Pop Evil – Dto.

Immerhin hat die Band Pop Evil in ihrer Diskographie schon eine ganze Hand voll Studioalben vorzuweisen. Und mit den letzten drei Werken daraus — “War Of Angels” (2011), “Onyx” (2013) und “Up” (2015) — hat sich die Rock-Combo aus Michigan in den US-amerikanischen Billboard Album-Charts konsequent weiter aufwärts gearbeitet. Allerdings werden dem klassisch besetzten Quintett (Gesang, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug) auch immer wieder zwei, bei ausgewiesenen Rock-Fans eher wenig gut ankommende, Makel attestiert: Zum einen die fehlende musikalische Eigenständigkeit und zum anderen der stellenweise allzu gefällige Radio-Rock und dadurch eine gewisse Ähnlichkeit mit Nickelback (wobei ich mich hier nicht an dem unsäglichen Gehate gegen Chad Kroeger & Co. beteiligen will).

Nun jedenfalls fahren Pop Evil mit ihrem sechsten Album auf, das sie einfach nach sich selbst benannt haben. Und große Überraschungen, so viel sei vorweg genommen, darf man sich auch davon nicht erwarten.


Video zu “Colors Bleed”

Das Album beginnt zunächst mit vier ganz ordentlichen, teils richtig guten Songs. “Waking Lions” tackert mit groovenden Salven recht hart los und “Art Of War” und vor allem “Colors Bleed”, das wohl interessanteste Stück auf “Pop Evil”, sind kraftvolle Crossover-Kracher. Hier und da wird auch entsprechender Sprechgesang geboten. Allerdings erinnern diese schon extrem arg an Rage Against The Machine bzw. das Gitarrenspiel an Tom Morello. Weitere Assoziationen, die einem bis hier hin fast unweigerlich in den Kopf schießen: Black Veil Brides, Body Count, ein bisschen Pantera und Clawfinger.
Danach das schunkelnde “Be Legendary”, das etwas grungige, aber auch ziemlich harmlose “Nothing But Thieves”, zu dem streckenweise auch noch Beat aus der Konserve herangezogen wird und “A Crime To Remember”, das hier und da ein wenig an Mark Forster denken lässt. In diesem Mittelteil findet das Album seinen Tiefpunkt.
Zum Ende hin geht es wieder etwas aufwärts. “God’s Dam” zeigt eigentlich ganz guten Southern Rock (Vergleich: Black Stone Cherry) und “Bird Of Prey” eigentlich ganz guten Alternative Rock. Ob der vielen verschiedenen Stilrichtungen, die sich allerdings nicht etwa in einem eigenen Stilmix wiederfinden, sondern in einer Kompilation unterschiedlichster Songs, bleibt man dabei aber eben schon ziemlich verwirrt zurück.

Zu einem Teil richtig gut, zwischen Pop und evil (aber klar mehr Ersteres als Letzteres) — hauptsächlich jedenfalls unspektakulär, ohne eigenen Stil und auf zu vielen Hochzeiten tanzend. Wer Pop Evil bis hier hin mochte, wird auch weiter Gefallen daran finden. Wer ihnen bisher Einfallslosigkeit zuschrieb, wird aber eben auch wieder bestätigt.Viele weitere CD-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

Pop Evil
Pop Evil
(eOne / SPV)

Über den Autor des Beitrags

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

Weitere Beiträge des Autors - Website

Über Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.[BR] Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.
Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.