Emil Bulls – Mixtape

Da das neuste Rammstein-Werk wohl bei den meisten aktuell im Mittelpunkt ihres Lebens steht, haben es andere Veröffentlichungen vermutlich eher schwer, Gehör zu finden. Aber vielleicht ist bei dem einen oder anderen das Streichholz schon erloschen und ihr habt Kapazität für Neues. Dann kann man „Mixtape“ von den Jungs von Emil Bulls wärmstens empfehlen.

Es hat ja in Deutschland schon fast Tradition Cover-Alben zu machen. Bekannte Vertreter sind bereits Heino oder auch Callejon. Nun haben sich auch Emil Bulls diesem Trend angeschlossen. Anders als die beiden anderen Vertreter interpretieren die Bulls allerdings Welthits und verpassen diesen Songs eine ganz neue Note. Manche bekommen sicherlich ein Déjà-vu an die alten „Punk goes Pop“-Zeiten. Und das auch zurecht.

Emil Bulls haben es in den letzten Jahren doch immer wieder geschafft, „poppige Elemente“ in die doch recht extreme Nu-Metal-/HC-Musik gekonnt zu interpretieren. Dabei hat deren Musik immer professionell und nie albern gewirkt. Und wer die Jungs bereits live erleben durfte, der wird wissen von was ich Rede. Eskalation pur!

Knockdown Festival

Knockdown Festival 2018 Karlsruhe

Nun, man kann am Anfang vielleicht doch Schmunzeln, wenn man liest, dass es als Opener „Survivor“ von Destiny Child geschafft hat. Die musikalischen Wurzeln sind gefühlt so weit weg wie die Erde von der Sonne. Dennoch, durch ihre eigene Interpretation knallt dieser Song richtig und beweist direkt, dass sich die Jungs bei diesem Album wirklich Mühe gegeben haben. So ist kein Song einfach nur ein Cover mit verzerrten Gitarren, sondern stets eine eigene Interpretation, die dennoch musikalische Grundelemente, die den Originalton erkennbar machen.

Das wird spätestens nach der Neuinterpretation von „Rebel Yell“ klar. Eine gekonnte Verbindung aus leicht elektronischen Klängen, gepaart mit ruhigen Gesangsstellen und einem powergeladenen Refrain.

Aber auch „River“ von Eminem und Ed Sheeran erstrahlt in einem ganz neuen Licht. Eine gekonnte Verbindung aus Pop, Rock und Metal.

Für den Tanzfaktor bieten vor allen die Interpretationen „Jesus He Knows Me“ (Genesis), „We Built This City“ (Starship) oder „Jungle Drum“ (Emilliana Torrini) genügend Potenzial für den Discobesuch.

Die wohl beste Coverversion ist „You Should See Me in A Crown“ von Billie Eilish. Um ehrlich zu sein habe ich den Hype um die junge Sängerin bis heute nicht verstanden. Die Songs haben zwar alle Potenzial, sind aber teilweise von elektronischen Klängen und Verzerrungen in der Stimme überlagert. Das macht sehr viel kaputt. Emil Bulls haben dagegen genau diesen Spagat geschafft und eine perfekte Mischung aus Rock, Electro (Drum&Bass) und verschiedenen Gesangseinlagen geschaffen. Ja, man muss sagen, das Cover ist deutlich besser als das Original. Vor allem wenn man es richtig laut genießen kann. Die perfekte Hook, die die Power überträgt.

Ja, „Mixtape“ muss man laut hören, verdammt laut sogar. So kommt das volle Potenzial dieses Werkes am besten rüber. Es bleibt nur eins zu sagen: Seit langem mal wieder gute Cover-Versionen bekannter Künstler/Songs gebündelt auf einem Werk, das eine absolute Empfehlung ist! Es macht einfach Laune, dieses Album zu hören, und es ist (auch wenn es vermutlich für einige ein Schlag ins Gesicht ist) die bessere Veröffentlichung als das aktuelle Rammstein-Werk!


Youtube-Video per Klick auf das Bild laden. Davor bitte die Datenschutz-Hinweise im Impressum beachten!

01 – Survivor | 02 – Tell It To My Heart | 03 – Mr. Brightside | 04 – Grenade | 05 – River | 06 – Rebel Yell | 07 – Jesus He Knows Me | 08 – You Should See Me In A Crown | 09 – Jungle Drum | 10 – The Hills | 11 – We Built This City | 12 – Where Is My Mind | 13 – Every You Every Me | 14 – Kids |

Viele weitere CD-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

emil bulls mixtape review
Emil Bulls
Mixtape
(Afm Records (Soulfood))

Über den Autor des Beitrags

Adrian

Adrian

Macht mit viel Leidenschaft Fotos von Konzerten und hört am liebsten deutschsprachige Musik.

Weitere Beiträge des Autors - Website

Follow Me:
FacebookLinkedIn

Adrian

Über Adrian

Macht mit viel Leidenschaft Fotos von Konzerten und hört am liebsten deutschsprachige Musik.
Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.