Konzertbericht/Fotos: Clutch + Jesus Chrüsler Supercar
07.08.2016 Modernes, Bremen

Am Vortag standen Clutch noch auf der an diesem Wochenende größten Rock-Bühne in Deutschland im beschaulichen Wacken. Nun wieder in einer etwas kleineren Location, dem Modernes in Bremen. Für die zahlreichen Gäste offenbar ein lange erwartetes Ereignis. Die Vorfreude ist überall deutlich zu spüren, die Stimmung ausgelassen, die Luft heiß und die Getränke kalt.

Den Einstieg machen heute Abend Jesus Chrüsler Supercar aus Schweden. Unverkennbar ist der Einfluss von Motörhead, was definitiv nicht nur am Umlaut im Band-Namen liegt. Auch nicht an der Besetzung (Frontmann Robban Bergeskans rockt neben den Vocals auch den Bass). Es sind vor allem die derben, dreckigen Rock‘n‘Roll-Riffs und die rotzige Stimme, die einen Vergleich mit der damals lautesten Band der Welt durchaus zulassen. Keine Frage: Sicherlich für alle ein ordentlicher Start in den Abend.

Nach kurzer Umbaupause und Frischluftzufuhr durch die zwischendurch geöffnete Dachluke (nicht dass jetzt falsche Vorstellungen aufkommen, trotz freiem Blick auf den abendlichen Himmel blieb die Luft kuschelig warm und stickig), betritt die Hauptattraktion des Abends die Bühne. Wer Clutch einmal live erleben durfte, gelangt zweifellos zu folgenden Erkenntnissen: Frontmann Neil Fallon singt mehr mit den Armen als mit dem Mund. Stillstehen oder gar andächtig zuhören ist nicht. Das gilt sowohl für Neil als auch für das Publikum, und zwar bis in die allerletzte Reihe (auch wenn es wirklich warm ist – s.o.!). Keine silberne (oder schwarze) Scheibe kann jemals das wiedergeben, was die vier Herren auf der Bühne durch die Anlage jagen.

Aus meinen persönlichen Beobachtungen erlaube ich mir, noch folgende zwei Gerüchte in die Welt zu setzen: Gitarrist Tim Sult hat noch niemals sein Publikum gesehen. Und: Neil Fallon hat sich klonen lassen. Nein, wirklich! Ich hab‘s mit eigenen Augen gesehen. Oder war‘s doch ein Fan im Publikum, mit exakt derselben Frisur sowohl oberhalb als auch unterhalb der Ohren, der jeden Text auswendig kennt und mit exakt kopiertem Armgefuchtel und Gesichtsausdruck jedes Lied mitsingt?

Ganz sicher bleibt jedem Gast der Sonntag Abend in bester Erinnerung. Die Stimmung natürlich grandios, die Musik vom feinsten in angenehm entspannter Atmosphäre.

 

Die Setlist:

– X-Ray Visions
– Firebirds!
– Burning Beard
– Decapitation Blues
– Earth Rocker
– Sucker For The Witch
– Quick Death In Texas
– Behold The Colossus
– The Face
– DC Sound Attack!
– Noble Savage
– Regulator
– Gravel Road
– Passive Restraints
– Electric Worry
– The Mob Goes Wild
– The Wolf Man Kindly Requests

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