stars‘ kompositorisch in die Breite und über die volle Distanz von über zehn Minuten, eine Marke, die an diesem Abend noch öfter geknackt wurde. Wenn für die fünf Musiker, Gitarrist Willi Paschen, die Bläserfraktion Max Thum (Saxophon) und Stefan Meinking (Posaune) und Sänger und Bassist Clemens Marasus positioniertum Schlagzeuger Charlie Paschen, schon kaum Platz war, so konnten sie sich zumindest musikalisch entfalten, vom ellenlangen Krautrock-Jam bis zur Space-Opera, vom dreckigen Blues bis zum grandiosen Finale ‚No Need (To Hurry Up)‘ nebst Zugabe.

Die ca. 60 Zuschauer waren an jenem Sonntag Abend in Freiburg erstklassig unterhalten. Coogans Bluff und Brother Grimm sind in diesem Jahr noch bis zum 4.12. auf Deutschland-Tour.

Fotos: Gerald Backmeister

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