Van Holzen und Lausch
04.02.2018 im Waldsee Freiburg

Der 04.02.2018 war der Abend der Trios im schnuckeligen Club Waldsee in Freiburg. Die junge Truppe Van Holzen waren letztes Jahr bereits in Freiburg zu sehen, blicken nach ihrer Support-Tour für Billy Talent aber nun wieder auf ein überschaubareres Publikum. Sonntag Abends einen Club zu bespielen, da gibt es mit Sicherheit dankbarere Aufgaben, lediglich etwa 100 Leute wollten den Doppelpack sehen.

Das Publikum, im Schnitt Anfang 20, machte aber von Beginn an ernst. Da herrschte schon bei der energiegeladenen Show der Wiener Formation Lausch rhythmische Schiebereien und engagiertes Gedränge vor der Bühne. Lausch stellten hauptsächlich die Stücke des aktuellen Albums ‚Quiet Men‘ vor. Der eingängige Alternative-Rock der Marke Biffy Clyro, gespickt mit Singalongs, deftigen Querschlägerriffs und mathematischen Zierrat unterhielt für eine gute halbe Stunde, dann wurden die Gerätschaften der Ulmer Van Holzen auf die kleine Bühne des Waldsee geschafft.

Die jungen Schwaben, die im Vorjahr noch das Abitur hinter sich gebracht hatten, präsentierten sich etwas lichtscheu. Spärliche, meist kalte Farben sorgten für eine schummrige Atmosphäre, in der Van Holzen ihren düsteren Indie Rock zelebrierten. Das passt zwar sehr gut zu den ebenfalls dunklen Bildern, die die Mannen um Florian Kiesling von der Gesellschaft und dem Beziehungsgeflecht zeichnen, zu fotografieren ist es allerdings schwierig. Das soll aber nicht das Problem des Trios sein.

Mit der gleichnamigen EP und dem Albumdebüt ‚Anomalie‘ liess sich gut eine Stunde Spielzeit füllen. Den druckvollen Sound des Albums brachten Van Holzen ebenso gelassen wie perfekt auf die Bühne. Musikalisch reiht man sich in die harte Indie/Punk-Schule von jüngeren Bands wie Heisskalt, Fjort, Blackout Problems oder auch Turbostaat ein, nennt aber auch Biffy Clyro oder die Marmozets als Einflüsse. Bei aller Abgeklärtheit im Auftreten der Jungs ließ sich ein gewisser Stolz auf das Geleistete nicht verbergen, dessen Früchte auf der gleichnamigen Tour nun eingefahren werden. Das sichtbar verzückte Publikum nahm es dankbar auf, spätestens ab dem zweiten Song war der Mob im Pit komplett entfesselt.

Auf die weitere Entwicklung des jungen Trios darf man gespannt sein. Wer bei diesem Gig dabei war kann später sicher mal damit angeben.

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Chris

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