Dan Patlansky – Perfection Kills

Er hat Tattoos an Armen und Hals und ist ein Gitarren-Meister. Und doch ist er letztendlich anders, als man das aufgrund dessen weiterspinnen könnte. Dan Patlansky posiert im Anzug und mit gegeltem Haupthaar, hat Frau und Kinder, bei denen er jede freie Minute genießt und über die er gerne auch mal Songs schreibt und hat sich eben nicht dem straighten Rock’n’Roll verschrieben, sondern eher dem gediegenen Blues bzw. Blues-Rock — Adult Oriented Blues, wie ich in meinem Review zu seinem letzten Album “Introvertigo”, in Anlehnung an das gängige AOR-Genre, schon geschrieben habe.

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Video zu “Dog Day”

Rund zwei Jahre später legt der Südafrikaner nun sein insgesamt neuntes Studioalbum “Perfection Kills” nach, und dessen Titel soll einen Hinweis auf die Herangehensweise an das Album geben. “Das Streben nach Perfektion endet damit, dass man mehr Schaden anrichtet als Gutes bewirkt”, so Patlansky. Daher wurde, nachdem Patlansky genügend Ansätze für Songs gesammelt und diese mit seiner Band weiterentwickelt hatte, das Album halb live aufgenommen, anstatt versessen daran herumzufeilen. Es sollte also eben nicht unbedingt perfekt klingen — selbstverständlich nicht mit dem Ziel, ein schlechtes Album zu produzieren, sondern um dem Sound der Liveauftritte möglichst nahe zu kommen. Möglicherweise hat er auch deshalb, gerade um hier seiner Vorstellung am nächsten zu kommen, das Album diesmal selbst produziert.

Die Spannweite reicht dabei von ziemlich wild und rau (z.B. “Too Far Gone” und “Dog Day”, siehe oben eingebettetes Video) über langsam aber effektiv groovenden Blues mit großartigen Gitarrenläufen bis hin zum mit glättenden Streichern unterlegten und schon etwas arg zahmen “Mayday”. Oft ist im Hintergrund, angenehm unaufdringlich und definitiv bereichernd, eine Orgel im Hammond-Stil zu hören, und natürlich blitzt immer wieder mal ein virtuoses Solo des Meisters hervor.
Da Herr Patlansky auch dieser Veröffentlichung netterweise eine Track-by-Track-Erläuterung mitliefert, erfährt man so auch wieder ein wenig über die thematischen Hintergründe der Stücke: hauptsächlich Persönliches (Familie, Vergangenheit, Grundsätzliches), aber auch Sorgen bezüglich der Weltlage und sonstige gesellschaftliche Überlegungen.

Schließlich trifft fast alles notierte auch auf den Vorgänger zu. “Perfection Kills” unterscheidet sich also eher geringfügig vom 2016er-Album. Da hier tolle Musiker am Werk sind, der Sound wirklich super gelungen ist und darüber hinaus die Songideen zwar nicht unbedingt neu aber durchaus ansprechend sind, sollten Blues-/Rock-Freunde definitiv mal reinhören.Viele weitere CD-Reviews findest Du übrigens in unserem alphabetischen Index

Über das besprochene Medium

Dan Patlansky
Perfection Kills
(Caroline / Universal Music)

Über den Autor des Beitrags

Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.

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Über Gerald

Hört so ziemlich alle Genres querbeet, von Heavy bis Electro, von Folk-Pop über World und Rock bis Hip-Hop. Ehrliche, handgemachte Musik ist aber noch die beste und Radio-Rotation ist evil. Ausnahmen bestätigen die Regel.[BR] Ist zudem hauptsächlich für unsere Comic-Abteilung verantwortlich und spielt hin und wieder auch gerne mal an der (Nintendo-)Konsole.
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