Konzertbericht/Fotos: Selig auf „Kashmir Karma“-Tour
01.12.2017 Jazzhaus, Freiburg

Manchmal muss man seine Wünsche einfach aussprechen, um ihnen ein Stück näher zu kommen. Und so nutzte ich die Gelegenheit, meines ganz eigenen kleinen „Black Swans“ — dem Eintreten unwahrscheinlicher Ereignisse — vergangenen Freitagabend (01.12.2017), auf dem Parkett des Jazzhauses.

Dass die vier Hamburger von Selig ihre „Kashmir Karma“-Tour in meiner Heimatstadt Rostock starteten, ließ meine Erwartungen für diesen Abend zunächst einmal schüchtern steigen. Odin meinte es also gut mit mir, und so glitten die vier Bandmitglieder fast unerkannt eine halbe Stunde vor Konzertbeginn am Einlass vorbei, um ihre mittlerweile siebente Platte dem Freiburger Publikum vorzustellen.
Genau jenes füllte sich bis zum Konzertbeginn gut durchmischt und stetig an, und so konnte die Band vor einem annähernd ausverkauften Haus loslegen.

Nach knapp einem viertel Jahrhundert Bandkarriere ist es bestimmt kein Zufall, dass die Band mit dem Song „Unsterblich“ aus ihrer neuen Platte eröffnete. Vertraut-psychedelischer Rock mit der unverwechselbaren Stimme Plewkas lassen die Lautsprecher erklingen. Nach dem zweiten Song „Nimm mich so wie du bist“ begrüßt Plewka das Freiburger Publikum, welches die Band zum dritten Mal bespielt und lässt es sich nicht nehmen für mehr Empathie, aktives Handeln und ein freundlicheres Miteinander aufzurufen.

Auch eingefleischte Langzeitfans kamen mit Krachern wie: „Ist es wichtig“, „Sie hat geschrien“ und „Wenn ich wollte“ auf ihre Kosten und so vereinnahmte sich die Band das Freiburger Publikum, Song um Song.
Der Frontmann berichtete vom Entstehen der Platte und wie sich die vierköpfige Band im Rahmen ihrer Wiederfindung in die Einsamkeit Schwedens zurückgezogen hatte, um die neue Platte zu produzieren. Lieder wie „Wintertag“, der an Lindgrens Klassiker Ronja Räubertochter angelehnt ist, entstanden hier.

Nicht zuletzt Plewkas gesundheitliche Angeschlagenheit an diesem Abend wirkte auf das Publikum, und so übernahm es Teile des Chorus und es entstand ein abwechslungsreiches Hin und Her zwischen dem erkälteten Sänger und seinem Publikum.
Über drei Zugaben konnten sich die unermüdlich applaudierenden Gäste freuen und kommen hier der Aufforderung Plewkas sicher gerne nach, von nun an mehr Liebe in die Herzen der Freiburger zu tragen.
Abschließend sei zu sagen, dass die für meine musikalische Entwicklung prägende Band hier noch einmal sehr schön an alte Erfahrungen anknüpfen konnte und diesen Abend als wertvolle Erinnerung, einen festen Platz in meinem Herzen findet.

Fotos: Gerald Backmeister

Setlist des Abends:

  1. Unsterblich
  2. Nimm mich so wie du bist
  3. Ist es wichtig
  4. Zu bequem
  5. Schau schau
  6. Bruderlos
  7. Alles ist nix
  8. DJ
  9. High
  10. Unterwegs
  11. Lebenselexier
  12. Feuer und Wasser
  13. Von Ewigkeit zu Ewigkeit
  14. Wintertag
  15. Mädchen auf dem Dach
  16. Wir werden uns wiedersehen
  17. Sie hat geschrien
  18. Wenn ich wollte
  19. Ohne dich
  20. Kashmir Karma
  21. Regenbogenleicht

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