Skindred – Volume

Das Vorhaben, den Stil der walisischen Band Skindred zu beschreiben, erscheint wohl ungefähr genauso aussichtlos, als wollte man dem Gitarristen von Thomas Anders das Gitarrespielen beibringen. Angesichts der Tatsache, dass uns das Quintett aus Newport schon seit 1998 feinsten Genre-Blend aus Metal, Rock, Reggae und diversem anderen Zeug um die Ohren haut, ist eine besonders ausführliche Beschreibung aber zum Glück auch gar nicht notwendig.
Schließlich klingt die Band auch auf ihrem sechsten Studioalbum “Volume”, ihrem ersten auf Napalm Records, eigentlich wie gehabt – auch wenn Gitarrist Mikey Demus das Werk als das “most guitary, riffy aggro-album we’ve made so far” bewirbt und man ihm andererseits auch nicht unbedingt widersprechen kann.

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Video zu “Under Attack”

Wobei das Adjektiv “aggro” doch nur auf das erste Drittel wirklich zutrifft. Denn hier werden die richtig dicken Bretter gebohrt. Die mal groovenden, mal zentnerschweren Nu-Metal-/RATM-Riffs werden natürlich vor allem durch die irre Performance von Frontmann Benji Webbe garniert, die vom Sprechgesang zwischen Jamaica- und Hip-Hop-Style bis hin zu extrem kraftvollen oder auch melodiösem Gesang variiert. Vor allem der Opener “Under Attack” (Video s.o.), aber auch der Titelsong und “Shut Ya Mouth” lassen einem so nur wenig Zeit zum Durchatmen.
Im restlichen Teil, der von drei durchnummerierten Interludes mit Reggae-, Electro- und Hip-Hop-Klängen unterteilt ist, zeigt man sich vergleichsweise zahm. Die Stücke sind dann wesentlich weniger brachial, arbeiten noch mehr mit Melodie und rangieren eher im Bereich Alternative-Rock als in irgend einem anderen. Trotz allem bekommt ihr aber auch mit den ruhigsten Songs der Platte – namentlich “The Healing” und “Three Words” – keine Ballade von Skindred zu hören.
Eine kleine Ausnahme in diesem Teil des Albums stellt “Sound The Siren” dar, das noch einmal mit schweren Gitarren, vor allem aber zunächst mit Tribal-Rhythmen und schließlich mit hypnotischem Chorus noch den überschüssigen Dampf ablässt.

Mit “Volume” gibt es eine neue, solide Portion Skindred ohne Aussetzer – nicht mehr und nicht weniger. Wer bisherige Platten des irren Fünfers mochte, wird auch am neuen Album große Freude haben. Und das übrige Volk, sofern genreflexibel und mit Hang zum Abhotten, sollte definitiv reinhören.Viele weitere CD-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

Skindred - Volume - Tribe Online Magazin
Skindred
Volume
(Napalm Records / Universal Music)

Über den Autor des Beitrags

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.[BR] Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.
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