42 Decibel – Hard Rock N’Roll

Wer das Verhältnis von Zitronenfaltern und Projektleitern kennt, der kann sich ebenso gut denken, was das für den Begriff “Aussie-Rock” bedeutet. Genauuuu! Nämlich, dass nicht jeder Aussie-Rock unbedingt aus Australien kommen muss. Warum nicht auch mal aus… hmm, sagen wir… Argentinien?!
Die Vierertruppe von “42 Decibel” mag sich das wohl auch gedacht haben, als sie begonnen hat, es Helden des Genres gleich zu tun. Sie zählen die naheliegendsten AC/DC und Rose Tattoo ebenso zu ihren Einflüssen wie auch andere Größen des Rock-Zirkus – z.B. die Stones, Led Zep, Lynyrd Skynyrd, Creedence Clearwater Revival oder auch ZZ Top.

Nachdem sich 42 Decibel in der Rock-Szene ihrer Heimat Buenos Aires mit überzeugenden Live-Auftritten einen Namen gemacht haben, können sie nun stolz ihr Debütalbum mit dem bezeichnenden Titel “Hard Rock N’Roll” präsentieren.
Darauf verbinden sie Elemente wie auf frühen AC/DC-Scheiben (Bon Scott) vor allem mit Blues-Rhythmen und -Harmonien und auch ein bisschen Southern Rock. Dabei klingt ihr Sound stets “old-school”, ehrlich und direkt und dazu gekonnt gespielt und ohne Schnickschnack produziert. Man bekommt eher den Eindruck, Besucher eines Pub-Konzerts zu sein, als das Ergebnis ausgefeilter Produzentenleistung zu bestaunen.

Ellenlange, irre Gitarrensoli, Slideguitar-Einsätze, groovende Riffs und Tempowechsel sind auf der Liste der Pluspunkte genauso aufzuführen, wie die starke Stimme von Frontmann Junior Figueroa, der, man mag es kaum glauben, zunächst ungewollt und eher zufällig zu seinem Job am Mikrofon kam. Die Texte, die er singt, drehen sich meist um Alkohol und das weibliche Geschlecht.
Zu bemängeln gibt es an sich nicht wirklich etwas. Etwas missfallen haben mir die Chöre, die oft zu den Refrains gesungen werden. Sie klingen mir etwas „lahm“. Und selten – wirklich nur ganz vereinzelt – meine ich, man könne hören, dass kein nativer Englischsprecher singt. Beides könnte man aber auch eher als unnötiges Nörgeln abtun.

Für den Fall, dass ihr unbedingt Anspieltipps wollt, würde ich euch “Scotch Drinker”, “Long Legged Woman” und “Drinkin Margaritas” nennen. Aber an sich kommt der “Hard Rock N’Roll” von 42 Decibel ohne nennenswerte Spitzen und Schwächen. Fazit: eine richtig gute Rock’n’Roll-Platte und starke Referenz für hoffentlich folgende Alben der Band.

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Über das besprochene Medium

42 Decibel - Hard Rock N'Roll - Tribe Online Magazin
42 Decibel
Hard Rock N’Roll
(Steamhammer / SPV)

Über den Autor des Beitrags

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.[BR] Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.
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