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Foo Fighters – Sonic Highways

Anfang 2013 gab es schon einmal eine Musik-Doku namens “Sound City”, an der Dave Grohl beteiligt war. Bei der Gelegenheit scheint ihm irgendwie ein Licht aufgegangen zu sein: Musik und Dokumentation, das passe sehr gut zusammen, so Grohl.
Schließlich reifte also die Idee zu “Sonic Highways” – die da (in meinen Worten) wäre: “Wir machen ein Album und nehmen jedes Stück in einer anderen Stadt der USA auf, lassen dabei den Spirit der Region und des Studios einfließen, laden vielleicht mal hier und da einen lokalen Gastmusiker ein, und schließlich bringen wir noch jeweils eine einstündige Rockumentary zu jeder Stadt bzw. jedem Song”. So gebe der in der Doku gezeigte Background der Musik mehr Tiefe und diese könne dadurch dann eine stärkere, emotionale Bindung herstellen.

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Video zu „Something From Nothing“, aus dem Electrical Audio Studio in Chicago

Die Band reiste also zu den Studios und Musik-Metropolen des Landes, die am meisten Musik-Geschichte (teils mit eigenem Bezug) boten: Chicago, Washington, Nashville, Austin, Los Angeles, New Orleans, Seattle und New York. Dort verbrachten die Musiker jeweils eine Woche und spielten in Zusammenarbeit mit Erfolgsproduzent Butch Vig einen Song ein. Dabei waren die Songs zwar schon vorbereitet, damit die Eindrücke jeweils noch mehr Berücksichtigung finden konnten, schrieb Grohl die Texte allerdings erst vor Ort. Außerdem wurde für die Aufnahme manchmal ein Ehrengast aus der lokalen Szene eingeladen, meist ein Gitarrist, wie z.B. Rick Nielsen von Cheap Trick.

Auf die einzelnen Titel möchte ich an der Stelle gar nicht wirklich eingehen. Zum einen wurde die erste Hälfte des Albums ohnehin schon durch die Fernseh-Ausstrahlungen veröffentlicht und außerdem kam am vergangenen Wochenende auch noch ein kompletter Album-Stream hinterher.
Es sei aber in aller Kürze so viel gesagt: das Album zwischen Classic-, Stadion-, Funk-, Southern-, Punk- und KeineAhnungWasNochFür-Rock kommt mit heftigen Parts, eingängigen Stücken, Balladen-Ähnlichen und ohne wirkliche Schwachstelle und lässt sich auch nach einigen Durchläufen wunderbar in Gänze genießen.

Man darf eben nicht erwarten, dass die Foo Fighters plötzlich Jazz mit Bläsern spielt, nur weil “In The Clear” beispielsweise in New Orleans aufgenommen wurde. Oder “Congregation” – keine Ahnung – vielleicht nach John Denver klingt, weil es in der Country-Hochburg Nashville eingespielt wurde. Nein. Erklärt man einem Versuchskandidaten das Konzept vorher nicht und legt ihm stattdessen einfach nur das Album vor, erkennt der Arme ganz sicher nicht, welches Stück wo entstanden ist. Kritiker könnten der Truppe daraus einen Strick drehen und das Projekt aus diesem Grund für gescheitert erklären. Aber mal ehrlich, Leute, darum geht es doch nicht. Und: wer würde das auch wollen?!

Es geht bei “Sonic Highways” um eine gleichermaßen aufwendige, unterhaltsame und lehrreiche TV-Produktion (HBO; bei uns im Pay-TV auf “Spiegel Geschichte”) und ein recht klassisches FF-Album als Essenz daraus. Ein Projekt, das die verschiedenen Szenen, Orte und Personen der US-amerikanischen Musikwelt ehrt und als Muse nutzt. On Top gab es während dieser Recording-Tour übrigens auch vereinzelte Überraschungs-Konzerte. Rundum gelungen, würde ich das nennen!Viele weitere CD-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

Foo Fighters - Sonic Highways - Tribe Online Magazin
Foo Fighters
Sonic Highways
(Rca Int. / Sony Music)

Über den Autor des Beitrags

Gerald

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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