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Festivalbericht | Metalacker – Tennenbronn | 25. & 26. August 2023

Der Matsch-Pit von Tennenbronn 

Es ist wieder Acker-Zeit! Am letzten Wochenende im August wird es immer laut auf der Trombachhöhe im beschaulichen Tennenbronn. In diesem Jahr fand sogar die 10. Ausgabe des Metalacker statt. Ein Festival, welches es absolut zu Recht in unsere „Außergewöhnliche Festivals und wo sie zu finden sind“-Serie geschafft hat. Steht der „Acker“, wie er von Fans einfach nur genannt wird, seit 2012 für familiäre Atmosphäre, spannende Bands und eine Einzigartige Location. Das diese besondere Location in diesem Jahr noch zu einem kleinen Problem werden könnte, daran war wohl der Wettergott schuld. 

Die Anreise verlief am Donnerstag noch problemlos. Trotz der Ansage für wechselhaftes Wetter, kamen nur ein paar wenige Tropfen herunter, sodass die Camper in Ruhe aufbauen konnten. Obwohl das Camping ausverkauft war, waren doch noch einige Lücken zu sehen. Vermutlich hatten auf Grund der Prognosen einige Gäste aus der Nähe spontan umgesattelt und wurden zu Tagesgästen. Übrigens war nicht nur das Camping ausverkauft. Wenige Tage vor Beginn des Festivals konnte das Acker-Team vermelden „Wir sind ausverkauft!“. Ein paar einzelne Rückläufe und Restkarten wurden zwar noch an der Tageskasse angeboten, doch dies sollte die positive Stimmung nicht trüben. 

 

Freitag, 25. August 

Schlag 17 Uhr öffnen sich die Tore zum Schwarzwälder Holy-Ground. Die Fans stürmen in Scharen auf das Gelände und biegen direkt nach rechts ab, zum Merchstand. Wer einmal auf dem Acker war, weiß, dass man schnell sein muss, um sein Lieblings-Merch noch in der passenden Größe zu bekommen. Die Aussicht auf kühle Nächte kurbelte den Verkauf der Pullis nochmal extra an. Auf Grund des Ansturms im oberen Teil Geländes, bekamen leider viele nicht mit, was sich unten tut. 

Dort legten nämlich um 17.30 Uhr die Groth Metaller von „SYDRA“ los.  Eine weite Anreise hatten die Freiburger nicht, trotzdem wirken sie zum Anfang etwas steif auf der Bühne. Doch als sich immer mehr Metalheads vor die Bühne verirren drehen die fünf Newcomer auf. Der Sound knallt und ist sauber abgemischt, dem Hang ist es allerdings geschuldet, dass im oberen Teil des Metalacker nur wenig davon ankommt. Der erster kleiner Moshpit tut sich auf, welcher die Grasnarbe vor der Bühne zumindest schonmal daran gewöhnt, was in den nächsten Tagen noch auf sie zukommen wird. Insgesamt liefern „SYDRA“ eine soliden Opener für das Metalacker ab. Mit etwas mehr Varianz im Songwriting, vielleicht dann auch in den nächsten Jahren ein besserer Slot für sie drin. Im November kommt auf jeden Fall schonmal ein neues Album.

 

Nach kurzer Umbaupause auf der Bühne und Gelegenheit für die Gäste sich Nachschub am Bierstand zu organisieren, stürmen „STELLVRIS“ den Acker. Frontfrau Nicol macht direkt klar, dass die nächsten 45 Minuten eine härtere Gangart angesagt ist. Die jungen Tschechen ballern einen deftigen Modern-Metal mit deutlichen Core-Einflüssen hinaus auf die Trombachhöhe. Sind auch hier am Anfang noch leichte Schwächen im Clean-Gesang zu hören, sitzt spätestens bei „Scorpio“ alles. Der Bewegungsdrang der jungen Musiker überträgt sich auf das Publikum, welches immer zahlreicher vor der Bühne erscheint. Es wird immer mehr gemosht, gesprungen und getrunken. Der Flüssigkeitsverlust muss schließlich ausgeglichen werden. Auch die Band hat sichtlich Spaß und stachelt die Metalheads immer weiter an. Bei „Burnout“ endet dies in einer ordentlichen „Wall of Death“. Noch ist der Untergrund vor der Bühne tragfähig genug, für diesen kurzen den Sprint aufeinander zu. Grinsend und mit viel Dankbarkeit verlassen „STELLVRIS“ die Bühne. Mit diesem Auftritt haben sie definitiv einen bleibenden Eindruck auf dem Acker hinterlassen. 

 

Auch wenn sie offiziell nicht als Headliner gelistet waren, durften „Visions of Atlantis“ im Anschluss einen ordentlich langen Slot spielen. Der österreichischen Symphonic-Metal Band wurden satte 75 Minuten zugestanden, um den Metalacker in ihren Bann zu ziehen. Das aufwendige Bühnenbild, welches das innere eines Piratenschiffs darstellt, zog auf jeden Fall schonmal viele Leute vor die Bühne. Nach vielen Umbesetzungen in der Band spielen die Eidgenossen nun seit knapp 6 Jahren in diese Kombination, in der sie jetzt den Acker entern wollen. Ein bisschen „Nightwish“ gekreuzt mit „Alestorm“, schon beginnt das Geschunkel vor der Bühne. Die Songs sing eingängig und wenig kontrovers. Schon nach dem ersten Refrain kann man in der Regel alle weiteren mitsingen, was auch lauthals getan wird. Sowohl Sängerin Clementine als auch Sänger Michele bieten dabei ein theatralisches Schauspiel über mehrere Akte. Die Show kommt in den ersten Reihen gut an, schafft es aber nicht den Hügel hoch. So bleibt es dabei, dass die ersten Reihen sich auch von ein paar Regentropfen den Spaß nicht vermiesen lassen, während der Rest seine Freude im Hopfen findet. 

 

Allgemein ist die Bierversorgung wieder sehr gut. Die gut platzierten und personell stark besetzten Stände haben regen Zulauf, ohne dass sich große Schlangen bilden. Lediglich bei der Getränkeentsorgung hört man hin und wieder leichten Neid aus dem weiblichen Teil der Metalheads aufkommen. Dürfen sich Herren an einer Pissrinne neben der Bühne erleichtern, müssen die Damen leider immer den Hügel zum Toilettencontainer hochstapfen. Noch geht dies gut, aber jeder weitere Gang lässt die Wege immer weiter aufweichen. 

Jetzt ist es aber unten vor der Bühne sowieso interessanter. Eng gedrängt stehen die Metaller, um die heutigen Headliner standesgemäß begrüßen zu können. „Any Given Day“ prägen den deutschen Metalcore wie wenig andere Bands. Als feste Größe der Szene dürfen sie jetzt endlich auch mal den Metalacker zu beben bringen. Der Energiegeladene Metalcore aus dem Ruhrpott ist auf jeden Fall eine perfekte Voraussetzung für eine deftige Party. Sänger Dennis Diehl heizt dem Hang von unten bis oben mächtig ein, bringt den ganzen Platz bis zum Mischer zum Springen. Ganz zum Anfang unterbricht er kurz, als er in der ersten Reihe ein junges Mädchen mit Nasenbluten entdeckt. Obwohl die Eltern sich schon kümmern, eilen zwei Sanitäter herbei und kümmern sich um Nase und Mädchen. Schon dröhnen die Gitarren wieder den Acker hinauf, der Bass grollt in den Schwarzwald hinein und fast scheint es, als würde der Wald antworten wollen. 

 

Doch leider ist es nicht der Wald, sondern die Wolken, welche ihre Antwort abgeben. Nach nur knapp 30 Minuten Set müssen „Any Given Day“ erneut unterbrechen. Wenn man Menschen vom Organisations-Team auf der Bühne sieht, ist das selten ein gutes Zeichen. So auch diesmal, als Simon Kaltenbacher mit geknickter, aber klarer Stimme verkündet, dass die Show an dieser Stelle abgebrochen werden muss. Der Festival-Meteorologe vor Ort hat ein paar kräftige Gewitter Wolken festgestellt, welche sich in kürze über dem Gelände entladen werden. Da die Trombachhöhe die höchste Lichtung in der Gegend ist, besteht erhöhte Blitzschlaggefahr. Daher blieb dem Team leider keine andere Möglichkeit als eine Räumung des Geländes zu verkünden. 

Alle Anwesenden sollten sich in ihren Autos in Sicherheit bringen. Egal ob Camper oder Tagesgäste, ein sicherer Platz musste aufgesucht werden. An dieser Stelle möchten wir gerne das Lob weitergeben, welches vom Metalacker-Team an uns überbracht wurde. Man möchte sich im Namen aller Organisatoren, Helfern und Musikern für die zügige, aber stressfreie Räumung des Geländes bedanken. Ohne zu murren habt ihr Metalheads den Anweisungen der Ordner folgegeleistet, habt Plätze in eurem Auto denen angeboten, die ohne angereist waren und habt damit bewiesen, dass auf dem Acker jedes Jahr die große Metalfamilie zusammenkommt. 

Das Gewitter kam dann auch tatsächlich. Die Tannen warfen, von Blitzen erleuchtet, lange Schatten über das Infield und den Campingplatz. Die meisten Tagesgäste zogen sich zurück und verließen den Acker für heute. Doch als um 23 Uhr die Entwarnung kam, zeigten die Camper wieder, dass sie nichts schrecken kann. Im strömenden Regen wagten sich einige Wagemutige wieder vor der Bühne, um noch ein paar Songs „Any Given Day“ zu lauschen. Auch die beiden anderen Bands des Abends „Nachtblut“ und „Cytotoxin“ durften ihre Slots, wenn auch ein wenig verkürzt, noch bis spät in die Nacht spielen. Da auch unsere Redaktion den Rückzug in ihre Unterkunft angetreten hatte, können wir euch von diesen Auftritten leider keine Bilder bieten. 

 

Samstag, 26. August 

Das Metalfans Wetter erprobt sind, braucht nach den Schlammschlachten auf vielen großen Festivals dieses Jahr, niemand mehr beweisen. So konnte auch das Unwetter der letzten Nacht die Laune nicht schmälern, als das „Edelweiß Echo“ zum alljährlichen Frühshoppen rief. Was dem Wacken seine „Firefighter“ und dem Summer Breeze die „Blasmusik Illenschwang“, das ist auf dem Metalacker das „Edelweiß Echo“. Die Familienband sorgt seit der ersten Ausgabe für Stimmung am Samstagmorgen und holt auch die letzten aus ihren Zelten. Dazu ein paar deftige Leberkässemmeln, Eier mit Speck oder eine der vegetarischen Alternativen, gemischt mit frischgezapften Kaffee oder Bier.  

Beim Frühshoppen mischen sich auch immer wieder ein paar Tennenbronner unter die leicht verkaterten Metaller, denn der Zugang ist für alle frei, die sich auch die Anhöhe trauen. So entsteht eine bunte Mischung zwischen den Schwarzgewandeten, welche der Stimmung mehr als zuträglich ist. Das „Edelweiß Echo“ spielt dazu eine Mischung aus traditionellen Schwarzwälder Liedern, alten und neuen Schlagern, sowie ein paar leichte Rocksongs. Immer wieder sieht man Gäste vor der kleinen Bühne am Campingplatz tanzen, zu einem Matsch-Pit reicht es noch nicht ganz, aber die Wiesen haben durch den Regen der letzten Nacht schon etwas gelitten. Jetzt blitzt aber erstmalig die Sonne zwischen den Wolken hervor. 

 

Zur ersten Band um kurz vor halb 4 zieht dann allerdings doch wieder etwas Regen durch. „Pinghost“ aus Balingen hatten keine weite Anreise, dennoch ist Frontmann Andy teilweise schnell aus der Puste. Der energische moderne Metalcore zieht trotz der gestiegenen Luftfeuchtigkeit einige Zuschauer vor die Bühne. Es wird schon kräftig gemoscht und die Überbleibsel der Grasnarbe verwandeln sich schnell in eine breiige Masse. Geboren ist der Matsch-Pit von Tennenbronn. Es scheint, dass der Schlamm die Zuschauer noch mehr anheizt. Auf und vor der Bühne geht es so früh am Tag schon ordentlich ab. Die fünf Lokalmatadore drehen zum Ende ihres Sets nochmal richtig auf, präsentieren einen neuen Song von ihrem kommenden Album und hinterlassen mit ihrem brachialen Sound einen bleibenden Eindruck. 

 

Auch die nächste Band kommt aus der unmittelbaren Umgebung. Bei „Basilisk“ kann sich der Matsch-Pit wieder etwas erholen. Bis auf ein paar eingeschworene Fans der Band, können nicht viele etwas mit dem ruhigen Dark Metal anfangen. Das könnte auch daran liegen, dass sich Sängerin Ela noch nicht ganz wohl auf der Bühne fühlt. Etwas verloren steht sie in ihren Pausen da. Gitarrist und Gründer der Band Rudy versucht sie etwas einbinden, was nach und nach für ein wenig Lockerheit sorgt. Am Anfang noch etwas zart, findet sie später auch den Druck in ihrer Stimme. Ganz anders Keyborder und Growler Tommy, welcher einen harten Kontrast zu Elas zarter Stimme bildet. Insgesamt wirkt die Band, welche erst seit 2019 in der jetzigen Kombination spielt, ein wenig Konzeptlos. So mischt sich gegen Ende auf einmal ein fast mittelalterlicher Song, welcher entgegen dem bisherigen Set, auf Deutsch gesungen wird. Mit einem ehren Applaus verlassen die fünf nach 50 Minuten wieder die Bühne. 

 

Ganz anders geht es zugange, als „Never Back Down“ heranstürmen. Das mit satten Bässen unterlegte Intro macht sofort klar, welche Gangart nun zu erwarten ist. Die Soundwelle vor der Bühne drückt sogar kurzfristig die Wolken beiseite und lässt etwas Sonne durchblitzen. Das Quintett vom Niederrhein spielt eine geile Mischung aus Hard- und Metalcore. Letztere Richtung bricht vor allem dann durch, wenn Gitarrist Daniel zum Clean-Gesang ansetzt. Frontman Daryl hingegen schreit das Publikum mit Vorliebe an, dieses brüllt freudig zurück und eröffnet den Matsch-Pit erneut. Ein bisschen zwischen den Wörtern seiner Ansagen versteckt, feuert er den Raum bis zum Mischpult zum Durchdrehen auf. Es wird fröhlich Folge geleistet, der Matsch-Pit wird von Song zu Song größer und der Schlamm spritzt nun auch unbeteiligte an. Die Kutten werden braun eingefärbt, Bandshirts umdekoriert, während das Kollektiv zusammen durchdreht. Die eingängigen Songs lassen Raum zum Mitsingen, die Energie der Fünf überträgt sich auch noch weit den Hang hoch. Eine Stunde Set ist schon ordentlich, geht dennoch sehr schnell rum. Glücklich lassen sich alle fallen, die eine in den Matsch, die anderen in einen Stuhl im Backstage. Dieser Auftritt hat allen Beteiligten auf jeden Fall Kraft gekostet. 

 

Manchmal ist die Welt des Metal sehr klein. So spielte „Never Back Down“ Schlagzeuger Andi vor fast 10 Jahren sein erstes Konzert mit seiner damaligen Band als Vorgruppe für „Jaded Heart“. Nun steht die Deutsch-Schwedische Kombo wieder nach Ihm auf der Bühne. Nur dieses Mal nicht im Duisburger Parkhaus, sondern auf dem Metalacker in Tennenbronn. 

Erneut sind es Fünf die auf der Bühne stehen, allen voran Sänger Johan Fahlberg, welcher in seinem Anzug wie der perfekte Gentleman-Rocker wirkt. Dazu passt auch der elegante Hardrock, welcher hin und wieder ein paar kleine Ausflüge in den Metal macht. Seine Bühnenpräsenz zieht auch schnell die Zuschauer in den Bann. In Jahren Bandgeschichte kamen natürlich auch einige Hits zusammen, welche ein guter Teil des Publikums sicher mitsingt. Insgesamt merkt man der Band ihre Erfahrung an. Es wird lustig miteinander gescherzt, die Schweden versuchen sich in Akzentfreien Deutsch, während die Deutschen sich mit einem „Skol“ zuprosten. Mit andauerndem Set steigt auch die Stimmung vor der Bühne weiter, gleichwohl geht es deutlich gesitteter zugange als bei anderen Bands des heutigen Tages. Auch „Jaded Heart“ bekommen eine Stunde zugesprochen und verlassen den Acker unter lautem, ehrlichem Applaus. 

 

Danach wurde es endlich Zeit für den ersten Headliner des Abends. Der Acker ist mittlerweile komplett gefüllt. Bei ausverkauftem Haus ist auch der Hang ordentlich gefüllt. Vor diese beeindruckende Kulisse treten nun „Brainstorm“. Fast 35 Jahre gibt es die Band nun schon und ihr energischer Power-Metal hat nichts an Kraft verloren. Allen voran stürmt Sänger Andy die Bühne und reist das Publikum in seinen Bann. Arme fliegen, Menschen springen, Pommesgabeln werden in die Höhe gerissen, als „Where Ravens Fly“ den Hügel hinauf schallt. Obwohl die Sonne untergeht und die Schwarzwald-Kälte heraufzieht, kocht die Stimmung im Publikum.  

Drummer Dieter darf sich mit einem deftigen Solo austoben, welches „Highs without Lows“ in zwei Teile trennt. „Brainstorm“ sind perfekt eingespielt und haben eine gigantische Dynamik auf der Bühne. Überall auf dem Metalacker sieht man grinsende Menschen, egal ob sie vor oder auf der Bühne stehen. Der Matsch-Pit kommt immer wieder zu kleineren Einsätzen, insgesamt geht es aber friedlich zu. Es wird einfach im Kollektiv gefeiert. Als dann kurz vor Ende des Sets auch noch die Mega-Hits „Escape the Silence“ und „Turn of the Lights“ angestimmt werden, gibt es kein halten mehr. Unter frenetischem Jubel lassen sich die fünf noch ein wenig feiern, bevor sie sich vor dem Publikum verneigen und mit einem freudigem Lachen die Bühne verlassen. Ein absolut würdiger Headliner für den heutigen Abend. 

 

Nun sollte eigentlich „Hämatom“ auftreten. Da aber Bassist Peter „West“ Haag nur wenige Tage vor dem Metalacker nach kurzer, aber heftiger Krankheit verstarb, sagten die Oberfranken den Auftritt verständlicherweise ab. Das Organisationsteam vom Metalacker sah sich der Aufgabe gestellt sehr kurzfristig einen neuen Headliner zu buchen. Fündig wurden sie in Griechenland mit „Septicflesh“. Da das gesamte Merchandise bereits gedruckt war, steht natürlich überall noch „Hämatom“ mit drauf. Auch viele Gäste hatten sich in freudiger Erwartung auf die Deutschrocker ihre Tickets gekauft, sahen sich nun mit dem Death-Metal aus Athen konfrontiert. 

Doch die Gäste sind offen und begrüßen die fünf Männer mit gebührendem Applaus. Trotz der düsteren musikalischen Stimmung, die nun die Dunkelheit durchzieht, lassen sie die Zuschauer mitreißen und recken ihre Pommesgabeln im Takt in die Luft. Sänger Spiros bedankt sich öfter für den freundlichen Empfang bei den Fans und stimmt motiviert den nächsten Song an. Bei „The Vampire from Nazareth“ werden alle vorhandenen Haare geschüttelt, wer keine hat, reckt halt wieder die Hände in die Luft. Gegen Mitte des Sets dreht die Stimmung leider ein wenig. Zu wenig Abwechslung ist in dem Set, und der starke Kontrast zum eigentlichen Headliner lässt einige Metalfans ermüden. Am Hang lichten sich so langsam die Reihen. Die verbliebenen Gäste bekommen als Zugabe dann noch mit „Anubis“ einen Klassiker als Zugabe serviert, dann verabschieden die Griechen sich vom Metalacker. 

 

In der Umbaupause kommen die verbliebenen „Hämotom“-Fans doch noch auf ihre Kosten. Aus den Boxen schallen Hits der Band, welche laut mitgesungen werden. Als Hommage and den verstorbenen „West“ werden Bilder von ihm auf die Info-Leinwand geworfen. Diese Ehrung wird lautstark bejubelt, und so bekommen die Deutschrocker doch noch einen kleinen Platz auf dem diesjährigen Metalacker. 

Mit „Septicflesh“ verabschieden sich auch weitere Zuschauer vom diesjährigen Metalacker. Der Hang und obere Bereich sind schon fast leer, als mit „Destinity“ die letzte Band des Abends nochmal die letzte Kraft der Metalheads abruft. Stilistisch passt der Melodic-Death-Metal ganz gut in die Reihe der Bands, aber die Franzosen haben ein schweres Los. Das Wochenende war kräftezehrend, vor der Bühne befindet sich der Matsch-Pit und es wird immer kälter auf dem Acker. Vor der Bühne ist die Stimmung noch gut und es gibt hörbaren Zuspruch aus den verbliebenen Kehlen. So geht, in rotes Scheinwerferlicht getaucht, der Metalacker 2023 zu Ende. 

 

Der Acker hatte dieses Jahr mit ein paar Herausforderungen zu kämpfen. Kurzfristiger Tausch eines Headliners und das Wetter machten es dem Orga-Team nicht leicht. Allen Widrigkeiten zu Trotz schaffen es die Ehrenamtlichen aber wieder einmal ein Fest für die ganze Metal-Familie auf die Beine zu stellen. Mit viel Herz und Engagement sorgen die lokalen Vereine für deftiges Essen, kühle Getränke und passende Größen am Merch-Stand. Diese 10 Ausgabe war sicher für alle etwas ganz Besonderes und auf dem Heimweg trifft man immer wieder auf erschöpfte, aber glückliche Metaller, die jetzt schon beschlossen haben: „Nächstes Jahr kommen wir wieder!“.  

Dem können wir uns nur anschließen. Wir sehen und beim 11. Metalacker im Jahr 2024. Bis dahin dürft ihr euch schonmal mit unserem Aftermovie die Wartezeit verkürzen. 

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Text: Eightrocks
Video: Adrian Sailer
Fotos: Eightrocks 

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Über den Autor des Beitrags

Eightrocks

Hört am liebsten Symphonic- sowie Powermetal, kann sich aber auch für Pagan und Metalcore begeistern. Wenn er gerade einmal nicht mit Achterbahnen spielt, ist die Kamera im Anschlag.

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