In This Moment – z7 Pratteln 2018

Den 27. Juni 2018 dürfte der Eine oder Andere gerne schnell wieder vergessen wollen. Gut, dass wir an diesem Abend zum einen nicht vor dem Fernseher, sondern bei unseren Schweizer Nachbarn verbringen durften und noch besser, dass wir an diesem Abend von In This Moment unterhalten wurden. Leider war das Z7 in Pratteln an diesem Abend nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt, vielleicht lag es daran, dass die Nati versuchte, es besser zu machen als „Die Mannschaft“. Sehr schade eigentlich, denn die Anwesenden erlebten eine perfekt durchchoreografierte, energetische Show in der hauptsächlich Stücke aus dem aktuellen Album „Ritual“ zu hören waren.

Als kurz nach 21 Uhr als die Textzeilen „…Just A Small Town Girl….“ aus „Don’t Stop Believin’“ von Journey erklang konnten die Besucher schon erahnen, dass In This Moment-Fronterin Maria Brink an diesem Abend die Bühne zu Ihrer Bühne machen würde. Man merkt der Blondine an, dass sie auch viele ihrer persönlichen Erlebnisse in ihren Songs verarbeitet. Nachdem dann der Vorhang gelüftet würde, begann die erste Video-Projektion, und das Konzert wurde direkt mit dem Knaller „Blood“ kraftvoll eröffnet. Als nächstes und nach dem ersten Outfit-Wechsel war dann „River Of Fire“ als nächstes Stück zu hören. Zwischen den Stücken verschwand Maria immer wieder hinter einer Art Umkleidebereich in der Mitte der Bühne. Die Zuschauer bekamen in dieser Zeit zu den Stücken passende Videoprojektionen zu sehen. Beim nächsten Stück kam z.B. eine der beiden Tänzerinnen als Hexe verkleidet auf die Bühne, bevor die Frontfrau dann zu „Roots“ wieder präsent war.

Bis zu diesem Zeitpunkt war das Konzert eine perfekt einstudierte Performance, was sich auch nach Aufbau des Keyboards in der nächsten Garderoben-Mini-Pause von Maria nicht änderte, aber nur durch die erste Interaktion mit dem Publikum bereichert wurde. Denn nach dem atmosphärischen und eher ruhigeren Track wurde die Crowd mit „Make some noise“ Rufen animiert bevor die adrette Dame sich selbst und dann ihre Mitstreiter um Chris Howorth dem Publikum vorstellte. Die vier Herren die links und rechts auf der Bühne, fast schon im Hintergrund positioniert waren, nutzen die Gelegenheit um ihr Können anhand von zwei instrumentalen Coverversionen von „For Whom The Bell Tolls“ und „Creeping Death“ von Metallica zu hören waren. Danach kam auch der Mann hinter den Fellen noch mit einem Drum-Solo zu seinem Moment.

Eingeleitet von einer weiteren Projektion folgte dann „Black Wedding“. Im nächsten Video wand sich dann eine Schlange über die Leinwand, die Tänzerinnen betraten die Bühne und die Menge feierte die Interpretation von „In The Air Tonight“, an dem selbst Genesis Freude gehabt hätten.

Die Bilder aus dem gleichnamigen Musikvideo kündigten „Big Bad Wolf“ vom Black Widow-Album an. Am Ende ermutige die Protagonistin das Publikum zu „Even In This Chains…“ Rufen.
Den vermeintlich vorläufigen Abschluss des Gigs stellte nach einem Intro „Oh Lord“ dar. Nachdem sich die Band zurückzog und Maria aus der „Umkleide“ dem Publikum zurief „…what you want to hear…“. Die die Wahl der Zugabe war natürlich schon gefallen – sonst hätte es ja das passende Kostüm nicht gegeben – undenkbar: Und so folgte nach der an dieser Stelle obligatorischen „…I can’t hear you…“ Anfeuerungen von Frau Brink noch das Stück das auf keinem In This Moment-Konzert fehlen durfte: „Whore“!

Vielsagend war auch die Anleitung, dass man ihr als kleines Mädchen gesagt hätte, dass sie nichts wert sei, ein Kommentar der tief geht, wenn man die persönliche Geschichte der Sängerin kennt. Unterstützt wurde das Finale von Ballons die ins Publikum gelassen und von diesem hochgehalten wurden. Die Besucher, die sich während des Konzerts auf Marias Frage, wer den zum ersten Mal auf einem In This Moment-Konzert gemeldet hatten, werden sicherlich dieses Mal den Arm unten behalten, denn In This Moment sind eine der wenigen Bands, die sich bei jedem Konzert, trotz des eigentlich immer ähnlichen Bühnensetups und Prinzips dennoch neu erfinden und die man sich immer wieder ansehen kann.

Text: Patrik Hodapp | Fotos: Adrian Sailer

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Hody

Gründungsmitglied von Tribe Online, ehemaliger DJ. Mag Groove und Melodie, Hardcore und Female Fronted Metal, mal ein bisschen Rap oder Industrial, Sportspiele und RPGs - bastelt gerne an PCs

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